Gastronomie in Coronazeiten
Strassenbeizen-Gebühren: Je nach Stadt gibt es happige Unterschiede

Einige Städte erlassen Beizern wegen der Pandemie die Gebühren für die Strassenbestuhlung. Nach Aufhebung der Coronamassnahmen gilt aber wieder der Normaltarif. Dieser ist je nach Stadt happig.

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Beispiel für ein teures Pflaster: Strassencafé auf dem Münsterplatz in der Zürcher Innenstadt.

Beispiel für ein teures Pflaster: Strassencafé auf dem Münsterplatz in der Zürcher Innenstadt.

Keystone

Wegen der Coronapandemie haben diverse Schweizer Städte Gastrobetreibern teils oder ganz die Gebühren für die Strassenbestuhlung erlassen. Freiburg, La Chaux-de-Fonds, Lausanne und Winterthur sehen etwa einen totalen Gebührenerlass für Aussenwirtschaften bis Ende 2021 beziehungsweise bis zum Saisonende vor. In Luzern und Chur dagegen gibt es noch eine Reduktion von 50 Prozent.

Doch sobald die Coronamassnahmen vollständig aufgehoben werden, gelten wieder die ordentlichen Strassencafé-Gebühren. Je nach Standort müssen die Beizerinnen und Beizer dabei unterschiedlich tief in die Taschen greifen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung von Comparis zeigt.

Genfer Beizer zahlen siebenmal weniger als Zürcher

Am teuersten ist der Quadratmeter Trottoirgastronomie laut dem Online-Vergleichsdienst beispielsweise an zentraler Lage in Zürich. Während der Sommersaison müssen die Gastrobetreiber dort monatlich 59 Franken pro Quadratmeter berappen. Auch Winterthur, Lugano, Bern, Schaffhausen und Chur zählen laut Comparis zu den teuren Städten.

Vergleichsweise günstig ist es dagegen in Genf, das sonst nicht für seine tiefen Preise bekannt ist: hier verlangt die Stadt in Zentrumslage pro Quadratmeter nur 8.50 Franken - also fast sieben Mal weniger als in Zürich. Mit ökonomischen Argumenten allein lasse sich dieser Unterschied nicht erklären, schreibt der Online-Vergleichsdienst. «In Genf geht die Politik grosszügiger mit ihren Wirten um als in Zürich», zitiert die Mitteilung Comparis-Gebührenexperte Leo Hug.

Bern widerspricht bekanntem Schema

Am günstigsten unter den 16 grössten Schweizer Städten ist übrigens La Chaux-de-Fonds mit 2.31 Franken pro genutztem Quadratmeter.

Gemäss Leo Hug zeigt sich bei der Boulevardgastronomie ein bekanntes Schema: «Orte mit hohen Steuersätzen haben meist tiefe Gebührenansätze», so der Comparis-Gebührenexperten. Eine Sonderstellung nehme dabei die Hochsteuerstadt Bern ein mit ihren relativ hohen Gebühren für die Boulevardgastronomie. (dpo)

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