Demonstration
Hundertausend Frauen protestierten für mehr Gleichberechtigung

Auch die diesjährige Ausgabe des Frauenstreiks war eine imposante. In zahlreichen Städten gingen insgesamt 100'000 Frauen auf die Strasse und protestierten lautstark und friedlich.

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Zum Beispiel der Demonstrationszug des diesjährigen Frauenstreiks in Zürich. Aber auch in anderen Städten gab es Aktionen und Demos.

Zum Beispiel der Demonstrationszug des diesjährigen Frauenstreiks in Zürich. Aber auch in anderen Städten gab es Aktionen und Demos.

Keystone

In vielen Schweizer Städten dominierte am Montagabend violett: Frauenstreik. Schweizweit dürften sich insgesamt über 100'000 Frauen und Männer versammelt haben, um auf die immer noch nicht erfüllte Gleichberechtigung aufmerksam zu machen. «Ich hätte nie gedacht, dass ich nach 40 Jahren immer noch an Kundgebungen für die gleichen Forderungen protestieren muss», sagte beispielsweise eine Teilnehmerin an der Demonstration in Luzern.

«Nach 50 Jahren Frauenstimmrecht ist die Schweiz in Sachen Gleichberechtigung noch nicht dort, wo sie sein müsste», war frau sich auch bei der Demonstration in St.Gallen einig. In Aarau stellten die Macherinnen gleich ein eigenes Impfzentrum auf und verabreichten eine «feministische Schluckimpfung». Auch ein «Gleichstellungs-Schnelltest» war im Angebot. Es blieb an allen Orten friedlich, auch die Corona-Schutzmassnahmen wurden vergleichsweise gut eingehalten.

In der Stadt Zürich demonstrierten mehrere tausend Frauen unter anderem für Lohngerechtigkeit und Anerkennung der Care-Arbeit. Nach dem Demonstrationszug vom Limmatquai zum Helvetiaplatz feierten zahlreiche Teilnehmer noch bis tief in die Nacht.

Am meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich in der Stadt Zürich, wo bis weit in den Abend laut protestiert und gefeiert wurde. Anders als bei der Rekordausgabe von 2019 ist allerdings nicht im gleichen Ausmass mobilisiert worden: Damals versammelten sich schweizweit rund eine halbe Millionen Menschen zum wohl grössten Aktions- und Streiktag in der Geschichte des Landes. Gerade die Coronakrise habe viele Probleme aufgezeigt, waren sich die Teilnehmerinnen dieses Jahr einig: Verbesserungen forderten sie unter anderem in der Care-Arbeit, wo die Löhne immer noch zu tief seien. (mg)

Auch in Bern zog es viele Frauen auf die Strasse.

SDA