Duty Free
Trotz steigendem Reiseverkehr: Dufry erholt sich nur langsam

Mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Franken im ersten Halbjahr liegt Dufry noch immer weit unter Vorkrisenniveau. Das Unternehmen hofft, bis Ende August zwei Drittel der Läden wieder öffnen zu können.

Peter Walthard
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Trotz anhaltender Millionenverluste blickt Dufry optimistisch in die Zukunft.

Trotz anhaltender Millionenverluste blickt Dufry optimistisch in die Zukunft.

Keystone

Das Geschäftsumfeld sei von graduellen Verbesserungen geprägt, heisst es in einer am Dienstag verschickten Mitteilung von Dufry. Im Klartext heisst das, dass das Unternehmen noch weit entfernt ist von den Ergebnissen, die es vor der Coronakrise präsentieren konnte. Verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019 lag das organische Wachstum im ersten Halbjahr 2021 bei -69,5 Prozent, dies obwohl der Reiseverkehr in den USA, Südamerika sowie Europa, Afrika und dem Mittleren Osten (Emea) wieder ansteigt. Die weltweit steigende Impfquote beschert Dufry aber bessere Aussichten für die nahe Zukunft.

Im Juni seien 1600 Läden wieder offen gewesen, was 75 Prozent der Verkaufskapazität entspreche, schreibt Dufry. Das Unternehmen hoffe, diesen Wert bis Ende August auf 85 Prozent zu erhöhen. Dann sollen wieder mehr als zwei Drittel der Dufry-Filialen offen sein. CEO Julián Díaz sieht gemäss Medienmitteilung «klare Zeichen der Erholung». Das Unternehmen habe in der erste Jahreshälfte wegen weiterbestehender Restriktionen im Reiseverkehr einen langsamen Start gehabt.

368,5 Millionen Franken Verlust und 3,3 Milliarden Schulden

Bereits im Juli hätten die Nettoverkäufe aber wieder rund 50 Prozent des Vergleichsmonats im Vorkrisenjahr 2019 erreicht. Ausserdem schreite die Reorganisation voran. Im ersten Halbjahr seien 510 Millionen Franken an Personalkosten und Ausgaben eingespart worden. Bis Ende Jahr sollen es 730 Millionen Franken sein. Eine strenge Kostenkontrolle habe dazu beigetragen, dass Dufry per Ende Juni über eine starke Liquidität von über zwei Milliarden Schweizer Franken verfüge.

Insgesamt machte Dufry im ersten Halbjahr 1,2 Milliarden Umsatz und 368,5 Millionen Franken operativen Verlust (Ebit). Die Verschuldung des vom zeitweiligen Kollaps der Luftfahrt hart getroffenen Duty-Free-Unternehmens lag per Ende Juni bei 3,3 Milliarden Franken. Der Personalaufwand wurde gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 38,9 Prozent heruntergefahren.

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