Olten
Mann auf Gleis gestossen: Ermittler wollen öffentlich nach Täter fahnden

Ende Januar wurde ein Mann am Bahnhof Olten auf ein Gleis gestossen, der Täter konnte noch nicht gefasst werden. Nun erwägt die Staatsanwaltschaft, Bildmaterial zu veröffentlichen.

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Der Mann konnte sich rechtzeitig vor einem einfahrenden Zug in Sicherheit bringen. Die Suche nach dem Täter läuft weiter.

Der Mann konnte sich rechtzeitig vor einem einfahrenden Zug in Sicherheit bringen. Die Suche nach dem Täter läuft weiter.

Bruno Kissling

Am Samstagabend 29. Januar gerieten zwei Männer am Bahnhof Olten aneinander. Es folgten Beschimpfungen und kurz darauf stiess einer der Männer den anderen aufs Gleis. Das Opfer konnte rechtzeitig wieder hochklettern, ehe ein Zug einfuhr. Der Mann blieb unverletzt, doch vom Täter fehlt trotz umfangreicher Ermittlungen der Polizei bislang jede Spur. Was der Tatverdächtige nicht wusste: Auf dem Perron beobachteten Zeugen den Streit und fotografierten die Situation.

Auf diese Aufnahmen will die Strafverfolgungsbehörde nun zurückgreifen. Wenn sich der mutmassliche Täter nicht bis am 1. März bei der Kantonspolizei meldet, werden die Bilder veröffentlicht, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn am Dienstag mitteilt. «Die Fotos werden in einer ersten Phase verpixelt, danach allenfalls unverpixelt veröffentlicht», heisst es.

Öffentlichkeitsfahndung: das letzte Mittel

Diese Methode ist aus der Fahndung bei Ausschreitungen und Krawallen bekannt, etwa im Umfeld von Fussballspielen. Die schweizerische Staatsanwälte-Konferenz empfiehlt dabei ein Dreistufenmodell: Als erstes wird die Veröffentlichung des Bildmaterials angekündigt, danach wird dieses im Abstand von einer Woche verpixelt und schliesslich unverpixelt ins Internet gestellt.

Bevor es allerdings zur sogenannten Öffentlichkeitsfahndung kommt, muss die Polizei alle Ermittlungsmassnahmen ausschöpfen. Cony Brand, Mediensprecherin der Solothurner Staatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage von CH Media: «Wir würden dieses Vorgehen nicht anwenden, wenn es nicht erfolgversprechend scheint.»

Ob von der Tat in Olten auch auf Aufnahmen von Überwachungskameras zurückgegriffen werden könnte, teilen die Behörden aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht mit. (kps/cra/dpo)