Tourismus
Schweizer Hotellerie hat wieder mehr ausländische Gäste

Der Sommer brachte einen Rekord bei den einheimischen Gästen. Aber auch Reisende aus den Golfstaaten und den USA logierten wieder in Schweizer Hotels.

Peter Walthard
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Ungebrochene Attraktivität bei Ausländern, neue Beliebtheit bei Schweizern: Sommertourismus in den Schweizer Alpen. (Symbolbild)

Ungebrochene Attraktivität bei Ausländern, neue Beliebtheit bei Schweizern: Sommertourismus in den Schweizer Alpen. (Symbolbild)

Keystone

Im August ist die Zahl der Logiernächte von einheimischen Gästen auf ein Allzeithoch gestiegen: Am Dienstag meldete das Bundesamt für Statistik 2,57 Millionen Hotelübernachtungen, die auf das Konto der inländischen Nachfrage gingen. Dies sei ein «noch nie dagewesener Rekord», schreibt Schweiz Tourismus in einer Mitteilung: 34 Prozent mehr als im letzten «normalen» Jahr 2019. Der Ansturm der Inländer erfolgte dabei erst im August. Im Juli sei die Inlandsnachfrage geringer gewesen, vermutlich wegen des regnerischen Wetters.

Der August machte dies aber wett: Die beiden Sommerferienmonate zusammen brachten der Branche 5,1 Millionen Übernachtungen von Schweizer Gästen, ein Drittel mehr als 2019. Auch bei den ausländischen Kunden zeichnet sich eine Erholung ab. Im August hat die Auslandsnachfrage wieder 89 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 erreicht. Besonders beliebt scheint die Schweiz als Feriendestination in den Benelux-Staaten zu sein: Die Übernachtungen von Touristen aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden stiegen gegenüber 2019 um 21 Prozent.

Berg- und Seeregionen boomen, Städte haben das Nachsehen

Zurückgekehrt sind auch die arabischen Gäste, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Bei der Nachfrage aus den Golfstaaten seien im August 58 Prozent des Vorkrisenniveaus 2019 erreicht worden, so Schweiz Tourismus. Dies sei eine «Sommerüberraschung». Auch amerikanische Kundschaft ist in Schweizer Hotels wieder anzutreffen. Hier wurden allerdings nur 39 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht.

Profitieren konnten vom Sommer die Berg- und Seeregionen, am meisten das Tessin, die Region Jura-Dreiseenland und Graubünden. Den Boom in den Bergen schätzen die Touristiker als nachhaltig ein. «2020 war kein Strohfeuer», heisst es in der Mitteilung. Viele Schweizerinnen und Schweizer hätten im Krisenjahr die einheimischen Feriendestinationen zum ersten Mal entdeckt – und auf Social Media fleissig geteilt.

Touristisch abgehängt wurden die städtischen Destinationen. In Basel, Genf und Zürich seien Rückgänge von 31 bis 44 Prozent gegenüber Vorkrisenniveau verzeichnet worden, so Schweiz Tourismus. Grund dafür seien unter anderem das Ausbleiben von Event-Touristen und Geschäftsreisenden.

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