Geldpolitik
Nationalbank belässt Leitzins bei -0,75 Prozent

Die Nationalbank führt ihre expansive Geldpolitik unverändert fort und belässt den Leitzins bei -0,75 Prozent. Dafür passt sie die bedingte Inflationsprognose leicht nach oben an.

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Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins unverändert bei -0,75 Prozent.

Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins unverändert bei -0,75 Prozent.

Keystone

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest, um die Preisstabilität zu sichern und die Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie weiter zu unterstützen. Das teilte die SNB am Donnerstag mit. Sie sei weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, um den Druck auf den Franken zu regulieren. Dieser ist gemäss SNB noch immer hoch bewertet. Weiter bestätigt sie den Leitzins von -0,75 Prozent.

Leicht angepasst wird dafür die Inflationsprognose für das laufende und das kommende Jahr. In der längeren Frist bleibe sie gegenüber der Prognose vom Juni hingegen praktisch unverändert, wie es weiter heisst. Für 2021 liegt die Prognose neu bei 0,5 Prozent, für 2022 bei 0,7 und für 2023 bei 0,6 Prozent. Für die Erhöhung verantwortlich macht die SNB die erneut höheren Preise für Erdölprodukte und Waren, die von Lieferengpässen betroffen sind.

Immobilienmarkt wird kritisch beobachtet

Die SNB geht davon aus, dass dank der Impffortschritte keine starken Eindämmungsmassnahmen mehr erforderlich sein werden und sich «die aktuell solide Wachstumsdynamik» in den kommenden Quartalen fortsetzt. Trotzdem senkt die Nationalbank die Erwartungen des BIP-Wachstums für 2021 auf rund 3 Prozent. Im Juni war sie noch von einem höheren Wachstum ausgegangen. Der Grund: Konsumnahe Branchen wie der Handel oder das Gastgewerbe entwickeln sich weniger dynamisch als erwartet. Gemäss SNB sollte das BIP aber in der zweiten Jahreshälfte das Vorkrisenniveau wieder erreichen.

Weiter betont die Nationalbank, dass die Hypothekarkredite und Immobilienpreise im letzten Quartal stark angestiegen sind. Insgesamt habe die Verwundbarkeit des Hypothekar- und Immobilienmarkts weiter zugenommen. «Die Nationalbank prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer reaktiviert werden muss», heisst es weiter. (abi)

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