Inflation
Arbeitgeber-Chef dämpft Erwartungen an grosse Lohn-Erhöhungen

Um die Kaufkraft zu erhalten, sollen die Löhne kräftig steigen, fordern die Gewerkschaften. Arbeitgeber-Präsident Valentin Vogt fürchtet dagegen einen wirtschaftlichen Abschwung.

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«Die Idee, dass nach dem Kriegsende wieder Normalität einkehrt, erachte ich als unrealistisch», sagt Valentin Vogt.

«Die Idee, dass nach dem Kriegsende wieder Normalität einkehrt, erachte ich als unrealistisch», sagt Valentin Vogt.

Keystone

Die Inflation frisst die Kaufkraft. Dementsprechend laut sind in diesen Tagen die Forderungen nach saftigen Lohnerhöhungen. Nun gibt es vom Arbeitgeber-Präsident Valentin Vogt eine teilweise Absage: «Es gibt dieses Jahr sicher keine Nullrunde, aber auch keine astronomischen Lohnerhöhungen», sagt er im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Gewerkschaften würden die Erwartungen schüren, jede und jeder bekomme 5 bis 6 Prozent mehr Lohn, das sei «Augenwischerei», so Vogt. «Viele Unternehmen lebten in der ­Pandemie von den Reserven und haben heute nur beschränkte Möglichkeiten», sagt der Arbeitgeber-Präsident.

Von flächendeckenden, generellen Lohnerhöhungen hält Vogt auch in Tieflohnebrachen wenig: «Die Unternehmen haben das in der Vergangenheit immer mit Augenmass gemacht und schauen gut zu ihren Mitarbeitenden.» Er sieht auch kurzfristig keine generelle wirtschaftliche Erholung: «Der Krieg in der Ukraine wirft uns um Dekaden zurück. Die Idee, dass nach dessen Ende wieder Normalität einkehrt, erachte ich als unrealistisch.» Vogt erwartet dementsprechend «einen Abschwung». (mg)