Energiekonzern
Nach Coronaturbulenzen: Alpiq kehrt zurück in die Gewinnzone

Alpiq schrieb im ersten Halbjahr 54 Millionen Franken Gewinn – ein markantes Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine verschobene Revision des AKW Leibstadt drückt jedoch auf das Geschäft.

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Meldet bessere Geschäftszahlen als im Vorjahreszeitraum: der Energiekonzern Alpiq.

Meldet bessere Geschäftszahlen als im Vorjahreszeitraum: der Energiekonzern Alpiq.

Keystone

84 Millionen Franken Verlust: Das meldete Alpiq vor einem Jahr für das erste Semester. Nach Turbulenzen – nicht zuletzt wegen der Coronapandemie – hat der international tätige Schweizer Energiekonzern das Blatt inzwischen jedoch wenden können. Und so verkündet Alpiq am Donnerstag für das erste Halbjahr einen Reingewinn von 54 Millionen Franken. Und auch für das ganze Jahr erwartet das Unternehmen nach wie vor ein positives Ergebnis – allerdings unter den Werten des Vorjahres.

Besonders aufs Geschäft drückt im laufenden Jahr demnach erstens eine verschobene Revision des Kernkraftwerks Leibstadt. Wie Alpiq festhält, dürfte diese am Ende auch das Jahresergebnis belasten. Gleiches gelte – zweitens – für Kreditrisiken von Gegenparteien, die im ersten Halbjahr verbucht worden seien. Näher geht Alpiq darauf in seiner Mitteilung jedoch nicht ein. Und drittens seien die Auswirkungen des weiteren Verlaufs der Coronapandemie auf das Geschäft nicht vollständig abzuschätzen.

Eigene Energie «äusserst gewinnbringend» vermarktet

Insgesamt unter den Vorjahreswerten liegen laut Alpiq im ersten Halbjahr die Stromproduktion in der Schweiz sowie der Handel mit Energie. Besser als im ersten Semester 2020 lief dafür die Stromproduktion im Ausland. Der Energiekonzern mit Hauptsitz in Lausanne ist in drei Geschäftsbereiche gegliedert: Stromgewinnung im In- und Ausland sowie Energiehandel.

Unter anderem dank höheren Strompreisen ist derweil im ersten Halbjahr auch der Umsatz massiv angestiegen – von 1,8 auf 2,6 Milliarden Franken. Hier konnte Alpiq insbesondere selber hergestellte Energie «äusserst gewinnbringend» vermarkten, so der Energiekonzern. Konstant blieb dagegen im ersten Semester mit 119 Millionen der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierungen (Ebitda) (Vorjahreszeitraum: 116 Millionen).

Erstmals nach fünf Jahren Dividenden ausgeschüttet

2020 war für Alpiq insgesamt ein gutes Jahr gewesen. Nicht zuletzt dank Sondereffekten erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierungen (Ebitda) von 262 Millionen Franken. In der Folge hat der Konzern nach fünf Jahren seinen Aktionären im Frühling erstmals auch wieder eine Dividende ausgeschüttet.

Alpiq-Eigner sind seit einer Übernahme im letztem Jahr noch die Westschweizer Stromwirtschaftsholding EOS, die Schweizerische Kraftwerkbeteiligung – eine von der Credit Suisse verwaltete Anlagegruppe für institutionelle Investoren – sowie das Konsortium Schweizer Minderheitsaktionäre. Letztere ist ein Verbund verschiedener regionaler Stromverteiler. (sat/gb)

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