SWISS POST SOLUTIONS
Für 375 Millionen: Post verkauft Tochterfirma an Investmentfonds

Jetzt ist es amtlich: Die Post hat ihre Tochterfirma Swiss Post Solutions (SPS) verkauft. Abnehmerin ist die Investmentfirma AS Equity Partners mit Sitz in Freienbach SZ.

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Die Post verkauft ihre aufs Datenmanagement spezialisierte Tochterfirma Swiss Post Solutions.

Die Post verkauft ihre aufs Datenmanagement spezialisierte Tochterfirma Swiss Post Solutions.

Keystone

Seit über einem Jahr ist klar, dass die Post ihre Tochterfirma Swiss Post Solutions (SPS) verkaufen will. Der Grund: Sie passt nicht mehr zur neuen Strategie. Denn während sich das Wachstum der aufs Dokumentenmanagement spezialisierten Firma in den letzten Jahren auf Kunden in Europa, Asien und den USA konzentrierte, will sich die Post auf die Dienstleistungen im Kerngeschäft fokussieren.

Nun hat die Post einen Käufer für die SPS gefunden, wie sie am Montag mitteilte. Die in Freienbach und London ansässige AS Equity Partners übernehme die Konzerntochter zu einem Unternehmenswert von 375 Millionen Franken. Der Vertrag wurde am vergangenen Freitag unterzeichnet. Die effektive Übernahme soll in den folgenden Monaten abgeschlossen sein.

Post will Service public in der Schweiz weiterentwickeln

Die neue Eigentümerin darf das Akronym «SPS» verwenden. Auch das Logo mit den Postfarben und dem Kreuz sowie der Name Swiss Post Solutions dürfen genutzt werden – zumindest übergangsweise bis Ende 2022. Ebenfalls Teil der Transaktion sind das gesamte Management sowie alle aktiven Mitarbeitenden der SPS Holding AG und deren Niederlassungen und Gesellschaften.

Man habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht, wird Konzernleiter Roberto Cirillo in der Mitteilung zitiert. Aber es gehöre zur Umsetzung der Strategie, den Fokus auf Investitionen und Wachstum in den Kerngeschäften Logistik und Kommunikation zu legen. «Dabei verfolgen wir konsequent das Ziel, den Service public in der Schweiz mit eigenen Mitteln zu finanzieren und ihn weiterzuentwickeln», sagt er.

Gewerkschaft sieht Arbeitsplätze bedroht

Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert in einer ersten Reaktion, die Post stehle sich mit dem Verkauf aus der Verantwortung für die Menschen, die von grossen Schweizer Unternehmen an die SPS ausgelagert worden seien. Der Verkauf stelle für die Angestellten «eine akute Bedrohung für ihre Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen dar».

Die Gewerkschaft will nun sofort mit der SPS-Führung Kontakt aufnehmen, um zu besprechen, wie die Sozialpartnerschaft weitergeführt werden kann. Denn der GAV der SPS laufe Ende 2022 aus und die Verhandlungen zur Verlängerung seien im Frühjahr geplant. Syndicom fordert von der neuen Eigentümerin, dass diese Verhandlungen stattfinden. (abi)

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