Coronakrise
Swiss macht 654 Millionen Verlust und prüft Redimensionierung

Die zweite Welle hat die Swiss kalt erwischt: Das Unternehmen hatte mit einer Erholung gerechnet. Nun werden weitere einschneidende Sparmassnahmen geprüft.

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Swiss-CEO Dieter Vranckx im Video-Interview.

Keystone-SDA

(wap) Der Umsatz der Swiss sei 2020 um 65,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken eingebrochen. Dies meldete das Unternehmen am Donnerstag. Damit schmolz auch der Gewinn: Hatte die Swiss 2019 noch 578 Millionen Franken gemacht, meldet sie für das Coronajahr 2020 einen Verlust von 654 Millionen Franken. Besonders stark betroffen war das vierte Quartal, in dem der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal 75,7 Prozent betrug.

Dabei hatte die Swiss im letzten Jahr mit einer raschen Erholung gerechnet. Die Situation habe sich seit Anfang 2021 «wider Erwarten» verschärft, lässt sich Finanzvorstand Markus Binkert in der Mitteilung zitieren. Gegenwärtig verliere die Swiss jeden Tag zwei Millionen Franken. «Wir werden unsere Kostensparmassnahmen intensivieren müssen», so Binkert.

Derzeit ist vorgesehen, bis Ende Jahr 1000 Vollzeitstellen abzubauen, dies mit natürlichen Abgängen, Frühpensionierungen und Teilzeit. Auch die oberen Ränge sind betroffen: Die Zahl der Mitarbeitenden auf der obersten Führungsebene werde um 20 Prozent reduziert, die Geschäftsleitung schrumpfe von vier auf drei Mitglieder.

Angesichts der dramatischen Veränderungen – die Swiss bietet im März nur noch 25 Prozent des Angebots von 2019 an und fährt in Genf nur noch einen Minimalflugbetrieb – müsse nun eine Redimensionierung geprüft werden. «Seit Jahresbeginn hat sich die Ausgangslage massiv verschlechtert», wird CEO Dieter Vranckx zitiert. Zur Diskussion steht eine Verkleinerung der Flotte. Eine solche hätte Auswirkungen auf das Streckennetz und die Kosten- und Organisationsstruktur. «Eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen», so Vranckx.

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