Radio und Fernsehen
Nutzungszahlen zeigen: Informationsbedürfnis wegen Corona gestiegen

Die Bevölkerung hat im letzten Halbjahr total 11 Minuten mehr Radio- und TV-Inhalte konsumiert. Insbesondere das Nachrichten-Interesse war gross – und zwar bei privaten Anbietern wie bei SRF.

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Nachrichtensendungen erfreuten sich im letzten Halbjahr grosser Beliebtheit.

Nachrichtensendungen erfreuten sich im letzten Halbjahr grosser Beliebtheit.

Keystone

(agl) Die über 15-jährigen Schweizerinnen und Schweizer haben im zweiten Halbjahr 2020 durchschnittlich 224 Minuten pro Tag mit Fernsehen und Radio hören verbracht. Das sind fast vier Stunden und insgesamt 11 Minuten mehr als im zweiten Halbjahr 2019. Das zeigen die Semesternutzungsdaten der Stiftung Mediapulse, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Wie das Forschunsinstitut Mediapulse in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt, erreichte das Fernsehen – abgesehen von den Nachtstunden – zu jeder Tageszeit mehr Zuschauer als im Vorjahreszeitraum. Die Radionutzung stieg derweil zwischen 9 und 19 Uhr an, blieb jedoch aufgrund der Reduktion des Pendlerverkehrs am frühen Morgen und am Abend unter den Vergleichswerten.

«Tagesschau» übertraf 62 Mal die Millionenmarke

Ausschläge gab es sowohl beim Fernsehen als auch beim Radio rund um die Nachrichtensendezeiten. Das kann gemäss Mediapulse als «Ausdruck des gesteigerten Informationsbedürfnisses in unsicheren Zeiten» betrachtet werden. Dies spiegelt sich laut einer Mitteilung von SRF vom Dienstag auch in den Nutzungszahlen des grössten Anbieters wieder. Demzufolge lag der Marktanteil von SRF 1 im Jahr 2020 mit 22,2 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. Derweil verlor SRF 2 Marktanteile, weil verschiedene Live-Angebote aufgrund der Coronapandemie weggefallen sind.

Die SRF-Informationsflaggschiffe «Tagesschau», «Rendez-Vous» und «Echo der Zeit» konnten ihre Marktanteile 2020 dagegen steigern. Dabei übertraf die «Tagesschau» 62 Mal die Millionenmarke bei den Zuschauern. Der Marktanteil der SRF-Radiosender stieg 2020 leicht von 54,4 auf 54,8 Prozent an. Radio SRF 1 bleibt dabei in allen Konzessionsgebieten der Deutschschweiz marktführend.

Auch CH-Media-Sender verzeichnen Zuschauer-Zuwachs

Auch die Regionalen TV-Sender von CH Media steigerten die Zuschauerzahlen ihrer Nachrichtenformate. Eine besonders positive Entwicklung zeigte gemäss einer Mitteilung vom Dienstag der Fernsehsender «TeleZüri»: Die Zuschauerzahl der «ZüriNews» stieg demnach im zweiten Halbjahr 2020 in der werberelevanten Zielgruppe gleich um 118 Prozent an. Auch die Nachrichtensendungen von «TeleBärn» und «Tele M1» konnten laut der Mitteilung deutlich zulegen bei den Zuschauern. Die regionalen TV-Sender von CH Media erreichten im zweiten Halbjahr 2020 täglich insgesamt 630'000 Zuschauende. Laut Angaben von CH Media sind das 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Auch im Bereich TV national vermeldet CH Media im letzten Halbjahr einen Anstieg bei den Zuschauerzahlen um insgesamt 8 Prozent. Dazu beigetragen hat auch die Dating-Show «Bachelor» auf dem Sender «3+»: Die zweite Folge der letztjährigen Staffel mit Alan Wey verzeichnete demnach mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent einen neuen Sendungsrekord, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Insgesamt steigerte «3+» seinen Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent.

Auch im Radiobereich zeigte sich CH Media mit der Entwicklung im letzten Halbjahr zufrieden: Die Radiosender erreichten durchschnittlich 1,21 Millionen Hörerinnen und Hörer pro Tag. An der Spitze steht laut Mitteilung weiterhin «Radio 24», das seine Position als marktführendes Privatradio in der Deutschschweiz verteidigen konnte, schreibt CH Media. Auf dem zweiten Podestplatz stehe das Zentralschweizer «Radio Pilatus».