Unschuldsvermutung nicht verletzt
Fall Ramadan: Presserat weist Beschwerde gegen Westschweizer Fernsehen ab

Radio Télévision Suisse (RTS) hat über Vergewaltigungsvorwürfe an den Islamwissenschaftler Tariq Ramadan nicht tendenziös berichtet. Zu diesem Schluss kommt der Presserat.

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Sah sich vom Westschweizer Fernsehen ungerecht behandelt: Tariq Ramadan.

Sah sich vom Westschweizer Fernsehen ungerecht behandelt: Tariq Ramadan.

Keystone

Die Anwälte des Genfer Islamwissenschaftlers Tariq Ramadan hatten RTS vorgeworfen, in der Berichterstattung über eine Anklage wegen Vergewaltigung in Paris die Unschuldsvermutung verletzt zu haben. In seiner am Freitag veröffentlichten Stellungnahme kommt der Presserat zum Schluss, dass dies nicht der Fall sei. Zwar sei die Anklägerin länger zu Wort gekommen als der Beschuldigte. Dieser habe jedoch freiwillig auf eine längere Stellungnahme verzichtet. Auch sei in der Berichterstattung stets klar gewesen, dass es um eine Anklage und nicht um eine Verurteilung gehe.

Tariq Ramadan, der in Frankreich als Starintellektueller gilt, wird von sechs Frauen wegen sexuellen Übergriffe beschuldigt. Ramadan wirft diesen vor, eine Kampagne gegen ihn geplant zu haben, weshalb er von der ehemaligen Salafistin Henda Ayari wegen Verleumdung angeklagt wurde. Das Strafgericht von Rouen hat ihn in diesem Fall freigesprochen. In den anderen Fällen gibt es noch keine Urteile, es laufen aber Verfahren. (wap)

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