Benachteiligung bei Directories?
Wettbewerbskommission eröffnet Untersuchung gegen Swisscom

Die Weko eröffnet eine Untersuchung gegen die Swisscom und deren Tochterunternehmen Directories. Sie sollen im Telefonbuch und in Online-Verzeichnissen Wettbewerber und Endkunden benachteiligen.

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Die Wettbewerbskommission untersucht, ob die Swisscom Kunden und Wettbewerber bei ihren Telefon-Verzeichnissen benachteiligt.

Die Wettbewerbskommission untersucht, ob die Swisscom Kunden und Wettbewerber bei ihren Telefon-Verzeichnissen benachteiligt.

Pius Amrein

Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung eröffnet gegen die Swisscom und deren Tochtergesellschaft Directories. Es bestünden Anhaltspunkte, dass Directories mit der Einführung der «SWISS LIST» Produkte Wettbewerber behindert und Endkunden benachteiligt, schreibt die Weko am Dienstag in einer Mitteilung.

Directories ist die Herausgeberin des gedruckten Telefonbuchs und Betreiberin der beiden Online-Verzeichnisdienste «local.ch» und «search.ch». Bisher konnten die dort aufgeführten Unternehmen ihren Eintrag mit weiteren Informationen individuell ergänzen. Im Frühjahr 2019 hat Directories jedoch das Einheitsprodukt «SWISS LIST» eingeführt und damit den Preis und die Bedingungen für die Ergänzung des Telefonbucheintrags grundlegend geändert. Seither werden verschiedene Produkte und Dienstleistungen nur noch gebündelt angeboten.

Dies kann nach einer ersten Einschätzung der Weko zu einer Behinderung von Wettbewerbern und zur Benachteiligung der Marktgegenseite führen, heisst es in der Mitteilung zur Begründung der Untersuchung. In deren Rahmen will die Weko nun prüfen, ob Swisscom mit der Tochtergesellschaft Directories eine marktbeherrschende Stellung innehat und ob sich diese im Sinne des Kartellgesetzes missbräuchlich verhalten hat. Die Weko rechnet laut eigenen Angaben mit einer Dauer der Untersuchung von zwei Jahren. (sat)

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