Kriminalität
Bankomaten: Räuber greifen vermehrt zu Sprengstoff und Gas

Sprengungen von Bankomaten wie in Utzenstorf oder Büren an der Aare sind keine Einzelfälle: Die Bundespolizei Fedpol berichtet von einem europaweiten Trend.

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Täter stammen aus Nordafrika, Frankreich und dem Balkan: Gesprengter Geldautomat in Veyrier.

Täter stammen aus Nordafrika, Frankreich und dem Balkan: Gesprengter Geldautomat in Veyrier.

zvg

Seit 2019 seien zahlreiche westeuropäische Länder von dem Phänomen betroffen, schreibt das Fedpol in einer am Dienstag veröffentlichten Meldung. Sprengungen habe es unter anderem in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Italien, Frankreich und Spanien gegeben. Allein in der Schweiz zählte das Fedpol im letzten Jahr neun mit Sprengstoff gesprengte Geldautomaten. Eingesetzt worden seien Schwarzpulver, aber auch TNT oder der auch bei Terroranschlägen häufig verwendete unkonventionelle Sprengstoff TATP.

Die Täter seien meist in Dreier- oder Vierergruppen unterwegs, oft stammten sie aus Nordafrika, Frankreich oder dem Balkan. Da es sich um Sprengstoffdelikte handle, ermittle die Bundespolizei für die Bundesanwaltschaft. Im Falle der Sprengungen in Utzenstorf und Büren an der Aare gebe es mittlerweile eine Spur, heisst es in der Mitteilung weiter. Sprengungen gab es im vergangenen Jahr in den Kantonen Aargau, Bern, Freiburg, Genf, Waadt, Baselland, Graubünden, Jura, Solothurn, Thurgau und Tessin. Besonders betroffen seien kleine Dörfer in Grenznähe. Total gab es im vergangenen Jahr 22 Vorfälle (darunter auch solche, bei denen mit Gas gesprengt wurde) – gleich viele wie 2019. (wap)