Kopfhörer
Sennheiser verkauft Kopfhörer-Division in die Schweiz

Sennheiser-Kopfhörer sollen künftig unter Schweizer Regie hergestellt werden. Sonova, ein führender Schweizer Anbieter von medizinischen Hörsystemen, will die Consumer Division von Sennheiser Electronic übernehmen.

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Sonova will künftig die Kopfhörer von Sennheiser herstellen.

Sonova will künftig die Kopfhörer von Sennheiser herstellen.

Keystone

(dpa/abi) Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit. Wenn die Regulierungsbehörden keine Einwände erheben, soll das Geschäft im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden. Der Kaufpreis betrage 200 Millionen Euro. Sennheiser sitzt in Wedemark bei Hannover, Sonova in Stäfa (ZH).

«Wir wollen die Mannschaft und den Standort erhalten, weil dort die Expertise ist», sagte Sonova-Chef Arnd Kaldowski der Deutschen Presse-Agentur. «Für die Käufer ändert sich nichts, die Geräte werden unter der gleichen Marke weitervertrieben.» Sonova könne aber Technologie aus dem Hörgerätebereich zusteuern. So könne zum einen die Batterieladung der im Ohr getragenen, kleinen Kopfhörer, der Earbuds, verbessert werden. Zum anderen könnte die Leistung so verbessert werden, dass Trägerinnen und Träger trotz Earbuds im Ohr Gesprächspartner besser verstehen können.

Sonova soll Consumer Division stärke

Die Sennheiser Consumer Division stellt Kopfhörer sowie Audiologie- und Telekommunikationsprodukte her. Die Abteilung erzielte laut Mitteilung mit 600 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro im Jahr. Sennheiser hatte im Februar angekündigt, dass das Unternehmen sich auf den professionalen Bereich konzentrieren wolle. Das 1945 gegründete Familienunternehmen ist in mehr als 50 Ländern aktiv.

«Wir sind überzeugt, dass Sonova die Sennheiser Consumer Division langfristig stärken und die grossen Wachstumschancen ausschöpfen wird», sagte der Co-Chef von Sennheiser, Daniel Sennheiser, laut Mitteilung. Sennheiser hatte im vergangenen Juli den Abbau von 650 seiner 2800 Stellen bis 2022 angekündigt. Das Unternehmen nannte das durchwachsene Geschäftsjahr 2019 und Auswirkungen der Corona-Pandemie als Hintergrund.

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