Prognose
Die Impfung ist für die UBS die Wachstumsspritze für die Wirtschaft

Es geht aufwärts: Die Grossbank UBS sieht in ihrer neuesten Prognose 2021 eine Rückkehr zu «robustem Wachstum». Entscheidend werde dabei sein, wie rasch und konsequent geimpft wird.

Michael Graber und Samuel Thomi
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Je öfter die Impfspritze aufgezogen wird, desto rascher werde sich laut UBS auch die Schweizer Wirtschaft erholen.

Je öfter die Impfspritze aufgezogen wird, desto rascher werde sich laut UBS auch die Schweizer Wirtschaft erholen.

Keystone

Als «Jahr der Erholung» bezeichnet die UBS 2021 in ihrem «Outlook Schweiz». Konkret rechnet die Grossbank damit, dass die Wirtschaft die Coronakrise «überwinden» werde und zu «robustem Wachstum» zurückkehre. Die Hoffnungsspritze der UBS-Ökonomen ist die Impfung: «Eine Impfung ist im Moment der einzig gangbare Weg zu einer nachhaltigen Erholung der Schweizer Wirtschaft», sagte Daniel Kalt, Chefökonom UBS, am Dienstag in einem Mediengespräch.

Für das laufende Jahr rechnet die UBS weiterhin mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3,6 Prozent und 2022 von 3,0 Prozent. Dies trotz des eben begonnen zweiten Lockdowns, wie UBS-Ökonom Alessandro Bee sagte. Scheine sich doch die Wirtschaft in der zweiten Welle «deutlich besser zu schlagen als noch im Frühling». Zum Vergleich: Letztes Jahr dürfte das BIP um 3,2 Prozent zurückgegangen und der Wirtschaftsboom damit vorerst zu einem Ende gekommen sein. Wie rasch und stark sich die Schweizer Wirtschaft erholen werde, hänge nun allerdings stark mit «Geschwindigkeit, Wirksamkeit und Akzeptanz» der Impfkampagne zusammen, schreibt die Grossbank in einer Mitteilung.

Bessere Ausgangslage als noch in der ersten Welle

Grund für die in der zweiten Welle bessere Ausgangslage der Schweizer Wirtschaft seien die deutlich geringeren Unterbrüche in den Lieferketten, namentlich aus Asien. Zudem sei die Fallhöhe diesmal deutlich tiefer, dies besonders in den besonders stark betroffenen Branchen.

Allerdings rechnet die UBS nicht damit, dass sich die Erholung überall gleich durchschlägt: «Strukturell schwachen, stark gebeutelten Branchen fehlt die Substanz und die Nachfrage für eine Rückkehr zum früheren Produktionsniveau. Die Verlierer der Krise dürften nicht so schnell wieder aufschliessen, was den Strukturwandel weiter vorantreibt.» Für das laufende Jahr rechnet die Grossbank mit einer Arbeitslosigkeit von 3,6 Prozent, im kommenden Jahr dürfte dieser Wert laut ihrer Prognose dann auf 3,3 Prozent sinken. Zum Vergleich: 2019 lag diese Quote im Jahresdurchschnitt bei 2,3 Prozent. Im vergangenen Krisenjahr lag die Arbeitslosigkeit im Schnitt bei 3,1 Prozent.

Die Agglo verliert an Attraktivität

Während die UBS-Ökonomen kurzfristig auf dem Immobilienmarkt keine grossen Veränderungen erwarten, bringen die mittelfristigen Prognosen einige Anpassungen. Dies, weil sich «die Anzahl der Erwerbstätigen im regelmässigen Homeoffice sich in den nächsten fünf Jahren gegenüber dem Stand von vor der Corona-Krise verdoppeln dürfte», wie die Bank schreibt. Dies könne sich «regional signifikant in den Immobilienpreisen niederschlagen», wenn auch nur ein kleiner «Anteil der Nachfrager ihren Wohn- oder Firmenstandort überdenkt», wie es in der Mitteilung heisst.

Aber nicht nur bei den Büroflächen, sondern auch bei den Wohnimmobilien erwarten die UBS-Ökonomen Veränderungen: «Wohnimmobilien in Regionen knapp ausserhalb der klassischen Pendlerdistanzen und gut erreichbare Tourismusdestinationen werden gefragter», prognostiziert die Grossbank. Das Unterwallis, das Churer Rheintal und die Bodensee-Region könnten dabei die Hauptprofiteure sein. «Klassische Wegpendlergemeinden in den engeren Agglomerationen dürften dagegen an Attraktivität verlieren», heisst es in der Mitteilung.