Sprachenvielfalt
«Co din ins quai gia puspè per rumantsch?» Nun gibt es den Rätoromanisch-Übersetzer für alle – hier zum Testen

Nach Deutsch, Französisch und Italienisch gibt es nun auch für Rätoromanisch einen Online-Übersetzer. Die Initianten erhoffen sich davon ein besseres und einfacheres Zusammenleben der Sprachgemeinschaften in der Schweiz.

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Martin Candinas (Mitte/GR) ist momentan der erste Vizepräsident des Nationalrates. Er ist damit aktuell der höchste Rätoromane der Schweiz.

Martin Candinas (Mitte/GR) ist momentan der erste Vizepräsident des Nationalrates. Er ist damit aktuell der höchste Rätoromane der Schweiz.

Keystone

Wie sagt man das schon wieder auf Rätoromanisch? Diese Frage lässt sich dank einem neuen Online-Übersetzer des Medienhauses Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) und TextShuttle neu leicht beantworten: «Co din ins quai gia puspè per rumantsch?»

Das Zürcher Unternehmen und RTR hätten modernste Technologien und vorhandene Sprachressourcen für die Entwicklung der Übersetzungslösung genutzt, teilte TextShuttle am Dienstag mit. Damit tragen sie «aktiv zum Erhalt der Landessprache» bei. Vorerst wird bei Rätoromanisch als Zielsprache in die Amtssprache Rumantsch Grischun übersetzt. Es sei jedoch denkbar, dass künftig auch einzelne Idiome berücksichtigt werden. Gemäss Bundesamt für Statistik sprechen 0,5 Prozent der Bevölkerung Rätoromanisch als Hauptsprache.

Fehlende Sprachressourcen als Herausforderung

Die Herausforderung in der Entwicklung bestand darin, dass Rätoromanisch über sehr wenig bestehende Sprachressourcen verfügt – im Gegensatz zu weiter verbreiteten Sprachen. Bislang verwendeten die Hersteller 200'000 parallele Segmente. Diese stammen aus bestehenden und frei verfügbaren Daten wie beispielsweise Gesetzestexten, der Bundesverfassung oder Medienmitteilungen des Kantons Graubünden. Zudem werden bestehende Daten von RTR eingebracht.

Gemäss TextShuttle sind die ersten Ergebnisse «vielversprechend». Sprachexperten hätten den Übersetzer als Unterstützung im Praxisalltag wahrgenommen. Möglich sind etwa einzelne Wörter oder ganze Texte. Ob der Übersetzer künftig als Online-Dienst angeboten werde, um der gesamten Bevölkerung den Zugang zur Sprache zu ermöglichen, sei denkbar. Momentan steht die Testplattform einen Monat lang zur freien Verfügung. (abi/sat)