Industrie
Die Schweiz soll für China unverzichtbar werden

Für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) ist der chinesische Markt Chance und Herausforderung zugleich. Nun soll die Beziehung zu China gestärkt werden. Die Branche hat entsprechende Vorschläge.

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Die Schweizer Industrie will sich mit Spitzenprodukten für China unverzichtbar machen. (Symbolbild)

Die Schweizer Industrie will sich mit Spitzenprodukten für China unverzichtbar machen. (Symbolbild)

Keystone

China ist und bleibt für die Schweiz MEM-Industrie ein zentraler Markt – sowohl für Exporte, aber auch für Aktivitäten vor Ort. Das teilte der Branchenverband Swissmem am Dienstag mit. Allerdings ist China kein einfacher Markt: Das Land verändert sich rasant, dazu kommt der Handels- und Technologiekonflikt zwischen China und den USA. Swissmem hat deshalb zusammen mit dem deutschen Maschinenbauverband (VDMA) die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen untersuchen lassen und Handlungsempfehlungen formuliert.

So sei die Schweiz als Standort gefordert, damit hier tätige Firmen weiterhin weltweit exportieren können. Der Verband fordert daher eine Politik, die auf drei Säulen fusst. Dabei soll sich die Schweiz erstens dank diplomatischer Initiativen unverzichtbar machen. Das gilt zweitens auch für Produkte und Dienstleistungen, die Schweizer Firmen herstellen. «In der Unverzichtbarkeit von Schweizer Firmen liegt die beste sicherheits- und aussenwirtschaftspolitische Trumpfkarte der Schweiz – und nicht im Mantra von Selbstversorgung oder dem Versuch der Politik, Lieferketten auseinanderzureissen und autark neu zu gestalten.»

Neutral und trotzdem kritisch bei der Menschenrechtssituation

Swissmem spricht von einer «doppelten Unverzichtbarkeit», die mit aussenwirtschaftlicher Neutralität verbunden werden muss. Deshalb soll die Schweiz als dritten Pfeiler generell nur noch Sanktionen des UNO-Sicherheitsrates übernehmen und so sicherstellen, dass sie nicht als Umgehungsstandort missbraucht wird. Damit will der Verband auch verhindern, dass die Schweiz in Konflikte der Grossmächte hineingezogen wird.

Gleichzeitig betont er, dass dieses Vorgehen Kritik an der Menschenrechtssituation nicht ausschliesst. Dies soll über die Plattformen der UNO-Organisationen und im bilateralen Dialog geschehen. Auf öffentliche Belehrungen sei hingegen zu verzichten. Swissmem glaubt an die Wirksamkeit von Diskussionen hinter den Kulissen und will deshalb den Menschenrechtsdialog zwischen China und der Schweiz rasch wieder aufnehmen. (abi)

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