Gewerkschaft will trotzdem klagen
550 statt 780 Entlassungen: Die Swiss buchstabiert bei Kündigungen zurück

Die Swiss reduziert ihre Pläne für eine Massenentlassung: Nach Gesprächen mit Gewerkschaften will die Schweizer Fluggesellschaft als Folge der Coronakrise nun noch 550 Stellen abbauen.

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Die Swiss baut als Folge der Coronakrise weiter massiv Stellen ab - mit 550 sollen nun aber weniger Jobs verloren gehen als angekündigt.

Die Swiss baut als Folge der Coronakrise weiter massiv Stellen ab - mit 550 sollen nun aber weniger Jobs verloren gehen als angekündigt.

Keystone

Dank einem «konstruktiven Konsultationsverfahren» mit den Gewerkschaften falle der im Mai angekündigt Stellenabbau mit 550 betriebsbedingten Kündigungen und Änderungskündigungen nun geringer aus. Das teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Die Swiss sieht sich aufgrund der Coronakrise mit strukturellen Veränderungen des Marktes konfrontiert und will darauf mit einem Stellenabbau als auch mit einer Reduktion des Angebots reagieren. Eine neue Strategie, wovon der Stellenabbau ein Teilprojekt ist, soll der Swiss helfen, nachhaltig rund 500 Millionen Franken einzusparen.

Ganz in Minne sind die Gespräche zwischen Swiss und Gewerkschaften in den vergangenen Wochen aber offenbar nicht verlaufen. Denn der VPOD will die Kündigungen als missbräuchlich anfechten, wie er in einer eigenen, gleichzeitig versandten Mitteilung schreibt. Für ein seriöses Konsultationsverfahren habe die Fluggesellschaft Informationen zu spät oder nur unvollständig geliefert. Auf einen Antrag, die Konsultationsfrist zu verlängern, sei die Swiss gar nicht erst eingegangen.

Ein Fünftel der Stellen fallen der Pandemie zum Opfer

Die Fluggesellschaft rechnete im Mai bei der Ankündigung der geplanten Massenentlassung von bis zu 780 Angestellten bei der Gesamtnachfrage einen strukturellen Rückgang von 20 Prozent. Entsprechend werde auch die Flotte voraussichtlich um 15 Prozent gegenüber 2019 verkleinert werden, hiess es. Inklusive des bereits laufenden Stellenabbaus war damals von einer Reduktion von insgesamt rund 1700 Vollzeitstellen oder 20 Prozent der Belegschaft die Rede seit Ausbruch der Coronapandemie vor gut einem Jahr.

Am Nachmittag will die Leitung der Swiss an einer Medienkonferenz ausführlich Stellung nehmen zur geplanten Massenentlassung.