Virus
Kritischer Zustand: Zürcher Elefant Umesh ist krank

Schlechte Nachrichten aus dem Zürcher Zoo: Der zweijährige Elefantenbulle Umesh ist an einem Virus erkrankt. Er befindet sich in intensiver tierärztlicher Behandlung. Sein Zustand ist kritisch.

Drucken
Der junge Elefantenbulle Umesh leidet an einem lebensgefährlichen Herpesvirus.

Der junge Elefantenbulle Umesh leidet an einem lebensgefährlichen Herpesvirus.

Zoo Zürich/Enzo Franchini

Umesh leidet an einem für Asiatische Elefanten typischen und in der Zoowelt gefürchteten Virus, wie der Zoo Zürich am Montag mitteilte. Konkret handelt es sich um das Herpesvirus EEHV. Das Virus sei vor allem für junge Asiatische Elefanten gefährlich, da sie teilweise nicht über genügend Antikörper verfügen. Daher werden die Tiere in den Zoos regelmässig getestet.

Bei einem solchen Test wurde das Virus am vergangenen Donnerstag im Blut von Umesh entdeckt, wie es weiter heisst. Die anschliessenden Blutuntersuchung zeigte «besorgniserregende Veränderungen». Deshalb entschieden die Tierärzte, sofort eine Therapie zu starten. Umesh erhält nun antivirale Medikamente. Die Behandlung folge wissenschaftlichen Leitlinien, die aufgrund von Erfahrungen in anderen Zoos aufgestellt worden seien.

Die Erfolgsquote der Behandlung liegt gemäss Mitteilung bei etwa 30 Prozent. Der Ausgang bei Umesh sei ungewiss, sein Zustand kritisch. Zuversicht zieht der Zoo aus dem Umstand, dass der im Februar 2020 geborene Elefantenbulle bis jetzt noch keine gravierenden Symptome zeigt und das Virus früh entdeckt wurde. Zudem zeige er sich bei der Behandlung kooperativ. «Dies lässt den Zoo Zürich auf eine Genesung von Umesh hoffen.»

Zürich hat bereits zwei junge Elefantenbullen verloren

Die Krankheit ist unter Elefanten stark verbreitet und kann zu inneren Blutungen und multiplem Organversagen führen. Demnach könne der Tod innerhalb weniger Stunden oder Tage nach dem Ausbruch der Krankheit eintreten.

Gemäss Mitteilung lassen sich bis zu zwei Drittel aller Todesfälle bei jungen Asiatischen Elefanten in europäischen und amerikanischen Zoos auf EEHV zurückführen. Auch in wilden Populationen häufen sich die Meldungen, wie es weiter heisst. Der Zoo Zürich hat ebenfalls bereits Elefanten durch das Virus verloren – Xian im Jahr 1999 und Aishu im Jahr 2003. (abi)