Super League
Dem FC Zürich gelingt der Befreiungsschlag – Sion vergibt Sieg in den Schlussminuten und Servette düpiert Meister YB

Der FC Zürich ist zurück auf der Siegesstrasse. Im heimischen Letzigrund bezwingen die Zürcher Lugano mit 3:0 und verschaffen sich Luft im Abstiegskampf. Weiter im Sumpf steckt der FC Sion. Die Walliser verpassen den Sieg nach Führung und spielen nur 1:1-Remis. Im Spitzenspiel setzt sich Servette gegen die Young Boys durch.

Sportredaktion
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32. Runde: 1./2. Mai

Zürich – Lugano 3:0 (1:0)

Antonio Marchesano lässt Lugano-Goalie Sebastian Osigwe keine Chance und trifft mittels Penalty zum 1:0.

Antonio Marchesano lässt Lugano-Goalie Sebastian Osigwe keine Chance und trifft mittels Penalty zum 1:0.

Keystone

(br) Der FC Zürich hat ein gutes Wochenende hinter sich: Nachdem am Samstag der FC Vaduz und der FC St. Gallen ihre Partien verloren hatten, verschaffte er sich am Tag danach mit einem diskussionslosen 3:0-Heimsieg gegen den FC Lugano Luft im Abstiegskampf. Nach zwei Penaltytoren von Antonio Marchesano - beide nach Interventionen des VAR diktiert - und einem Treffer von Blaz Kramer ging auch die Höhe des Erfolgs in Ordnung. «Es ist bei uns angekommen, um was es geht», sagte der zufriedene FCZ-Captain und Goalie Yanick Brecher, der erst in der Schlussphase etwas zu tun bekommen hatte. Die Zürcher liegen nun fünf Punkte vor Vaduz (Barrageplatz) und deren sieben vor Sion (Abstiegsplatz) auf Rang sieben. Der FC Lugano droht indes die Europacupplätze aus den Augen zu verlieren. Seine Leistung im Letzigrund war schwach und die Offensive inexistent.

Telegramm

Tore: 37. und 54. Marchesano 1:0 (Penalty) und 2:0 (Penalty), 58. Kramer 3:0.

Sion – Lausanne 1:1 (0:0)

In einem engen Duell teilen sich die beiden Westschweizer Teams die Punkte.

In einem engen Duell teilen sich die beiden Westschweizer Teams die Punkte.

Freshfocus

(swe) Für den FC Sion geht es in dieser Saison nur noch darum, die Klasse zu halten. Durch die Niederlage von Vaduz gegen Luzern bot sich den Wallisern am Sonntag die Möglichkeit, die rote Laterne an die Liechtensteiner weiter zu reichen.

Lausanne war in der Startphase das aktivere Team im Tourbillon. Doch die erste gefährliche Chance (10.) gehörte den Wallisern. Dennis Iapichino flankte in den Strafraum, Goalie Mory Diaw konnte den Ball gerade noch wegfausten und der Ball landete bei Gaëtan Karlen. Doch der Walliser verfehlte das Tor um wenige Zentimeter. Bei der Faustabwehr hat Diaw seinen Teamkollegen Mickaël Ange Nanizayamo getroffen. Dieser blieb nach dieser Aktion am Boden liegen. Die Partie musste mehrere Minuten unterbrochen werden. Für den Lausanner war das Spiel frühzeitig beendet, er musste mit der Barre vom Feld getragen werden.

Dieser Schock lähmte beide Teams, das Spiel war in der Folge zerfahren. Lausanne hatte gegen Ende der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel. Doch Sion konterte und wurde nach 39 Minuten gefährlich. Anto Grgic zog von der Strafraumgrenze ab, Diaw konnte den Ball jedoch mit den Fingerspitzen über die Latte lenken. In der 9. von 10 Minuten! Nachspielzeit zeigte der Schiedsrichter auf den Penaltypunkt. Was war passiert? Dar Ball landet im Strafraum bei Guillaume Hoarau, der legt für Karlen auf, doch dieser wird von Lausannes Moritz Jenz gefoult. Eine klare Sache. Grgic konnte die Walliser jedoch nicht in Führung schiessen, er scheiterte kläglich. So ging es mit 10 Minuten Verspätung und einem torlosen Remis in die Pause.

Viel Wind herrschte an diesem Sonntagnachmittag im Wallis. Weniger stürmisch war es hingegen auf dem Platz. Beide Mannschaften kreierten wenig Torgefahr. Wenn es mal eine nennenswerte Aktion gab, dann war es der aktive Gaëtan Karlen, der die Lausanner Hintermannschaft vor Probleme stellte. Karlen war es dann auch, der Sion in Führung schoss. Nach 67 Minuten und toller Vorarbeit durch Hoarau konnte Karlen den Schlussmann der Gäste endlich überwinden. Die Führung für das Heimteam war zu diesem Zeitpunkt verdient.

In der Folge war es ein Hin und Her. Dann die verheerende 83. Minute aus Walliser Sicht. Nach einem Freistoss kommt Jenz zum Kopfball. Der Ball landet nach einem Abpraller erneut beim Deutschen. Im zweiten Versuch macht er es besser und trifft zum Ausgleich. Sion versuchte in den Schlussminuten den Siegtreffer doch noch zu erzielen, doch es wollte nicht mehr sein. Die Walliser verpassten es somit den Abstiegsplatz zu verlassen. Neu weisen sie zwei Punkte Rückstand auf Vaduz.

Telegramm

Tore: 67. Karlen 1:0. 83. Jenz 1:1

Servette – Young Boys 2:1 (0:0)

Servette landet Coup und kann sich gegen Meister YB durchsetzen.

Servette landet Coup und kann sich gegen Meister YB durchsetzen.

Keystone

(swe) Im Spitzenspiel der Runde empfing Servette den Meister Young Boys. Beide Teams taten sich zu Beginn schwer mit dem Toreschiessen. Die Genfer hatten in einer intensiven ersten Halbzeit die etwas besseren Chancen. Im ersten Umgang fielen jedoch keine Treffer.

Das Skore eröffnete das Heimteam nach 76 Minuten. Kastriot Imeri passte auf Boubacar Fofana, der nur noch ins Tor einschieben musste. Beide waren erst zuvor eingewechselt worden. Genf gelang der Doppelschlag. Nach nur sechs Minuten erhöhten die Servettiens auf 2:0. Der ebenfalls eingewechselte Koro Kone versenkte das Leder souverän. Was für ein Händchen, dass Trainer Alain Geiger bewies. YB konnte jedoch prompt reagieren. Nicolas Moumi Ngamaleu brachte die Berner nochmals heran. Mit einem satten Schuss bezwang er den Servette-Schlussmann. Für den Ausgleich reichte es den Bernern nicht mehr. Im Gegenteil: Servette hatte die Möglichkeit mittels Penalty noch auf 3:1 zu stellen. Doch Theo Valls scheiterte in der 92. Minute an Goalie Guillaume Faivre.

Für YB ist dies die erste Niederlage in der Super League seit 21 Spielen. Servette pirscht sich damit an den FC Basel heran und hat ebenfalls 47 Punkte auf dem Konto.

Telegramm

Tore: 76. Fofana 1:0. 82. Kone 2:0. 90. Ngamaleu 2:1.

Bemerkungen: 92. Servette verschiesst einen Elfmeter durch Valls. 

Basel – St. Gallen 1:0 (0:0)

Hier rutscht Arthur Cabral noch am Ball vorbei, später zappelt der Ball aber im St. Galler Netz.

Hier rutscht Arthur Cabral noch am Ball vorbei, später zappelt der Ball aber im St. Galler Netz.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

(ewa) Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass im Basler St. Jakob-Park das letzte Mal Zuschauer zu hören waren. Und diese Ewigkeit braucht es auch, bis sie sich das erste Mal über einen Treffer freuen können. Lange zeichnet sich das Spiel gegen St. Gallen vor allem durch fehlende Highlights aus.

Dafür werden die Zweikämpfe umso intensiver geführt. Schiedsrichter Sandro Schärer lässt die Partie an der langen Leine laufen und pfeift nicht jeden Körperkontakt sofort ab. Immerhin darüber können sich die Zuschauer freuen. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte gehört den Baslern. Valentin Stocker versucht es aus der zweiten Reihe mit einem Flachschuss. Der Ball klatscht aber nur an der Aussenpfosten.

Für kurze Aufregung sorge Pajtim Kasami, der im Strafraum gefoult wird. Sandro Schärer entscheidet zurecht auf Foul und zeigt auf dem Punkt. Der Ball war aber in der Aktion davor bereits im Toraus, weswegen der VAR eingreift und der Pfiff zurückgenommen wird.

Das grosse Highlight für die Fans kommt erst in der zweiten Halbzeit. Der FCB kommt gut aus der Kabine und belohnt sich dafür in der 67. Minute. Artur Cabral behauptet den Ball auf der linke Seite. Ein einfacher Doppelpass mit Valentin Stocker reicht aus, dass Cabral vor dem St. Galler Tor auftaucht und den Ball ins lange Eck schiesst. Goalie Lawrenve Ati Zigi ist zwar noch dran, kann die Basler Führung aber nicht mehr verhindern.

Die knappe Führung hat auch bis zum Schluss bestand, weil St. Gallen nicht dazu kommt, die Angrifft konsequent zu Ende zu spielen. So bleibt der FCB auch im fünften Spiel unter Patrick Rahmen ohne Niederlage und kann seit 2017 auch wieder ein Heimspiel gegen St. Gallen gewinnen.

Telegramm

Tore: 67. Cabral 1:0 (Stocker).

Vaduz – Luzern 1:2 (1:2)

Louis Schaub, Dejan Sorgic, Ibrahima Ndiaye und Varol Tasar (v.l.n.r.) jubeln nach dem Tor zum 0:1 durch Sorgic.

Louis Schaub, Dejan Sorgic, Ibrahima Ndiaye und Varol Tasar (v.l.n.r.) jubeln nach dem Tor zum 0:1 durch Sorgic.

Martin Meienberger / Freshfocus

(jwe) Ein Start nach Mass für den FC Luzern im Ländle: Der FC Vaduz patzt in der Verteidigung und der FCL profitiert. Joël Schmied kann den Ball im eigenen Strafraum wegschlagen, lässt ihn jedoch zu Goalie Benjamin Büchel rollen. Dieser kommt gegen den schnellen FCL-Angreifer Ibrahima Ndiaye etwas zu spät, der Ball fällt Dejan Sorgic vor die Füsse, der zur Führung für Luzern einschiebt (6. Minute). Und es kommt noch besser: In der 12. Minute köpfelt FCL-Verteidiger Marco Burch einen Eckball von Louis Schaub in die Maschen. Es ist für den Obwaldner das erste Tor bei den Profis.

Der Drops gelutscht? Nein! Vaduz gelingt direkt im Gegenzug den Anschlusstreffer. Martin Frydek unterschätzt eine Flanke, die Cédric Gasser in den Rücken der Luzerner Verteidigung bringt. Dort kann Gabriel Lüchinger aus kurzer Distanz schiessen und trifft für Vaduz (13.).

Das Spiel flacht danach etwas ab, der FCL bleibt das gefährlichere Team mit mehr Aktion vor dem gegnerischen Tor. Vaduz bleibt aber aktiv: In der 37. Minute eine Schuss-Gelegenheit für Yago Gomes an der Strafraumgrenze, aber FCL-Leihspieler Jordy Wehrmann blockt mit einer Grätsche. Kurz vor der Pause versuchen es Simon Grether und dann auch noch Louis Schaub mit Schüssen aus der Distanz. Es bleibt aber zur Pause bei der 2:1-Führung für die Gäste.

Das Heimteam kommt mit Elan aus der Kabine. Klar, die Vaduzer müssen mehr machen, wenn sie noch Punkte ergattern wollen. In der 65. Minute hat Luzern eine grosse Chance auf die Vorentscheidung. Simon Grether lanciert Schaub, der Ball kommt dann via Sorgic zu Ndiaye, der völlig frei vor Vaduz-Goalie Büchel steht, aber mit seinem starken linken Fuss den Ball nicht im Tor unterbringt.

Was kommt noch vom Aufsteiger Vaduz? Das Team ist bemüht, doch es fehlt in der Offensive an der zündenden Idee. Die Defenisve der Gäste kann das Geschehen gut vom eigenen Strafraum fernhalten. Darum versucht es Cicek in der 81. Minute aus rund 16 Metern und schiesst an die Latte – Glück für Luzern, da wäre auch Goalie Marius Müller chancenlos gewesen. Der Nachschuss von Nico Hug zieht auch am Gehäuse vorbei. Der FCL taumelt und Vaduz-Aussenverteidiger Pius Dorn hat nach toller Vorlage von Cicek die nächste Chance – Müller pariert gut.

Die Mannschaft von Fabio Celestini rettet den Vorsprung über die Zeit und nimmt drei Punkte mit in die Innerschweiz. Damit beträgt der Vorsprung auf den Barrageplatz jetzt neun Punkte bei noch vier ausstehenden Spielen. Somit ist der FCL die Abstiegssorgen los. Vaduz hingegen bleibt weiter in akuter Abstiegsnot.

Telegramm

Tore: 6. Sorgic 0:1. 12. Burch 0:2. 13. Lüchinger 1:2.

Die Tabelle

31. Runde: 24./25. April

Young Boys - FC Sion 2:1 (1:1)

Der Schweizer Meister sammelt weiterhin kräftig Punkte. Jordan Siebatcheu jubelt nach dem 2:1.

Der Schweizer Meister sammelt weiterhin kräftig Punkte. Jordan Siebatcheu jubelt nach dem 2:1.

freshfocus

(gav) Gerardo Seone hält sein Kader weiterhin bei Laune. Im Vergleich zum 2:1-Sieg unter der Woche gegen den FCZ wird auf fünf Positionen gewechselt. Der Meister-Trainer schickt die jüngste YB-Startelf seit November 2017 auf den Platz. Das Durchschnittsalter beträgt etwas mehr als 23 Jahre und es werden gleich fünf Spieler von Beginn weg aufs Feld geschickt, die im eigenen Nachwuchs ausgebildet wurden.

Eine Kombination von zwei YB-Nachwuchsspielern bringt dem Heimteam in der 8. Minute die Führung. Nico Maier schickt mit seinem Pass Felix Mambimbi in die Tiefe, der erfolgreich vollendet. Die Gastgeber übernehmen das Spieldiktat und lassen den Ball in den eigenen Reihen erfolgreich zirkulieren. In den ersten 45 Minuten hat der Schweizer Meister rund 70% Ballbesitz. Dank einem stehenden Ball findet der Tabellenletzte aus Sion Zugang zur Partie. Ein Freistoss von Matteo Tosetti wird scharf in den Strafraum getreten. Dimitri Cavaré entwischt allen und drückt den Ball über die Linie. Trotz Berner Überlegenheit gehen die beiden Teams mit einem 1:1 in die Kabine.

Im zweiten Durchgang bringt YB frische Kräfte ins Spiel und zieht die Schraube nochmals etwas an. Eine Hereingabe vom eingewechselten Christian Fassnacht findet auf dem ersten Pfosten den Kopf von Jordan Siebatcheu. Der Stürmer nickt zur neuerlichen Führung ein. Erst jetzt kommen von den Sittener in der Offensive klare Torchancen. Doch sowohl der Kopfball von Roberts Uldrikis als auch derjenige von Guillaume Hoarau findet den Weg ins Tor nicht. Sion bleibt damit Tabellenletzter und drei Punkte hinter dem FC Vaduz.

Telegramm

Tore: 8. Mambimbi 1:0. 24. Cavaré 1:1. 76. Siebatcheu 2:1.

Lugano - Servette 0:1 (0:1)

Nach nur acht Minuten war für Daprelà Schluss und die Luganesi nur noch zu zehnt auf dem Feld: Schiri Cibelli zeigt die Rote Karte.

Nach nur acht Minuten war für Daprelà Schluss und die Luganesi nur noch zu zehnt auf dem Feld: Schiri Cibelli zeigt die Rote Karte.

freshfocus

(keg) Es war das Spiel des Tabellen-Dritten gegen den Tabellen-Fünften. Bereits dreimal trafen die beiden Mannschaften in dieser Saison aufeinander. Alle Partien endeten mit einem 1:1. Die Formkurve dieses Spiels sprach klar für die Gastgeber. Sie kamen mit einem Sieg über St. Gallen ins Spiel. Die Servettiens hingegen kassierten in den letzten zwei Spielen zehn Gegentore. Ihr Selbstvertrauen – angekratzt.

Doch erstens kommt anders als man denkt. Die Luganesi müssen bereits in der 8. Minute die bittere Pille schlucken. Schiedsrichter Luca Cibelli zieht Rot nach einer Aktion von Fabio Daprelà im Strafraum – der Luganesi fliegt vom Platz. Theo Valls verwertet den Penalty. 0:1 – die Lugano-Fans versuchen vor dem Stadion gute Stimmung zu verbreiten. Nun folgen für Lugano knallharte 82 Minuten in Unterzahl. Servette kommt selten übers Mittelfeld – Alain Geiger pocht bis zur Halbzeit auf Geduld.

In der Kabine überdenkt Lugano-Trainer Maurizio Jacobacci den Matchplan neu. Derweil tritt Servettes Alex Schalk zur Pause vor die Kamera und sagt: «Uns fehlt noch etwas das Vertrauen. Wir haben die letzten zwei Spiele so viele Gegentore bekommen, nun müssen wir weiter Tore schiessen.»

Das Spiel bekommt in der zweiten Halbzeit spürbar mehr Drive. Lugano legt den Vorwärtsgang ein und zielt konstant in Richtung Tor. Aber auch die Genfer scheinen wieder Vertrauen gefunden und die Geduld hinter sich gelassen zu haben. Es folgen einige gefährliche Torchancen für die Luganesi. Sie kämpfen in Unterzahl tapfer weiter. Doch zu einem Sieg reicht es nicht mehr. Servettte-Trainer Alain Geiger gewinnt mit seiner Mannschaft nach zwei Riesenklatschen mal wieder ein Spiel, küsst aus Dankbarkeit den Rasen und scheint trotzdem nicht zufrieden: Er fuchtelt mit seiner Mütze wild um sich. Vielleicht hat er sich doch mehr erhofft. Servette schliesst mit diesem Sieg zum zweitplatzierten Basel auf.

Telegramm

Tore: 9. Valls

Bemerkungen: 8. Rote Karte gegen Daprelà.

FC Luzern - FC Zürich 3:1 (1:1)

Tor in der 95. Minute: Trainer Fabio Celestini und Pascal Schürpf (Luzern) jubeln nach dem Spiel!

Tor in der 95. Minute: Trainer Fabio Celestini und Pascal Schürpf (Luzern) jubeln nach dem Spiel!

Martin Meienberger

(jwe) Der Start misslingt den Luzernern: Im Aufbau spielt Louis Schaub den Pass in die Mitte, wo Zürich-Angreifer Aiyegun Tosin in den Ball läuft, schiesst und via Pfosten das Netz zappeln lässt. Der FCL schenkt dem FCZ die frühe Führung nach drei Minuten.

Die Gäste machen danach wenig für die Offensive, das Heimteam drückt auf den Ausgleich – der in der 18. Minute Tatsache ist. Pascal Schürpf passt auf Ibrahima Ndiaye und der Senegalese trifft mit einem schönen Schuss von halblinks im Strafraum ins weite Eck.

Bis zum Pausenpfiff bleibt der FCL die bessere Mannschaft. Schaub dribbelt sich nach einer halben Stunde durch die Zürcher Verteidigung, verpasst aber den richtigen Moment für den Pass oder den Schuss. Zürich hat mit Benjamin Kololli ein gut Möglichkeit, dessen Schuss zieht aber am weiten Pfosten vorbei. Kurz vor der Pause (43.) kann Filip Ugrinic für die Luzerner eine gute Abschlussgelegenheit aus rund 16 Metern nicht nützen. Es steht 1:1 zur Pause.

Kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit wird es gefährlich im FCL-Strafraum. Alle FCZ-Angreifer verpassen aber die Flanke von Fabian Rohner. Die Zürcher mit einem guten Start nach der Pause, aber das Heimteam hält mit. Schürpf kommt in der 56. Minute nach einer Flanke von Martin Frydek zu einer Kopfballchance, nur eine Minute später zieht dieser von der Strafraumgrenze selber ab – knapp über das Tor.

Eine Viertelstunde vor Schluss sticht der FCL-Edeljoker Varol Tasar erneut. Nach einem Fehler in der Zürcher Verteidigung von Fabian Rohner steht Tasar frei vor FCZ-Goalie Yanick Brecher und trifft aus der Drehung. FCL-Trainer Fabio Celestini wechselte den Angreifer rund zehn Minuten vorher für Schaub ein. Der FC Luzern bringt die Führung danach mehrheitlich problemlos über die Zeit und Pascal Schürpf trifft vor dem Abpfiff noch ins leere Tor. Nächste wichtige drei Punkte für das Konto der Innerschweizer.

Telegramm

Tore: 3. Tosin 0:1. 18. Ndiaye 1:1. 76. Omeragic (ET) 2:1. 95. Schürpf 3:1.

FC Lausanne-Sport - FC Basel 3:3 (2:1)

Valentin Stocker (Basel) im Zweikampf mit Noah Loosli (Lausanne).

Valentin Stocker (Basel) im Zweikampf mit Noah Loosli (Lausanne).

freshfocus

(ewa) «Klar ist unser Anspruch höher, aber es waren zwei schwere Auswärtsspiele. Wir müssen uns mit dem einen Punkt zufrieden geben», sagt FCB-Goalie Heinz Lindner nach der Partie. Wie schwer das Spiel werden würde, ahnte der Österreicher wohl bereits in der ersten Minute.

Kaum hatte er sich zu Spielbeginn zwischen den Pfosten positioniert, muss er das erste Mal eingreifen. Hicham Mahou zwingt ihn nach wenigen Sekunden zur ersten Parade. Mahou ist es auch, der zehn Minuten später die Führung für Lausanne erzielt. Mit einer einfachen Körpertäuschung lässt er Timm Klose aussteigen und überwindet Lindner mit einem Flachschuss ins lange Eck.

Lausanne spielt daraufhin druckvoll weiter und erzwingt so einen Elfmeter in der 29. Minute. Abrashi behinderte Evann Guessand regelwidrig beim Abschluss, worauf Stjepan Kukuruzovic den Strafstoss unhaltbar verwandelt. Während die 100 Lausanne-Fans noch das Tor bejubeln, liegt auf einmal Stocker im anderen Strafraum am Boden und holt den Elfmeter auf der Gegenseite raus.

Arthur Cabral lässt sich das nicht nehmen und verwandelt lässig zum 1:2 Anschluss, der bis tief in den zweiten Durchgang so bleibt, weil Lausanne vorne sündigt, aber hinten dicht hält. Bis zur 76. Minute, als sich dann endlich mal eine Lücke auftut. Valentin Stocker wird geschickt und legt kurz vor dem Tor in die Mitte auf Cabral, der nur noch einschieben muss.

Das Spiel hat aber noch mehr zu bieten. Erst rettet Lindner gegen Guessand, der Ball landet aber irgendwie vor den Füssen von Nikola Boranijasevic, der in der 82. Minute das 3:2 erzielt. Und auch darauf hat der FCB in Form von Cabral und Stocker eine Antwort. Diesmal setzt Cabral aber seinen Kapitän mit Übersicht in Szene, so dass Stocker den hart erkämpften Ausgleich erzielt.

Am Ende kommt der FCB mit einem blauen Auge davon und bleibt im vierten Spiel unter Patrick Rahmen weiter ungeschlagen. Offensiv bleibt aber wie schon gegen Vaduz Luft nach oben.

Telegramm

Tore: 10. Mahou 1:0 (Boranijasevic). 29. Kukuruzovic 2:0 (Foulpenalty). 32. Cabral 2:1 (Foulpenalty). 76. Cabral 2:2 (Stocker). 82. Boranijasevic 3:2. 85. Stocker 3:3 (Cabral).

FC St. Gallen - FC Vaduz 1:0 (1:0)

Der Vaduzer Pius Dorn kämpft gegen den FC St. Gallen.

Der Vaduzer Pius Dorn kämpft gegen den FC St. Gallen.

KEYSTONE

(cbr) Spannend ist diese Begegnung alleweil. Hier der FC St. Gallen, das bis zu diesem Spieltag schwächste Team des Jahres. Dort der FC Vaduz, der sich als zweitbeste Mannschaft 2021 bis auf einen Punkt an die Ostschweizer herangekämpft hat und vom Barrageplatz weg will. Letztlich ist das Spielniveau bescheiden, die Partie lebt vor allem vom Kampf, doch das kann St. Gallen egal sein. Denn in der 26. Minute erzielt die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler den einzigen Treffer des Abends. Nach einem hohen Freistossball von Lukas Görtler in die Vaduzer Schnittstelle behindern sich Yannick Schmid und Goalie Benjamin Büchel gegenseitig. Der Ball kullert Richtung verwaistes Tor, Junior Adamu braucht nur noch einzuschieben.

Mit dem 1:0 im Rücken verlieren die St. Galler ihre Sicherheit und die Zuspiele, die Torgefahr bringen würden, misslingen zusehends. So bleiben die Vaduzer lange ein gefährlicher Gegner, der Gast aus dem Ländle drückt in der Schlussphase mit Standards natürlich auf den Ausgleich, wirkliche Chancen hat er aber nicht. Mit einer solidarischen und kämpferisch einwandfreien Teamleistung – die 100 Fans bejubeln sogar Befreiungsschläge – gelingt den St. Gallern nach acht sieglosen Auftritten in der Meisterschaft endlich wieder einmal ein Dreier, der ihnen im Abstiegskampf etwas Luft verschafft.

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Tore: 26. Adamu 1:0.

30. Runde: 21./22. April

Zürich - Young Boys 1:2 (1:2)

Nicht von Erfolg gekrönt: Die FCZ-Spieler hadern nach der Niederlage gegen Meister YB.

Nicht von Erfolg gekrönt: Die FCZ-Spieler hadern nach der Niederlage gegen Meister YB.

Ennio Leanza / Keystone

(swe) Die Zürcher Hoffnung auf Punkte gegen die Young Boys wurde bereits früh begraben. Christian Fasnacht brachte den Meister bereits nach sechs Minuten in Führung. Nach einer Flanke traf der Berner per Kopf zum 1:0. Dachte man, doch es war Unglücksrabe Hekuran Kryeziu der den Ball ins eigene Tor lenkte. Noch nicht genug der Geschenke: Die Zürcher servierten den Bernern die Tore auf dem Silbertablett. Toni Domgjoni spielte einen haarsträubenden Rückpass auf Yanick Brecher. Der FCZ-Goalie reagierte zu spät. Mambimbi schnappte sich den Ball, umspielte Brecher und schob zum 2:0 ein. Die Zürcher damit kalt geduscht.

In der 29. Minute zeigte sich der Meister für einmal fehleranfällig. Nach einem Fehlpass von Sandro Lauper lancierte der FCZ einen Konter. Blerim Dzemaili passte den Ball gekonnt Blaz Kramer zu. Sehenswert lupfte der Zürcher den Ball über Goalie David von Ballmoos. Dieses Tor brachte die Spannung im Letzigrund zurück. In der Folge erspielte sich das Heimteam mehrere Chancen. Doch ein Tor wollte vor dem Pausentee nicht mehr gelingen.

Der zweite Umgang kam nur schleppend in die Gänge. Zürich machte etwas mehr für das Spiel. Ein Aktivposten auf Seiten der Zürcher war Aiyegun Tosin. Doch gefährliche Torszenen waren Mangelware. Dann die 76. Minute: Becir Omeragic schlägt den Pass zu Dzemaili, der steht plötzlich allein vor Goalie von Ballmoos. Doch der ehemalige Nationalspieler scheitert am Berner Torwart, der mit einer starken Parade die FCZ-Chance zu Nichte machte. Die Qualität des Spiels nahm deutlich ab, zu zerfahren war die Partie inzwischen. In der Nachspielzeit brachte Omeragic den Ball nochmals in die Mitte. Tosin hatte die grosse Chance den Ausgleich doch noch zu realisieren. Doch von Ballmoos brachte gerade noch die Hand hoch und lenkt den Ball über die Latte.

Der FC Zürich verliert und ist weiter im freien Fall. Der Vorsprung auf den Barrage-Platz beträgt nur noch gerade zwei Punkte.

Telegramm

Tore: 6. Kryeziu (Eigentor) 0:1. 23. Mambimbi 0:2. 29. Kramer 1:2.

Servette - Sion 3:5 (1:1)

Die Spieler von Sion bejubeln das Tor zum 2:4.

Die Spieler von Sion bejubeln das Tor zum 2:4.

Pascal Muller/Freshfocus

(swe) Sion-Präsident Christian Constantin sprach vor einer Woche von «einem wahren Wunder». Gemeint ist die Aufholjagd in der Tabelle und das vorerst rettende Ufer – Platz 9.

Dass es für Sion ums nackte Überleben ging, war schnell ersichtlich. Die Walliser legten im Stade de Genève los wie die Feuerwehr. Mit der dritten Chance ging Sion nach sieben Minuten bereits in Führung. Guillaume Hoarau leitete eine Flanke, die im Strafraum landete, direkt weiter, Gaëtan Karlen musste den Ball nur noch einschieben. Servette hatte in der Folge mehr Spielanteile. Doch gefährliche Szenen blieben lange aus. In der 37. Minute lancierte Miroslav Stevanovic mit einem Zuckerpass Grejohn Kyei, der bediente Alex Schalk. Der Holländer schob den Ball zum 1:1 gekonnt ins Tor. Die Gegenwehr der Sittener liess dabei zu wünschen übrig. Auch Goalie Kevin Fickentscher, der die Torlinie verliess, blieb ohne Abwehrchance.

Nach der Pause fand ein regelrechtes Torfestival statt. Ein Doppelpack brachte Sion auf die vermeintliche Siegesstrasse. Erneut war es Hoarau, der die Vorlage lieferte, und wiederum traf Karlen (56.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später zappelte das Netz erneut. Nach einem Eckball von Matteo Tosetti köpfelte Birama Ndoye den Ball wuchtig ins Tor – 1:3. Doch Servette steckte nicht auf. Nach einem Eckball (62.) konnte Sion den Ball nicht klären. Wiederum war es Schalk, der den Ball über die Ziellinie beförderte.

Ein Konter der Sittener brachte die Walliser (71.) wiederum mit zwei Längen in Front. In abgezockter Manier traf Guillaume Hoarau zum 4:2. Doch wer dachte, die Genfer seien nun am Boden, der irrte. Fofana konnte für Servette nach 74 Minuten erneut verkürzen. Der Torhunger der Akteure war noch immer nicht gestillt. Es folgte ein regelrechtes Traumtor. Lubomir Tupta spielte den Ball auf die andere Spielfeldseite. Dort stand Tosetti, der 29-Jährige nahm den Ball mit der Brust an und hämmerte das Leder (82.) unter die Latte – 5:3. Eine turbulente zweite Halbzeit fand damit ein Ende. Was für ein Spiel!

Sion verkürzt damit den Rückstand in der Tabelle auf Vaduz auf drei Punkte. Servette verpasste den Sprung auf Rang zwei und verbleibt auf dem vierten Tabellenplatz.

Telegramm

Tore: 7. Karlen 0:1. 37. Schalk 1:1. 56. Karlen 1:2. 58. Ndoye 1:3. 63. Schalk 2:3. 71. Hoarau 2:4. 74. Fofana 3:4. 82. Tosetti 3:5.

Vaduz - Basel 1:1 (0:0)

Milan Gajic sicherte seinen Vaduzern mit dem Elfmeter in der 85. Minute noch einen Punkt.

Milan Gajic sicherte seinen Vaduzern mit dem Elfmeter in der 85. Minute noch einen Punkt.

Christian Merz / KEYSTONE

(sl) Als der FC Basel vor zwei Wochen im heimischen Joggeli gegen den FC Vaduz verlor, war es das Ende von Ciriaco Sforza. Seither ging es bergauf: Zwei Spiele, zwei Siege, neun Tore. Eine Entwicklung, für die es von Vaduz-Trainer Mario Frick vor dem erneuten Aufeinandertreffen sogleich ein Lob gibt. «Ihr Umschaltspiel ist ein andere Welt. Sie sind aggressiver, laufen höher an und haben eine höhere Intensität.»

Nur: Von diesem Umschaltspiel, dieser Aggressivität und Intensität des FCB ist beim Gastspiel in Vaduz lange nichts zu sehen. Vaduz präsentiert sich so, wie es sich über die ganze Rückrunde hinweg präsentiert hat: hinten kompakt und vorne mit einzelnen Nadelstichen. Ein Bollwerk, das für den FCB vor allem in der ersten Hälfte nicht zu knacken ist. Als Schiedsrichter Lukas Fähndrich nach 45 Minuten zur Pause bittet, registrieren die Statistiken keinen einzigen FCB-Torschuss. Nur einmal, nach 14 Minuten, strahlen die Gäste - zumindest im Ansatz - so etwas wie Torgefahr aus. Fabian Frei verzieht nach einem Doppelpass mit Arthur Cabral aus aussichtsreicher Position aber deutlich.

Defensiv hat der FCB den spielerisch limitierten, aber aufopferungsvoll kämpfenden Gegner weitestgehend im Griff. Doch im Gegensatz zu den Gästen schiesst der FC Vaduz aufs Tor. FCB-Torhüter Heinz Lindner pariert aber sowohl gegen Pius Dorn und vor allem gegen Linus Obexer, dem die beste Chance der ersten Hälfte gehört. Zudem wird ein Treffer des Heimteams aufgrund einer Abseitsposition richtigerweise aberkannt.

Auch in der zweiten Hälfte wird es nicht offensiv besser. Der FCB hat oft den Ball, kämpft, aber es gehen ihm Tempo und Kreativität ab. Vaduz ist weiterhin offensiv gefälliger, vergibt aber seine wenigen Chancen, etwa jene von Milan Gajic. Beim FCB dauert es ganze 72 Minuten, bis ein nennenswerter Schuss aufs Tor kommt, doch der Hackentrick von Pajtim Kasami hat zu wenig Nachdruck. Besser macht er es sechs Minuten später. Dann erkämpft sich Valentin Stocker den Ball vor dem gegnerischen Strafraum, bedient Kasami, der den FCB in Führung bringt. Nicht verdient, nicht zwingend, aber erkämpft. Der dritte Sieg im dritten Spiel unter Patrick Rahmen ist nahe, doch er kommt nicht zu Stande, weil Fabian Frei im eigenen Strafraum nicht aufpasst und einen Penalty verursacht, den Gajic in der 85. Minute zum Ausgleich verwertet. Es ist ein Ausgleich, der aufgrund der Spielverhältnisse absolut in Ordnung geht.

Telegramm

Tore: 79. Kasami 0:1 85. Gajic (Elfmeter) 1:1

Lugano - St.Gallen 2:0 (1:0)

Gut gespielt, nichts geholt: Lukas Görtler (links) und Euclides Cabral verstehen nach dem 0:2 in Lugano die Welt nicht mehr.

Gut gespielt, nichts geholt: Lukas Görtler (links) und Euclides Cabral verstehen nach dem 0:2 in Lugano die Welt nicht mehr.

Claudio De Capitani / freshfocus

(dwa) Noch bevor im Cornaredo der erste Pass gespielt ist, rutscht der FC St.Gallen auf Tabellenplatz 8 ab. Dies, weil Luzern seine Heimpartie gegen Lausanne gewinnt und an den Espen vorbeizieht. Nun droht den Ostschweizern bei einer Pleite gegen Lugano und einem gleichzeitigen Sieg von Vaduz gegen Basel sogar der Fall auf den gefürchteten Barrageplatz.

Trainer Peter Zeidler rotiert stark: Er setzt im Vergleich zur letzten Partie Stergiou, Guillemenot, Ruiz, Muheim und Duah auf die Bank. Kräfteschonen für das eminent wichtige Heimspiel gegen Vaduz am Samstag scheint angesagt. Die Partie beginnt dann mit einem Knalleffekt, der Zeidlers Pläne völlig über den Haufen wirft. Bereits nach zwei Minuten geht das Heimteam nach einer missglückten Aktion von Musah Nuhu in Führung. Torschütze: Numa Lavanchy.

Nach diesem Schock ist für die Espen vorerst Aufrappeln angesagt. Mit der Zeit haben sie sogar etwas mehr vom Spiel, während die Tessiner wie gewohnt den Beton anrühren und auf Konter lauern. Zu einer ernstzunehmenden Chance kommen die Gäste aber erst nach rund 25 Minuten – sofern man Youans Distanzversuch überhaupt als solche bezeichnen kann. Wesentlich gefährlicher fallen da die Gegenstösse der Tessiner aus, die insbesondere über die linke Angriffsseite vorgetragen werden.

In der Pause reagiert St.Gallens Cheftrainer Peter Zeidler: Er holt den schwachen Musah Nuhu genauso wie Boris Babic und Betim Fazliji vom Feld. Für sie kommen Miro Muheim, Leonidas Stergiou und Victor Ruiz. An der Spielanlage ändert dies freilich wenig: Die Tessiner wirken bei ihren wenigen Gegenstössen um einiges gefährlicher als die St.Galler. Nach 60 Minuten dann ein offensives Lebenszeichen der Ostschweizer in Form einer reellen Torchance – Görtlers Abschluss streift aber am Tor vorbei.

Die St.Galler haben nun ihre stärkste Phase und schrammen wenig später bei einem Schuss des auffälligen und engagierten Thody Elie Youan erneut nur knapp am Ausgleich vorbei. Dann kommt das, was zu befürchten gewesen war: Dem eingewechselten Leonidas Stergiou unterläuft ein Fehlpass. Joaquin Ardaiz kann alleine auf St.Gallen-Keeper Zigi losziehen und trifft sicher zum 2:0. Es ist die Vorentscheidung in einer Partie, in der von Anfang an alles gegen die Ostschweizer lief. Die Espen zeigen sich in der Defensive insbesondere in der ersten Halbzeit zu fehlerhaft, und im Angriff gelingt es ihnen praktisch nie, den Tessiner Beton zu knacken.

Nach dem 1:1 zwischen Vaduz und Basel trennt nur noch ein Punkt den achtplatzierten FC St.Gallen von den Liechtensteinern, die auf dem Barrageplatz liegen.

Telegramm

Tore: 2. Lavanchy 1:0 72. Ardaiz 2:0

Luzern - Lausanne 1:0 (0:0)

Varol Tasar machte das Beste aus seiner Zeit auf dem Feld und besorgte das späte Siegtor.

Varol Tasar machte das Beste aus seiner Zeit auf dem Feld und besorgte das späte Siegtor.

Urs Flueeler / KEYSTONE

(jwe) In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit hat der FC Luzern etwas mehr Spielanteile und erspielt sich in der achten Minute die erste gute Chance. Pascal Schürpf spielt im Strafraum auf Dejan Sorgic, der als Captain nach seiner Verletzung zurück in der Startelf ist. Der beste FCL-Torschütze bringt den Ball auf das Tor, wo Lausanne-Goalie Mory Diaw abwehren kann. Ibrahima Ndiaye kann den Abpraller auch nicht verwerten.

Es ist eine von Taktik geprägte Partie ohne viele Höhepunkte. Nach knapp 35. Minuten zeigt Marius Müller gegen einen guten Schuss von Lausanne-Angreifer Hicham Mahou eine gute Parade und lenkt den Versuch an den Pfosten. Kurz vor der Pause noch ein letzter Aufreger: Lausanne-Stürmer Jonathan Bolingi verpasst eine Flanke und FCL-Keeper Müller schnappt sich den Ball. 0:0 zur Pause in der Swissporarena. Lausanne versucht es gegen gut organisierte Luzerner oft mit schnellen Gegenstössen über die Flügel. Da muss die Mannschaft von Fabio Celestini wachsam sein.

Das Heimteam kommt besser aus den Kabinen. In der 50. Minute tankt sich Sorgic im Strafraum gegen einen Verteidiger durch. Der Ball fliegt Ndiaye vor die Füsse, der direkt schiesst – Diaw kann mit einer Hand abwehren. Nur kurze Zeit später eine Überzahlsituation für Louis Schaub, Sorgic und Schürpf, der den Ball serviert bekommt, aber von halblinks mit seinem Schuss nur das Aussennetz trifft – Druckphase der Luzerner.

Die Gäste fangen sich nach 65 Minuten wieder etwas. Das Spiel nun klar unterhaltsamer als in der ersten Halbzeit. Lausanne mit einem Kopfball-Versuch von Bolingi, der Ball fliegt aber am Tor vorbei. Nach 70 Minuten die nächste und letzte Chance für Sorgic – Schürpf mit der scharfen Hereingabe in den Rücken der Verteidigung, wo der FCL-Captain frei steht, aber den Fuss nicht mehr konsequent an den Ball bringt.

Nach dieser Aktion bringt Celestini Varol Tasar und Lorik Emini für Sorgic und Jordy Wehrmann. Der FCL wird wieder stärker, drückt erneut auf den Führungstreffer. Tasar bringt sich mit einem seiner starken Distanzschüsse ein, Diaw kann nur zur Seite abwehren. In der 75. Minute ein gefährlicher Gegenstoss der Gäste über die rechte Angriffsseite: Die Flanke findet den eingewechselten Evann Geussand, der den Ball knapp über die Querlatte köpft.

Der FC Luzern in den Schlussminuten mit einem super Angriff. Schürpf mit einem Traumpass auf Tasar, der den Ball an Lausanne-Goalie Diaw vorbei ins Tor lupft. Das Heimteam belohnt sich mit drei Punkten.

Telegramm

Tore: 90. Tasar 1:0

29. Runde: 17./18. April

Young Boys – Lugano 3:0 (1:0)

YB's Jean-Pierre Nsame (Mitte) schoss alle drei Tore für YB.

YB's Jean-Pierre Nsame (Mitte) schoss alle drei Tore für YB.

Keystone

(swe) Sieben Runden vor Schluss machen die Young Boys den Sack zu. Die Berner schlagen Lugano mit 3:0 und feiern zum vierten Mal in Folge und zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte den Schweizer Fussballmeister-Titel.

Die Partie im Wankdorf begann mit einer Chance (7.) für Lugano. Nach einer schön herauskombinierten Ballstafette landete der Ball bei Jonathan Sabbatini. Der Luganesi lief alleine Richtung YB-Tor und zog an der Strafraumgrenze ab. Sein Schuss war jedoch zu zentral platziert, Goalie David von Ballmoos parierte ohne Mühe. In der Folge kontrollierte der designierte Meister das Spielgeschehen. Gefährlich wurde es das erste Mal jedoch erst in der 33. Minute. Nach einem Freistoss musste Goalie Sebastian Osigwe das erste Mal eingreifen. Auffällig in der ersten Halbzeit: YB konnte gleich mehrere Freistösse treten.

Kurze Zeit später war es dann soweit. Der Ball wird zur Mitte geflankt und landet bei Jean-Pierre Nsame, der YB-Stürmer trifft ohne Bedrängnis zur Führung (39.). Mickael Facchinetti kann den Ball nicht klären.

Nach der Pause drückte das Heimteam auf das zweite Tor. Dieses schien in der 56. Minute auch gefallen zu sein. Nach einer Flanke von Nicolas Ngamaleu stieg Nsame am höchsten und nickte zum 2:0 ein. Doch Schiedsrichter Urs Schnyder sah sich die Szene nochmals an und sah ein Abstützen des YB-Stürmers.

Bis zum zweiten Tor mussten sich die Gelb-Schwarzen noch etwas gedulden. Nach einem Ballverlust der Tessiner (68.) kombinierten sich die Berner in den Sechzehner. Ngamaleu bediente Nsame, dieser stand völlig frei und konnte unbedrängt zum 2:0 einnetzen. Die Entscheidung. Nur wenig später brachten sich die Luganesi selbst um einen möglichen Lohn. Mijat Maric hielt Cédric Zesiger fest – Penalty. Nsame liess Osigwe keine Chance. Der 27-jährige Kamerun-Franzose schnürte einen Dreierpack. YB hätte längst höher führen müssen, doch die Effizienz liess zu Wünschen übrig. Den Bernern wars egal. Wenig später war Schluss, die Feierlichkeiten konnten beginnen.

Telegramm

Tore: 39. Nsame 1:0. 68. Nsame 2:0. 76. Nsame 3:0.

Bemerkungen: 56. aberkanntes Tor für YB.

Lausanne – Vaduz 2:1 (0:1)

Die beiden Torschützen in einem Bild: Jonathan Bolingi (links) und Lucas Da Cunha drehen die Partie gegen Vaduz.

Die beiden Torschützen in einem Bild: Jonathan Bolingi (links) und Lucas Da Cunha drehen die Partie gegen Vaduz.

Pascal Muller / Freshfocus

(frh) Der FC Vaduz ist in Form – und hat die Chance, den Barregeplatz mit einem Sieg im Stade de la Tuilière zu verlassen. Das merkt man dem Spiel der Gäste zu Beginn allerdings nicht an. Lausanne hingegen gefällt durch Kurzpasspassagen und gibt in der Startphase den Ton an.

Die Vaduzer operieren häufig über lange Bälle, die nur selten einen Abnehmer finden. Offensiv strahlen die Liechtensteiner wenig Torgefahr aus, defensiv aber steht das Team von Mario Frick durchaus solide.

In der 22. Minute hat Lausanne-Sport dann die bislang beste Möglichkeit, als ein Freistoss vom Cameron Puertas nur ganz knapp übers Tornetz zischt. Standardsituationen beherrschen sie aber auch bei den Vaduzern. Nur wenig später kommt Yannick Schmied nach einem Eckball von links frei zum Kopfball, den Mory Diaw mit den Fingerspitzen über die Latte lenkt. Spätestens jetzt sind auch die Liechtensteiner in dieser Partie angekommen.

Dann wird es turbulent: Milan Gajic wird im Strafraum gelegt, der Gefoulte tritt selbst an – und verschiesst. Diaw fängt den schwach getretenen Penalty ohne Probleme. Doch der Lausanne-Keeper bewegt sich zu früh von der Linie weg. So muss der Strafstoss wiederholt werden. Dieses Mal macht es Gajic besser, zielt genau in die Mitte, Diaw entscheidet sich für die linke Ecke. 1:0 für den Gast, mit diesem Resultat geht es in die Pause.

Gerade einmal fünf Minuten braucht Lausanne-Sport, um das Spiel im zweiten Umgang auf den Kopf zu stellen. Erst trifft Lucas Da Cunha nach einer sehenswerten Ballstafette zum Ausgleich, dann schlägt Per-Egil Flo in der 58. Minute einen unwiderstehlichen Ball aus der eigenen Platzhälfte auf den einlaufenden Jonathan Bolingi, der an Vaduz-Keeper Büchel vorbei zum 2:1 vollendet.

Die Gäste aus dem Ländle sind keineswegs geschockt und suchen ihr Glück weiter in der Offensive. Doch die Lausanner Abwehrrecken köpfen die Flanken konsequent weg und gehen resolut zur Sache. In der 85. Minute kommt Cicek dem Ausgleich nahe, Diaw aber ist zur Stelle und entschärft den Schuss, der aus einem Eckball resultiert.

Wenig später trumpft der Lausanner Keeper dann ganz gross auf. Innert Sekunden rettet er erst gegen Sutter und wirft sich im Anschluss furchtlos in den Abpraller von Cicek. Und als wäre das nicht genug, wehrt der Franzose auch einen scharf geschossenen Freistoss von Gajic zur Seite ab. Die Westschweizer sind nun punktgleich mit dem FC Lugano auf Rang vier, Vaduz verpasst den Befreiungsschlag.

Telegramm

Tore: 34. Gajic (Elfmeter) 0:1 53. Da Cunha 1:1 58. Bolingi 2:1

Bemerkungen: 34. Gajic verschiesst Penalty, der im Anschluss wiederholt werden muss. 

Basel – Servette 5:0 (3:0)

Der FCB feiert gegen Servette einen ungefährdeten 5:0-Kantersieg und ist neu Zweiter.

Der FCB feiert gegen Servette einen ungefährdeten 5:0-Kantersieg und ist neu Zweiter.

Andy Mueller / Freshfocus

(sle) Wer beim Spiel zwischen dem FC Basel und Servette die ersten zehn Minuten verschläft, verpasst sogleich die Vorentscheidung. Denn während das Heimteam einen Start nach Mass erwischt, befinden sich die Gäste wohl noch gedanklich im Teambus. Bereits nach zwei Minuten stürmt Darian Males erstmals davon und wird von Nicolas Vouilloz ungestüm zu Fall gebracht. Schiedsrichter Sandro Schärer, der erst noch kein Foul gesehen haben will, muss nach Konsultation der Fernsehbilder seine Entscheidung revidieren. Fabian Frei sorgt mit einem präzisen Penalty dafür, dass die Partie sich für den FCB in die richtige Richtung bewegt. Nur drei Zeigerumdrehungen später geht es den Genfern erneut zu schnell. Pajtim Kasami versenkt einen Vorstoss über Ricky van Wolfswinkel und Edon Zhegrova mutterseelenallein zum zweiten Treffer. Und dass die Genfer gedanklich überall, aber nicht im Joggeli sind, beweist Torhüter Jérémy Frick nach neun Minuten. Nach einem harmlosen Pass lässt er sich dilettantisch von van Wolfswinkel den Ball abluchsen. Ohne Torhüter und ohne Druck lässt der sich nicht zwei Mal bitten und bringt den FCB definitiv auf die Siegesstrasse.

Danach lässt der FCB die Gäste mal zur Ruhe kommen, steht hinten aber sicher und kompakt. Servette-Captain Anthony Sauthier setzt der völlig verkorksten Halbzeit die Krönung auf, indem er nach 34 Minuten Males mit gestrecktem Bein von den Beinen holt und direkt vom Platz fliegt. Eine harte, wenn auch vertretbare Entscheidung. Kurioserweise ist der Platzverweis genau das, was die drei Gegentreffer zu Beginn nicht waren: ein Weckruf. Denn in Unterzahl kommen die Genfer zu ihren beiden besten Chancen, doch zwei Mal pariert Heinz Lindner gegen Boubacar Fofana und Kastriot Imeri glänzend. Es sind die zwei einzigen Servette-Torschüsse - in der ersten Halbzeit und im ganzen Spiel.

Nach der Pause nimmt der FCB wieder an Fahrt auf, erspielt sich Chancen um Chancen, und vergibt immer wieder. Allein der zur Halbzeit eingewechselte Aldo Kalulu müsste gleich drei Mal das vierte Tor erzielen, auch van Wolfswinkel und Males scheitern aus bester Position an Torhüter Frick, der trotz seines Katastrophenfehlers in der ersten Halbzeit der beste Gast in Basel ist. Dass trotzdem noch Tore fallen, liegt an Afimico Pululu. Der 22-Jährige, der aufgrund einer Verletzung letztmals im Februar auf dem Platz stand, holt in der 86. Minute zuerst einen Penalty heraus, versenkt diesen zum 4:0 und erzielt nur eine Minute später mit einem gefühlvollen Heber das 5:0. Es ist das Endresultat einer einseitigen Partie.

Zwei Spiele, zwei Siege, neun erzielte Treffer - Patrick Rahmen feiert dank dem Erfolg bei seinem Heimdebüt einen Traumstart als Interimstrainer des FCB. Dank dem Kantersieg überholt dieser in der Tabelle Servette und Lugano und grüsst wieder von Rang Zwei. Weiter rauf geht es auch mathematisch nicht mehr.

Telegramm

Tore: 3. Frei (Penalty) 1:0, 6. Kasami 2:0, 9. van Wolfswinkel 3:0, 86. Pululu (Penalty) 4:0, 87. Pululu 5:0

Bemerkungen: 34. Rote Karte gegen Sauthier. 

St.Gallen – Luzern 0:0

Zähes Ringen um den Ball: Sowohl St.Gallen als auch Luzern merkte man an die Anspannung im Abstiegskampf an.

Zähes Ringen um den Ball: Sowohl St.Gallen als auch Luzern merkte man an die Anspannung im Abstiegskampf an.

Claudio Thoma / freshfocus

(pl) Es ist sofort ersichtlich, dass für die beiden Mannschaften viel auf dem Spiel steht. Sowohl St.Gallen als auch Luzern kämpfen gegen den Fall auf den Barrageplatz.

So ist die Begegnung im Kybunpark von Vorsicht geprägt. Auch St.Gallen stürmt nicht an wie gewohnt. Trotzdem sind es die Ostschweizer, die mehr vom Spiel haben, zudem klären sie die wenigen Nadelstiche der Gäste gut.

Luzern konzentriert sich darauf, keine Fehler zu begehen. Defensiv schliesst es die Räume vor allem im Zentrum gut, St.Gallen findet kaum eine Lücke. In der 24. Minute klärt Goalie Marius Müller gut gegen Jordi Quintillà, der Nachschuss von Victor Ruiz ist zu hoch. In der 38. Minute ist Luzern dann im Pech, als ein Weitschuss von Martin Frydek nur an die Latte geht.

Nach der Pause ist das Spiel etwas unterhaltsamer, St.Gallen wirkt nun mutiger, Luzern nicht mehr so passiv wie vor der Pause. In der 75. Minute erspielen sich die Gastgeber dann eine gute Chance: Doch Junior Adamu scheitert an Müller, ehe Kwadwo Duah den Ball aus guter Position über das Tor setzt.

In der Nachspielzeit hat Varol Tasar den Matchball auf dem Fuss. Doch der Luzerner scheitert am stark parierenden St.Galler Torhüter Lawrence Ati Zigi. Das Unentschieden geht in Ordnung, ist für beide Teams aber zu wenig, um einmal tief durchzuatmen. Am Sonntag gastiert Vaduz in Lausanne.

Telegramm

Tore: keine

Sion – Zürich 2:2 (1:1)

Guillaume Hoarau trifft zum ersten Mal im Trikot des FC Sion, verpasst aber den dringend benötigten Sieg mit seiner Mannschaft.

Guillaume Hoarau trifft zum ersten Mal im Trikot des FC Sion, verpasst aber den dringend benötigten Sieg mit seiner Mannschaft.

Pascal Muller / Freshfocus

(frh) Krisenduell im Stade de Tourbillon: Tabellenschlusslicht Sion (sechs Punkte Rückstand auf den Neunten FC Vaduz) empfängt den FC Zürich, den vor dem 29. Spieltag lediglich zwei Punkte vom Relegationsplatz trennen.

Von Anfang an merkt man dem FC Sion an, dass er gewillt ist, auf drei Punkte zu spielen. Etwas anderes bleibt dem Tabellenletzten angesichts der prekären Lage auch kaum übrig. Die Walliser machen Druck und suchen ihr Glück in der Offensive mit dem in dieser Saison bislang enttäuschenden Guillaume Hoarau in der Startelf. In der 4. Minute fliegt eine Flanke von Tosetti auf den Kopf des Stürmers, Hoarau aber zielt noch zu ungenau.

Doch auch der FC Zürich setzt in der Anfangsphase erste Nadelstiche und kommt dann und wann gefährlich vors Tor der Hausherren. In der 8. Minute wird eine Hereingabe Marchesanos vom Sittener Zock unglücklich abgefälscht, Fickentscher kann in höchster Not klären.

In der 14. Minute ist der Sion-Schlussmann jedoch machtlos: Nachdem Taylor sich den Ball von Doumbia äusserst fahrlässig vom Fuss spitzeln lässt, landet das Spielgerät irgendwie bi Aiyegun Tosin, dessen Schuss unhaltbar für Fickentscher abgelenkt wird. 1:0 für den Gast. Früh also beruhigen die Zürcher Spieler die Nerven ihres Präsidenten Canepa, der ins Wallis mitgereist ist und pfeiferauchend auf der Tribüne sitzt.

Dann setzt sich auch FCZ-Goalie Brecher erstmals in Szene. Zwei komplizierte Schüsse von Tupta pariert Brecher glänzend und bewahrt seine Mannschaft vor dem Ausgleich. Sion aber lässt Effizienz vermissen, wiederum Tupta dribbelt sich auf der linken Seite herrlich durch und legt ab auf Karlen, der den Ball am beinahe verwaisten Tor vorbeischiesst.

Doch im Anschluss belohnen sich die nun immer aktiveren Sittener endlich. In der 41. Minute zieht Iapichino eine Flanke auf den Kopf von Hoarau, der zum 1:1 und seinem ersten Super-League-Treffer für Sion vollendet. Mit diesem Resultat geht es in die Halbzeitpause.

Im zweiten Umgang machen die Hausherren da weiter, wo sie aufgehört haben. Nach einer abermaligen Flanke schraubt sich Araz in die Höhe, scheitert erst an Brecher, verwertet den Abpraller aber im zweiten Versuch zur erstmaligen Führung.

In der Folge verwalten die Walliser den Vorsprung leidenschaftlich, lassen sich gegen Schluss aber zu weit hinten reindrücken. Das wird in der 85. Minute bestraft, als der eingewechselte FCZ-Linksverteidiger Rohner Theler im Strafraum schlecht aussehen lässt und wuchtig zum 2:2 abschliesst. Und beinahe hätten sich die Gäste danach noch mit dem Vollerfolg belohnt, doch Kramer bringt den Ball nach einer Hereingabe von rechts nicht im Tor unter. So bleibt es beim leistungsgerechten Unentschieden, mit dem die Zürcher unter dem Strich besser leben können.

Telegramm

Tore: 14. Tosin 0:1 41. Hoarau 1:1 52. Araz 2:1 85. Rohner 2:2

28. Runde: 10./11. April

Vaduz – Sion 3:0 (0:0)

Pius Dorn (links, Vaduz) holt gegen Sittens Ayoub Abdellaoui einen Freistoss heraus.

Pius Dorn (links, Vaduz) holt gegen Sittens Ayoub Abdellaoui einen Freistoss heraus.

Freshfocus

(br) Eine rabenschwarze Schlussviertelstunde des FC Sion führt dazu, dass sich die Walliser acht Runden vor Schluss in akuter Abstiegsgefahr befinden. Die 0:3-Niederlage gegen Vaduz im Rheinparkstadion bedeutet, dass der FC Sion mit sechs Punkten Rückstand auf die Liechtensteiner und den FC Luzern am Tabellenende liegt. Die Tore für die effizienten Gastgeber erzielten Lüchinger (75.) und Djokic (79./84.). Dazwischen hatte Sittens Brasilianer Baltazar die gelb-rote Karte gesehen,

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Tore: 75. Lüchinger 1:0. 79./84. Djokic 2:0 und 3:0.

Bemerkungen: 78. Gelbrote Karte Baltazar (Sion).

Zürich – Servette 1:2 (0:0)

Kastriot Imeri (Mitte) jubelt nach seinem Kunstschuss über das zweite Tor für Servette.


Kastriot Imeri (Mitte) jubelt nach seinem Kunstschuss über das zweite Tor für Servette.

Claudio Thoma / Freshfocus

(sim) Servette hat den zweiten Platz in der Super League nach einer Nacht wieder zurückerobert. Die Genfer gewinnen im Letzigrund beim FC Zürich 2:1 und haben nun 41 Punkte auf dem Konto.

Der Sieg der Equipe von Alain Geiger ist verdient, zumal Servette über weite Strecken mehr vom Spiel hatte. Wäre Alex Schalk nach einer halben Stunde nicht um Millimeter im Abseits gestanden, wären die Genfer früher in Führung gegangen. So musste der Stürmer aber bis kurz nach der Pause auf seinen Treffer warten, als er eine Vorlage von Theo Valls kaltblütig verwertete. Auf Seiten der Zürcher hatten Aiyegun Tosin und Assane Ceesay die besten Möglichkeiten, wobei vor allem beim Kopfball von letzterem nur wenig für ein Zürcher Erfolgserlebnis fehlte.

Für die Vorentscheidung sorgte dann ein Kunstschuss. Kastriot Imeri schloss in der 70. Minute einen von Goalie Jeremy Frick eingeleiteten Konter mit einem Schlenzer aus 25 Metern ab. Der FCZ kam zwar fünf Minuten vor Schluss durch Marco Schönbächler noch einmal heran, richtig gefährlich wurde es vor Frick indes nicht mehr. Im Gegenteil: In den Schlusssekunden vergab Koro Koné bei einem Konter das dritte Genfer Tor kläglich.

Für den FCZ könnte es eine folgenschwere Niederlage sein. Die Zürcher liegen nun bereits sechs Punkte hinter den Europacup-Plätzen.

Telegramm

Tore: 47. Schalk 0:1. 70. Imeri 0:2. 85. Schönbächler 1:2.

Bemerkungen:

Young Boys – St. Gallen 2:0 (0:0)

YBs Jean-Pierre Nsame erzielt das Tor zum 2:0 gegen Goalie Lawrence Ati Zigi.

YBs Jean-Pierre Nsame erzielt das Tor zum 2:0 gegen Goalie Lawrence Ati Zigi.

Urs Lindt / Freshfocus

(dwa) Wenn St. Gallen und YB aufeinandertreffen, sind Dramatik, Spektakel und meistens auch viele Tore angesagt. Die neueste Auflage der Affiche kann mit den letzten Partien aber nicht mithalten. Die beiden Defensivreihen haben vieles im Griff, und in der Offensive agieren sowohl das Heimteam als auch die Gäste meistens zu fehlerhaft. Die Folge: Bloss eine Handvoll richtig gute Chancen und zwei Tore. Sie fallen für das Heimteam.

Ohne den gesperrten Captain Jordi Quintillà gelingt es den Ostschweizern nicht, den Schwung aus dem Cup-Achtelfinalsieg gegen denselben Gegner mitzunehmen. Die Espen sind in der ersten Halbzeit zwar ebenbürtig. Im zweiten Umgang zeigt sich der designierte Meister aber kaltschnäuziger als die Gäste. Christopher Martins per Kopf nach einem Corner und Topskorer Jean-Pierre Nsame aus kurzer Distanz erzielen die beiden Tore fürs Heimteam. Auf St. Galler Seite kommen Guillemenot und Adamu aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, ihre Versuche können aber in extremis zu Cornern abgewehrt werden.

Durch den 3:0-Heimsieg des FC Vaduz gegen Sion beträgt der Vorsprung der Ostschweizer auf den Barrageplatz nur noch einen Punkt. Zu einem kapitalen Spiel kommt es am Samstag in einer Woche: Die siebtplatzierten St. Galler empfangen dann den achtplatzierten, ebenfalls akut barragegefährdeten FC Luzern.

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Tore: 62. Martins 1:0, 83. Nsame 2:0

Bemerkungen: St.Gallen ohne den gesperrten Captain Quintillà.

Luzern – Basel 3:4 (1:3)

Arthur Cabral (vorne) vom FCB feiert sein Tor zum 3:4 für Basel in der Nachspielzeit.

Arthur Cabral (vorne) vom FCB feiert sein Tor zum 3:4 für Basel in der Nachspielzeit.

Keystone

(jwe) Der FC Luzern stellt seine taktische Aufstellung um: Trainer Fabio Celestini lässt eine Dreierkette spielen. Der Plan scheint aufzugehen, weil Louis Schaub auf Vorlage von Ibrahima Ndiaye mit einem schönen Schuss zur frühen FCL-Führung trifft (3.) Celestinis Team drückt in der Folge weiter, bekommt dann aber nach der ersten offensiven Aktion der Gäste den Ausgleich (14.) – Darian Males trifft auf Vorlage von Valentin Stocker, der einen weiten Ball von Fabian Frei per Kopf weiterleitet.

Das Heimteam verliert danach komplett die Ordnung, es spielt nur noch Basel. Edon Zhegrova trifft zweimal (18./22.), und der FC Basel übernimmt das Spieldiktat, lässt den Ball und Gegner laufen. Der FCL rettet sich in die Pause und kann froh sein, dass der Rückstand nicht noch grösser ist.

FCL-Trainer Celestini passt sein System nach der Pause an und setzt in der Defensive wieder auf die Viererkette. Der Start in die zweite Halbzeit verläuft für den FCL eigentlich wieder ideal: Zuerst vergibt Cabral eine gute Torchance, danach entscheidet Schiedsrichter Feday San vor dem anderen Tor nach einem Foul von Raoul Petretta an Filip Ugrinic auf Penalty. Pascal Schürpf läuft an, zielt in die Mitte und sieht seinen Versuch vom Fuss des FCB-Goalies Heinz Lindner abgewehrt. In der 64. Minute kommt dann der Anschlusstreffer für das Heimteam: Zhegrova verliert den Ball an Ugrinic, der eingewechselte Varol Tasar reagiert gut und steckt zu Torschütze Ndiaye durch.

Die Luzerner rennen ein weiteres Mal in dieser Saison in der Schlussphase an, um noch Punkte zu ergattern. Tatsächlich gelingt noch der Ausgleich: Louis Schaub trifft per Penalty (83.). Schiedsrichter San entscheidet nach Videostudium auf Handspiel vom eingewechselten Pajtim Kasami im FCB-Strafraum. Und dann läuft bereits die Nachspielzeit als der FC Basel diese Partie doch noch für sich entscheidet: Arthur Cabral heisst der Torschütze per Kopf nach einer Flanke von Petretta.

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Tore: 3. Schaub 1:0. 14. Males 1:1. 18. Zhegrova 1:2. 22. Zhegrova 1:3. 64. N'Diaye 2:3. 83. Schaub 3:3. 90. Arthur Cabral 3:4.

Bemerkungen: 51. Schürpf verschiesst Elfmeter.

Lugano – Lausanne 1:0 (1:0)

Mijat Maric jubelt nach seinem Tor zum 1:0 gegen Lausanne-Sport.

Mijat Maric jubelt nach seinem Tor zum 1:0 gegen Lausanne-Sport.

Freshfocus

(swe) Im Verfolgerduell und Spitzenspiel der Runde gastierte Lausanne-Sport in Lugano. Beiden Teams bot sich die Gelegenheit auf Rang zwei vorzurücken.

Die Partie im Tessin beginnt animiert. Gefährliche Torszenen bleiben jedoch noch Mangelware in der Startphase. Nach einem Eckball (17.), getreten von Reto Ziegler, landet der Ball bei Mijat Maric, der frei steht und eiskalt verwandelt - 1:0 für Lugano. In der Folge neutralisierten sich die Teams, die Partie flachte gegen Ende des ersten Umgangs deutlich ab.

Die erste nennenswerte Szene in der zweiten Halbzeit ereignet sich nach 55 Minuten. Cameron Puertas spielt quer durch den Strafraum, dort steht Toichi Suzuki, der zum Schuss ansetzt. Doch dieser wird geblockt, aber noch nicht abschliessend geklärt. Auch Mickael Facchinetti kommt zum Abschluss. Der Ausgleich will jedoch nicht gelingen. Goalie Sebastian Osigwe lässt sich nicht düpieren. Lausanne hat die besseren Chancen, verpasst aber den Ausgleich mehrmals.

In der 74. Minute prallt der Ball von Osigwe vor die Füsse von Suzuki, doch der Japaner kann einmal mehr nicht profitieren. Auch Evann Guessand kommt im Anschluss aus aussichtsreicher Position noch zum Abschluss. Doch an Osigwe gibt es kein Vorbeikommen. Olingi Mpangi, scheitert (79.) mit einem Kopfball am Pfosten. So bleibt es beim glücklichen Sieg für die Luganesi. Die Tessiner holen drei Punkte und rücken vorübergehend auf Rang zwei vor. Derweil Lausanne sich nach hinten orientieren muss.

Telegramm

Tor: 17. Maric 1:0.

Bemerkungen: 79. Pfostenkopfball durch Mpangi.

Die Tabelle

27. Runde 3. - 5. April 2021

Basel - Vaduz 1:2 (0:1)

Vaduz bejubelt den Siegtreffer in der letzten Minute.

Vaduz bejubelt den Siegtreffer in der letzten Minute.

Claudio Thoma / Freshfocus

(ewa) Lange Gesichter beim FC Basel, Feierlaune beim FC Vaduz. In der allerletzten Minute schockt das Schlusslicht der Super League den FCB. In der dritten Minute der Nachspielzeit steigt Yannick Schmid nach einer Ecke höher als sein Gegenspieler Ricky van Wolfswinkel. Heinz Lindner ist zwar noch dran, kann den Ball aber nicht mehr abwehren. Kurz danach ist Schluss. Vaduz gewinnt mit 2:1.

Bereits in der ersten Halbzeit gehen die Liechtensteiner das erste Mal in Führung. Auch dieses Tor fällt nach einer Ecke. Joël Schmied steigt in der 37. Minute in die Luft. Den nächsten rotblauen Gegenspieler sucht man vergeblich. Völlig unbedrängt kann er per Kopf die Führung erzielen. Es ist die erste Chance der bis dahin harmlosen Gäste. Das Spiel war bis dahin vor allem durch Zweikämpfe und Emotionen geprägt. Die grösste Basler Chance vergibt bis dahin Aldo Kalulu. Eigentlich war Torwart Büchel schon geschlagen. Kalulu bekommt den Ball jedoch nicht am letzten Verteidiger vorbei.

Erst in der zweiten Halbzeit dreht der FC Basel auf und investiert mehr nach vorne. Eine starke Druckphase vergoldet sich die Mannschaft von Ciriaco Sforza in der 56. Minute schliesslich mit einem Tor, auch wenn sie dieses nicht selbst erzielen. Bei einer flachen Hereingabe von Petretta steht Valentin Stocker, der in dem Match überraschend wieder die Kapitänsbinde trägt, frei zum einschieben. Denis Simani greift zwar ein, befördert den Ball dann aber ins eigene Tor. Glück für die Basler. Dass die Entscheidung am Ende nicht früher fällt liegt vor allem am starken Heinz Lindner, der dreimal die erneute Gästeführung verhindert. In der Nachspielzeit muss er schliesslich hinter sich greifen, während die euphorisierten Liechtensteiner ihren Sieg feiern. Dieser war am Ende denn auch durchaus verdient.

Telegramm

Tore: 37. Schmied 0:1 (Gajic). 56. Eigentor Simani (Stocker) 1:1. 93. Schmied 1:2 (Gajic).

Sion - Young Boys 0:3 (0:0)

Jean-Pierre Nsamé erlöste die Berner in der 86. Minute mit seinem wuchtigen Schuss in die kurze Ecke.

Jean-Pierre Nsamé erlöste die Berner in der 86. Minute mit seinem wuchtigen Schuss in die kurze Ecke.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

(frh) 0:3 zeigt die Anzeigetafel um kurz vor 18 Uhr im Stade de Tourbillon zu Sion. Ein 0:3 gegen den Tabellenführer YB, mit welchem die Sittener seit nunmehr 19 Spielen ohne Sieg gegen die Berner bleiben. Diese unrühmliche Bilanz aber dürfte für den neuen Trainer Marco Walker und seine Spieler nur von marginalem Interesse sein – schliesslich geht in Sion die Abstiegsangst um. Holt der FC Vaduz am Ostermontag gegen Basel mindestens einen Punkt, sind die Walliser neues Schlusslicht der Super League.

Von Anfang an dominieren die Young Boys, bei denen einige Stammspieler gar nicht erst ins Wallis mitgereist sind, die Partie. In der 16. Minute hat Meschack Elia die erste grosse Chance des Nachmittags, als seine Hereingabe von links von Sion-Verteidiger Ndoye gefährlich am Sittener Gehäuse vorbei gelenkt wird. Nur wenige Sekunden später rettet Sions Keeper Timothy Fayulu sehenswert gegen Jean-Pierre Nsamé.

Das Spiel, es entwickelt sich nur in eine Richtung. Wenn einmal Gefahr für das Tor von David von Ballmoos entsteht, dann, weil sich der Berner Keeper zu aufreizend lässigen Abspielen im eigenen Strafraum hinreissen lässt. Weil Fayulu in der 35. Minute noch einmal magistral gegen Christian Fassnacht hält, geht es dennoch mit einem 0:0 in die Pause.

Zu Beginn des zweiten Umgangs wäre die Berner Fahrlässigkeit im Umgang mit den eigenen Möglichkeiten beinahe bestraft worden, als Araz plötzlich frei zum Schuss kommt, doch von Ballmoos und Aebischer können gemeinsam klären. Nach dieser Episode, die nicht so recht zum restlichen Spielgeschehen passen mag, übernimmt YB wieder die Kontrolle, erspielt sich Chancen, ist in den entscheidenden Momenten aber nicht zwingend genug.

Kurz vor Ende schliesslich bricht der Sittener Widerstand dann doch. In der 86. Minute wird Torjäger Nsamé links im Strafraum sträflich alleingelassen, der nutzt seine Freiheiten und vollendet wuchtig zur Führung. Vier Minuten später ist es wieder Nsamé, der von seinem Gegenspieler strafstosswürdig gefoult wird. Marvin Spielmann übernimmt die Verantwortung und erhöht mit seinem Elfmeter auf 2:0. Die letzte Aktion des Nachmittags gehört Moumi Ngamaleu, der einen Konter in die weite Ecke zum Schlussresultat von 3:0 abschliesst.

Während YB seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf 22 Punkte ausweitet und sich bereits nächste Woche zum Meister krönen könnte, bleibt die Lage in Sion auch unter der neuen sportlichen Führung äusserst angespannt.

Telegramm

Tore: 86. Nsamé 0:1 90.+1 Spielmann (Elfmeter) 0:2 90.+2 Ngamaleu 0:3

Servette - Lugano 1:1 (0:0)

Luganos Olivier Custodio jubelt nach seinem Tor zum 1:0 für die Gastmannschaft.

Luganos Olivier Custodio jubelt nach seinem Tor zum 1:0 für die Gastmannschaft.

Freshfocus

(keg) Es ist das Verfolgerduell des Drittplatzierten gegen den Viertplatzierten. Dementsprechend vorsichtig gehen die Trainer das Spiel an. Beide Teams riskieren in der ersten Halbzeit nicht zu viel, Servette ist leicht mehr am Drücker, hat mehr Ballbesitz und auch mehr Chancen.

In der 43. Minute kommt es zu einer ersten einigermassen heissen Situation: Olivier Custodio von Lugano tritt Thimothé Cognat auf den Knöchel, kassiert Gelb. Stevanovic schiesst den anschliessenden Freistoss aus rund 25 Metern aufs Tor, doch sein Schuss fliegt knapp am Kasten vorbei. Im Pauseninterview sagt Luganos Sandi Lovric: «Wir werden in der zweiten Halbzeit versuchen gewisse Dinge besser zu machen.»

Gewisse Dinge, damit meint Lovric wohl Tore schiessen! In der 66. Minute fällt der Groschen auf Luganos Seite. Olivier Custodio schafft seinen dritten Streich in dieser Super-League-Saison und bringt die Mannschaft 1:0 in Führung.

Die Servettiens kämpfen weiter, machen vermehrt Druck und haben den Ball klar mehr in ihrem Besitz. Nur vier Minuten vor Spielschluss kommen die Servettiens endlich durch die starke Lugano-Abwehr durch: Miroslav Stevanovic haut den Ball über die Mitte ins Tor an Baumann vorbei – 1:1!

Für die Nachspielzeit wurden vier Minuten angezählt. Servette macht weiter Druck und Lugano muss aufpassen, dass sie diesen einen Zähler mit ins Tessin nehmen können. Aber das Resultat bleibt bis zum Schlusspfiff stabil. Servettes Alex Schalk bringt es im TV-Interview auf den Punkt: «Klar wollten wir unbedingt gewinnen, aber ein 1:1 ist verdient für beide Mannschaften.»

Mit diesem Remis sind Servette und Lugano je einen Platz nach oben gerückt. Servette mit 38 Punkten vor Lugano mit 37 Punkten.

Telegramm

Tore: 66. Olivier Custodio 0:1 85. Miroslav Stevanovic 1:1

St.Gallen - Zürich 1:1 (0:1)

Kwadwo Duah sicherte den St.Gallern mit seinem Tor immerhin noch einen Punkt.

Kwadwo Duah sicherte den St.Gallern mit seinem Tor immerhin noch einen Punkt.

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(pl) Nach einer schwachen ersten Halbzeit lag der FC St.Gallen gegen den FC Zürich zur Pause mit 0:1 im Rückstand, ehe sich die Ostschweizer deutlich steigerten. Den Ausgleich erzielten sie in der 76. Minute durch den eingewechselten Kwadwo Duah.

Es war ein Tor in Unterzahl, denn St.Gallens Captain Jordi Quintillà war in der 67. Minute nach der zweiten gelben Karte des Feldes verwiesen worden, knapp eine Viertelstunde später musste ihm auch Zürichs Ousmane Doumbia nach der gelb-roten Karte folgen.

Es war ein Kampfspiel. St.Gallen tat zu Beginn mehr für das Spiel, agierte aber lange erschreckend harmlos. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte eilte Torhüter Lawrence Ati Zigi nach einer Flanke aus dem Tor, traf aber nicht den Ball sondern den Kopf von Assan Ceesay: Benjamin Kololli verwertete den Penalty souverän.

St.Gallen, das nach vier Niederlagen in den vergangenen sechs Spielen in der Tabelle auf Rang acht abgerutscht ist, steigerte sich nach der Pause und der Hereinnahme von zwei neuen Spielern merklich. Zürich hingegen konzentrierte sich darauf, den knappen Vorsprung zu verteidigen, was den Gästen gegen die nun druckvollen St.Galler lange gut gelang. Erst in der 76. Minute schafften es die Ostschweizer, den Abwehrriegel zu knacken.

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Tore: 45. + 3 Kololli (Elfmeter) 0:1 76. Duah 1:1

Bemerkungen: 67. Gelb-Rot gegen Quintilla 81. Gelb-Rot gegen Doumbia

Lausanne - Luzern 2:1 (2:0)

Die Nummer Zehn Lucas Da Cunha war mit zwei Toren der Matchwinner für Lausanne-Sport.

Die Nummer Zehn Lucas Da Cunha war mit zwei Toren der Matchwinner für Lausanne-Sport.

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(dw) Die Gäste aus der Innerschweiz beginnen ansprechend, haben während der ersten halben Stunde deutlich mehr Ballbesitz. Doch mit einem Kopfball von Pascal Schürpf in der 12. Minute nur eine einzige Chance, die Kugel geht allerdings knapp am Tor vorbei.

Effizienz beweisen die Lausanner in der 31. Minute: Lucas Da Cunha zieht aus 25 Metern mit seinem starken linken Fuss ab, der Ball landet unhaltbar zum 1:0 im Luzerner Netz. Plötzlich ist Lausanne da, Noah Looslis Kopfball wehrt Filip Ugrinic auf der Linie ab (38.). Doch in der 40. Minute doppelt Da Cunha nach, als er einen Doppelpass mit dem Japaner Toichi Suzuki zum 2:0 verwertet. Zuvor hatte Simon Grether den Ball an Suzuku verloren, der FCL-Rechtsverteidiger konnte anschliessend Suzukis Assist nicht verhindern.

Den ersten Torschuss der Luzerner hat in der 44. Minute Ugrinic, doch Mory Diaw im Lausanne-Kasten verhindert den Anschlusstreffer. Sekunden zuvor kann Müller sich glücklich schätzen, dass Urs Schnyder einen Zweikampf um den Ball zwischen dem FCL-Keeper und Hicham Mahou als Foul des Lausanne-Stürmers ahndet.

Nach der Pause geht der Match munter los: Marco Burch steigt im Strafraum rustikal gegen Evan Guessand ein, die Gastgeber reklamieren Penalty, der Pfiff von Schnyder bleibt aus. Sekunden später erkämpft Martin Frydek in Lausanner Tornähe den Ball, doch Louis Schaub und Schürpf können die Topchance nicht nutzen. Besser macht es in der 71. Minute der eingewechselte Ibrahima Ndiaye, er köpfelt eine präzise Flanke von Schaub zum 1:2 aus Luzerner Sicht mit den Haarspitzen ein.

Schürpf (74.) hat noch eine FCL-Chance, der eingewechselte Lausanne-Stürmer Jonathan Bolingi vergibt gegen Müller aus bester Abschlussposition das 3:1. Der Match endet 2:1 für die Waadtländer, die Luzerner verlieren zum elften Mal in dieser Saison und bleiben damit der Abstiegszone nicht fern.

Telegramm

Tore: 31. Da Cunha 1:0. 40. Da Cunha 2:0. 71. Nidaye 2:1.

26. Runde 20./21. März 2021

Young Boys - FC Zürich 4:0 (1:0)

Die Meditation nach dem Treffer: Felix Mambimbi zelebriert sein 2:0 in entspannter Pose.

Die Meditation nach dem Treffer: Felix Mambimbi zelebriert sein 2:0 in entspannter Pose.

Keystone

(sim) Sechs Mal in Folge haben die Young Boys zuletzt wettbewerbsübergreifend nicht gewonnen. Es ist eine ungewohnte Resultatskrise für die Berner, eine aber auch, die sie sich aufgrund des grossen Vorsprungs in der Liga problemlos leisten können. Am Sonntag aber stand das Duell mit dem FC Zürich an, einem Gegner, gegen den der Meister die letzten neun Spiele allesamt für sich entscheiden konnte. In einem Drittel der Fälle setzte sich YB mit 4:0, und am Sonntag sollte am Ende erneut dieses Resultat auf der Anzeigetafel stehen – obwohl die Gäste aus Zürich besser in die Partie gefunden hatten.

Nach einer halben Minute prüft Benjamin Kololli den vorgerückten David von Ballmoos mit einem frechen Lupfer von der Mitte des Spielfelds. Der YB-Goalie, der nach seiner auskurierten Gehirnerschütterung wieder ins Tor zurückkehrt, ist aber zur Stelle. Nach einer halben Stunde kommt Blaz Kramer im Strafraum völlig freistehend zum Kopfball, der Ball fliegt aber am Gehäuse vorbei. Diese Nachlässigkeit sollten die Young Boys wenig später eiskalt ausnutzen. Mit einem simplen Doppelpass überlisten Jordan Siebatcheu und Quentin Maceiras die gesamte Hintermannschaft der Zürcher, und der linke Aussenverteidiger erzielt mit einem überlegten Schuss in die weite Torecke seinen ersten Treffer für YB.

Nach einer Stunde ist wiederum ein Zusammenspiel zweier Spieler zu viel für den FCZ. Felix Mambimbi schickt Nicolas Ngamaleu tief, der Kameruner läuft zur Grundlinie und legt wieder zurück auf den Freiburger Stürmer an die Strafraumgrenze. Mambimbi lässt FCZ-Goalie Yanick Brecher mit seinem Abschluss keine Chance.

In der Folge nehmen die Young Boys, die in speziellen schwarzen Trikots auflaufen, um auf Rassismus im Fussball aufmerksam zu machen, Tempo heraus. In der Schlussphase aber stellen sie ihr offensives Potenzial noch einmal unter Beweis. Erst flankt Ulisses Garcia auf Siebatcheu (88.), der ohne Mühe sein viertes Tor gegen die Zürcher erzielt, und in der Nachspielzeit verwertet Meschack Elia die Vorlage von Ngamaleu zum vierten Treffer.

Telegramm

Tore: 33. Maceiras 1:0. 62. Mambimbi 2:0. 87. Siebatcheu 3:0. 91. Elia 4:0.

Servette - Vaduz 1:2 (0:1)

Matteo di Giusto erzielt das das zweite Tor der Partie. Die Genfer Abwehr hinterlässt dabei keinen guten Eindruck.

Matteo di Giusto erzielt das das zweite Tor der Partie. Die Genfer Abwehr hinterlässt dabei keinen guten Eindruck.

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(gav) Nach zuletzt vier Siegen in Serie klettert Servette Genf auf den zweiten Tabellenrang. Die Grenats sind damit das Team der Stunde in der Super League. Ganz anders sieht die Gemütslage beim Tabellenletzten aus Liechtenstein aus. Die Vaduzer reisen nach einer 0:3-Klatsche gegen Lugano nach Genf.

Im Stade de Genève starten aber die Ländlekicker frech in die Partie. Die Gäste müssten das Skore in der 7. Minute eröffnen. Dejan Djokic reagiert nach einem Fehler der Genfer schnell und spielt den Ball flach in den Strafraum. Dort steht Milan Gajic völlig frei und könnte locker ins Gehäuse einschieben. Der Vaduzer Mittelfeldspieler haut das Leder jedoch an den rechten Pfosten. In der 28. Minute dann die Führung für Vaduz. Nico Hug flankt auf der linken Seite. Servette-Goalie Joël Kiassumbua segelt am Ball vorbei und Pius Dorn kann in der Mitte verwerten. Kiassumbua, der am Sonntag den Vortritt vor Stamm-Goalie Jérémy Frick erhält. Ein geplanter Wechsel, weil Servette-Coach Alain Geiger seinem Ersatzkeeper vor der Länderspielpause Spielpraxis verschaffen möchte. Der Kongolese bestreitet in der kommenden Woche die Quali zum Afrika-Cup mit seiner Nationalmannschaft. Nach dem Gegentreffer bekommen die Hausherren die Partie in den Griff, ohne jedoch Zählbares zu leisten.

Auch nach der Pause spielen die Vaduzer weiterhin frech auf. Dejan Djokic kann sich in der 50. Minute in einem Luftduell durchsetzen und Matteo di Giusto lancieren. Dieser dribbelt Vincent Sasso aus und schiesst ins linke untere Eck – 0:2. Auch bei diesem Treffer hinterlässt die Genfer Abwehr keinen guten Eindruck. Das Anschlusstor der Servettiens lässt bis zur 76. Minute auf sich warten. Kastriot Imeri spielt den Ball in die Lücke und findet Grejohn Kyei. Der Stürmer lupft den Ball über den heranbrausenden Benjamin Büchel ins Netz. Die Reaktion erfolgt zu spät. Vaduz nimmt die drei Punkte durchaus verdient mit ins Ländle und ist nun punktgleich mit dem FC Sion.

Telegramm

Tore: 28. Dorn 0:1. 50. Di Giusto 0:2. 76. Kyei 1:2.

Bemerkungen: 7. Pfostenschuss Gajic.

Luzern - Sion 1:1 (0:0)

Geoffrey Serey Die im Duell mit Varol Tasar. Luzern und Sion teilen sich die Punkte.

Geoffrey Serey Die im Duell mit Varol Tasar. Luzern und Sion teilen sich die Punkte.

freshfocus

(jwe) Luzern hat in der Anfangsphase mehr den Ball, und die Gäste aus dem Wallis, mit dem neuen Trainer Marco Walker, machen kein Pressing, sondern warten an der Mittellinie. Die Aufgabe für den FCL lautet also, das Sion-Bollwerk zu knacken. Ob das gelingt ohne die Offensivkräfte Louis Schaub und Ibrahima Ndiaye (gesperrt) sowie Dejan Sorgic (verletzt)? In den ersten 20 Minuten erspielt sich das Heimteam keine Torchance, und die Gäste werden auch nur ansatzweise gefährlich. Es ist viel Krampf und Torchancen sind selten.

Nach 25 Minuten hat der FCL die Chance auf den Führungstreffer. Der schön freigespielte Aussenverteidiger Martin Frydek läuft aber statt auf das Tor vom Tor weg, bringt den Ball immerhin noch von der Grundlinie zur Mitte. Dort schiesst Varol Tasar und trifft den Pfosten. Sion kann immer wieder Nadelstiche setzen: Einem Treffer am nächsten kommt Matteo Tosetti mit seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze. Mehr Höhepunkte hat die erste Halbzeit nicht zu bieten – 0:0 zur Pause.

In der zweiten Halbzeit kommen die Spieler besser in Fahrt. Beide Teams haben Torchancen, doch es steht auch nach 60 Minuten noch 0:0 – mit Vorteilen für das Heimteam. Die Luzerner erspielen sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr Chancen. Die beste vergibt Yvan Alounga aus 6 Metern freistehend vor dem Tor. Sein Abschluss nach Vorlage von Pascal Schürpf klatscht an die Latte. In der Schlussphase der Partie fallen dann die Tore. Zuerst bringt Anto Grgic die Gäste entgegen dem Spielverlauf in Führung. Er profitiert von einem katastrophalen Fehlpass von FCL-Aussenverteidiger Frydek. Die Luzerner finden nach diesem Rückstand postwendend eine Antwort. Frydek legt an der Strafraumgrenze für Filip Ugrinic auf, der mit seinem strammen Schuss den Ausgleich erzielt.

Es bleibt beim 1:1. Das Unentschieden ist für den FCL nach dieser Partie zu wenig. Das Heimteam war klar besser und hätte in der zweiten Halbzeit in Führung gehen müssen. Stattdessen schenkte man den Gästen ein Tor, und so reichte es dank dem schnellen Ausgleich nur noch für die Punkteteilung.

Telegramm

Tore: 76. Grgic 0:1. 78. Ugrinic 1:1.

Bemerkungen: 25. Pfostenschuss Tasar

Lugano - Basel 2:1 (0:1)

Zum Wegschauen: Matias Palacios zieht sein Trikot über den Kopf, während die Luganesi im Hintergrund jubeln.

Zum Wegschauen: Matias Palacios zieht sein Trikot über den Kopf, während die Luganesi im Hintergrund jubeln.

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(sl) Es ist eine taktische Neuausrichtung, die der FC Lugano in der Pause vornimmt und die den FC Basel völlig aus dem Konzept bringt. Trainer Maurizio Jacobacci bringt den bulligen Stürmer Asumah Abubakar für den Verteidiger Akos Kecskes und stellt das Spielsystem um: Von einem ultra-defensiven 5-3-1-1 auf ein offensiveres 4-4-2. Es ist eine Umstellung, die das Spiel komplett in eine andere Richtung dreht.

Die Gäste aus Basel führen zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 und scheinen den erlösenden Sieg gegen Luzern bestätigen zu können. Nicht, dass der FCB in Hälfte 1 ein offensives Feuerwerk zünden und sich Chance um Chance erspielen würde. Das braucht es auch gar nicht. Denn Lugano spielt ängstlich, setzt allerhöchstens Nadelstiche, ist nur darauf bedacht, hinten kein Tor zu kassieren. Es geht schief. Denn in der 22. Minute springt Lugano-Torhüter Noam Baumann nach einem Eckball am Ball vorbei und ermöglicht den 14. Saisontreffer Arthur Cabrals. Die Führung geht in Ordnung, weil Pajtim Kasami noch zwei weitere Möglichkeiten hat. Einmal direkt vor dem Eckball, der zum Tor führt, ein zweites Mal bei einem Weitschuss in der 39. Minute. Lugano ist offensiv hingegen harmlos.

Es ändert sich nach der Pause, weil Jacobacci in die Taktikkiste greift. Plötzlich ist es Lugano, das stürmt und Basel, das verteidigt. In der 53. Minute schiesst erstmals ein Luganesi auf das Gehäuse, die Drangphase ist eröffnet. Gegen Numa Lavanchys Energieanfall in der 58. Minute reicht noch ein starker Reflex von Heinz Lindner, doch nur zwei Minuten später kann auch der Österreicher nichts mehr ausrichten. Sandi Lovric erhält von den Baslern nur Begleitschutz und bestraft die Passivität der Gäste. Nichts mehr ist von der Souveränität der ersten Halbzeit zu sehen. Keine Ballstafetten, kein überzeugendes Zweikampfverhalten, sondern nur Überforderung in der Defensive. Es ist erneut Lindner, der Unterlatte und Abubakars Unvermögen, den Ball aus zwei Metern über das Tor zu befördern, zu verdanken, dass der FCB nicht schon nach 63 Minuten hinten liegt. Er tut es 13 Minuten später. Dann bedient Lovric Mattia Bottani, der den Ball im Strafraum freistehend versenkt. Wie schon im November ist es Bottani, der den entscheidenden Treffer gegen Basel erzielt. Denn beim Endresultat von 1:2 bleibt es. Auch, weil Arthur Cabral in der dritten Minute der Nachspielzeit mit einem artistischen Fallrückzieher an Baumann scheitert.

Telegramm

Tore: 22. Cabral 0:1. 60. Lovric 1:1. 76. Bottani 2:1.

Lausanne - St. Gallen 4:3 (3:1)

Toichi Suzuki ist mit seinen zwei Treffern der Matchwinner für die Lausanner.

Toichi Suzuki ist mit seinen zwei Treffern der Matchwinner für die Lausanner.

Keystone

(rst) Es ist ein attraktives Spiel, das sich Lausanne und St.Gallen liefern. Beide Mannschaften sind offensiv ausgerichtet und bieten viel Unterhaltung. Für einmal sind es nicht die St. Galler, die in der Anfangsphase Dampf machen. Vielmehr scheinen sie verunsichert - liegt es an den verletzungsbedingten Ausfällen der Teamstützen Lukas Görtler und Betim Fazliji? Lausanne jedenfalls liegt bereits nach 16 Minuten mit zwei Toren in Führung. Zunächst hat Lucas da Cunha in der 6. Minute gegen die St. Galler Abwehr leichtes Spiel, umkurvt Yannis Letard und Leonidas Stergiou und trifft trocken gegen Ati Zigi. Zehn Minuten später doppelt Nikola Boranijasevic, steil geschickt, aus spitzem Winkel nach.

Erst danach finden die Ostschweizer in die Partie. Nach einem Eckball kann Basil Stillhart aus rund 20 Metern abziehen. Mit etwas Glück, abgefälscht von Lausannes Evann Guessand, landet sein Schuss im Tor zum 1:2. Nun drehen die St.Galler weiter auf. Es sind aber die Lausanner, die weiter vorlegen können. Nach einem Rückpass von Yannis Letard nimmt Ati Zigi den Ball in die Hände. Den fälligen Freistoss im Strafraum tritt der ehemalige St. Galler Stjepan Kukuruzovic, Ati Zigi pariert zunächst, Toichi Suzuki verwertet den Abpraller.

Nur fünf Minuten nach der Pause trifft der eingewechselte Junior Adamu nach einem Corner per Kopf zum Anschlusstreffer. Die Ostschweizer bleiben nun gefährlich - und können eine Viertelstunde später per Foulpenalty ausgleichen. Doch das war es noch immer nicht: Im nun ausgeglichenen Spiel wird plötzlich Toichi Suzuki steil geschickt. Er umkurvt Ati Zigi stark und bringt die Romands wieder in Front.

Dieses Mal können die Ostschweizer nicht mehr reagieren - und müssen die Lausanner in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Am Sonntag kann sich Luzern mit einem Sieg gegen Sion ebenfalls vor die St. Galler schieben.

Telegramm

Tore: 6. da Cunha 1:0. 16. Boranijasevic 2:0. 20. Stillhart 2:1. 34. Suzuki 3:1. 50. Adamu 3:2. 65. Ruiz (Foulpenalty) 3:3. 73. Suzuki 4:3.

25. Runde, 13./14. März 2021

St. Gallen - Young Boys 2:2 (1:0)

St. Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi wehrt den Penalty von Jean-Pierre Nsame ab. Aber es kommt zur Wiederholung, und Nsame trifft zum 1:1.

St. Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi wehrt den Penalty von Jean-Pierre Nsame ab. Aber es kommt zur Wiederholung, und Nsame trifft zum 1:1.

Patrick B. Kraemer / KEYSTONE

(dg) Der Meister und der Vizemeister der vergangenen Saison trennen sich mit einem leistungsgerechten Unentschieden. Die Young Boys spielen in der Super League zum vierten Mal in Folge unentschieden. St. Gallen, das zweimal führte, punktet nach zwei Niederlagen wieder.

Das 1:0 für St. Gallen war eine Augenweide. In der 9. Minute spielte Victor Ruiz im Strafraum Elie Youan frei. Die Berner Verteidiger Silvan Hefti und Fabian Lustenberger waren düpiert, Youan liess YB-Goalie Guillaume Faivre keine Chance.

Die St. Galler Führung zur Pause war verdient. Die Young Boys kamen zu keiner reellen Torchance. Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Physiognomie der Partie zunächst. Die Berner wurden stärker.

Nach einer Stunde berührte Leonidas Stergiou den YB-Stürmer Felix Mambimbi im Strafraum mit den Händen leicht. Der VAR kam zum Zug. Esther Staubli entschied auf Penalty.

St. Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi wehrte den ersten Versuch von Jean-Pierre Nsame ab. Aber Zigi stand zu weit vor dem Tor. Es kam zur Wiederholung. Mit seinem 13. Saisontreffer erzielte Nsame den Ausgleich.

Dasselbe war schon beim legendären 3:3 vor vollem Haus im Februar 2020 passiert. Auch damals hielt Zigi gegen YB einen Penalty, verhielt sich jedoch nicht nicht regelkonform.

Die St. Galler blieben aufsässig. Vor der Partie gegen den Meister hatten sie zweimal verloren. In der 73. Minute wird Chukwubuike Adamu im Berner Strafraum gefoult. Ruiz lässt Faivre ins Leere laufen und erzielt mittels Penalty das 2:1 für St. Gallen.

Aber nochmals fällt der Ausgleich. Jordan Siebatcheu spielt Meschack Elia frei, dieser schiebt in der 82. Minute aus kurzer Distanz zum 2:2 ein. In der Schlussphase hält Zigi den Punkt für St. Gallen fest.

Telegramm

Tore: 9. Youan 1:0. 62. Nsame (Foulpenalty) 1:1. 74. Ruiz (Foulpenalty) 2:1. 82. Elia 2:2.

Vaduz - Lugano 0:3 (0:2)

Lugano-Stürmer Joaquin Ardaiz war mit zwei Toren der Mann des Spiels im Rheinpark.

Lugano-Stürmer Joaquin Ardaiz war mit zwei Toren der Mann des Spiels im Rheinpark.

Christian Merz / KEYSTONE

(frh) Es sind die krisengeschüttelten Luganesi (nur ein Sieg aus den vergangenen neun Partien), die im Rheinpark zu Vaduz den ersten Akzent in dieser Partie setzen. Gerade mal zwei Minuten sind absolviert, als Guerrero im Strafraum zum Schuss ansetzt, dann aber den besser postierten Ardaiz erblickt und ihm den Ball vor die Füsse legt. Ardaiz lässt seinen Gegenspieler aussteigen und schiesst eiskalt ein. Erster Angriff, erstes Tor – diese Effizienz dürfte ganz nach dem Gusto von Übungsleiter Maurizio Jacobbaci sein.

Der FC Vaduz, der so formstarke Tabellenletzte, zeigt sich nur kurz geschockt. In der 9. Minute köpft Dorn eine Flanke in aussichtsreicher Position aufs Tor und hat Pech, dass ihm ausgerechnet Mitspieler Gasser im Weg steht und - eher unfreiwillig - die Aufgabe des scheinbar bezwungenen Lugano-Goalies Baumann übernimmt. Es wird das einzige Aufflackern von Liechtensteiner Torgefahr im ersten Umgang bleiben.

Zielstrebiger zeigt sich der Gast. Mitte der ersten Halbzeit hat erneut der Urugayer Ardaiz seinen Auftritt. In einen scharfen Pass von der rechten Seite stellt der Stürmer seinen Fuss rein und lenkt das Spielgerät gekonnt ins linke Eck. Mit seiner zweiten echten Chance geht der FC Lugano mit zwei Längen in Front.

In der zweiten Halbzeit verwalten die Tessiner den Vorsprung clever. Die Vaduzer rennen zwar tapfer und engagiert an, finden jedoch die gewünschten Lücken nicht. Gut zwanzig Minuten vor Schluss gelingt dem FC Lugano schliesslich die Entscheidung: Reto Ziegler bringt einen Eckball von links präzise auf den Kopf von Mijat Maric, der wuchtig zum 3:0 vollendet. Dem haben die Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen.

Telegramm

Tore: 3. Ardaiz 0:1 24. Ardaiz 0:2 69. Maric 0:3

FC Sion - Servette 1:2 (0:2)

Kein Sieg und kein Punkt für den Präsidenten des FC Sion Christian Constantin.

Kein Sieg und kein Punkt für den Präsidenten des FC Sion Christian Constantin.

Keystone

(keg) Derby-Time im Rhone-Tal! Die Ausgangslage ist klar: Der FC Sion konnte im letzten Spiel das erste Mal seit fünf Spielen wieder gewinnen. Die Walliser besiegten Lausanne mit 3:1. Die Genfer reiten momentan auf einer Erfolgswelle: Sie konnten die letzten drei Spiele alle gewinnen. Und so strebt Servette an diesem Sonntagnachmittag seinen vierten Sieg in Serie an.

Dementsprechend ging das Spiel los. Nach 15 Minuten sind die Gäste öfters im Ballbesitz (65 Prozent), allerdings gewinnen die Walliser mehr Zweikämpfe (58 Prozent). Das gefällige Spiel nimmt nach 30 Minuten an Intensität zu. In der 36. Minuten kann Sauthier von der rechten Seite millimetergenau in die Mitte flanken – Alex Schalk kommt zum Kopfball und lenkt den Ball zur Genfer Führung ins Tor. Es geht Schlag auf Schlag weiter. Und nur drei Minuten später doppeln die Gäste nach. Theo Valls hämmert das Leder via Innenpfosten ins Tor: 2:0 für die Gäste im Tourbillon. Im Interview zur Halbzeit sagt der Servettien und Torschütze Alex Schalk in die Kamera: «Ich denke, wir sind verdient in Führung. Aber wir wollen in der zweiten Halbzeit noch ein bis zwei Tore schiessen.»

Das war eine klare Ansage: Sion muss sich steigern, wenn sie noch Punkte holen wollen. Die Walliser kommen denn auch gut aus der Pause und bemühen sich, aber das Spiel verliert an Drive. Sion scheint kein Rezept gegen die solide Verteidigung der Genfer zu finden.

Und so fehlen auch etwas die Emotionen in diesem Spiel. Es bleibt über längere Strecken ruhig. Kein Durchkommen vor dem Genfer Tor. Es fehlt weitgehend an Spektakel und man beginnt zu überlegen, dass es schön ist, dass es, entgegen allen Erwartungen, zumindest nicht schneit. Ins Zentrum rücken die Torhüter Frick (bekommt einen Schuh an den Kopf) und auch Sion-Goalie Fickentscher liegt nach einem Zusammenprall mit Kyei am Boden. Doch dann wird man in der 84. Minute plötzlich aus allen Träumen gerissen! Der kleine wirblige Japaner Wakatsuki ballert direkt ins Servette-Tor - 1:2! Doch auch mit vier Minuten Nachspielzeit fällt kein Tor mehr. Servette bezwingt Sion im heutigen Rhone-Derby 2:1.

Telegramm

Tore: 33. Schalk 0:1 36. Valls 0:2 84. Wakatsuki 1:2

Basel - Luzern 4:1 (1:0)

FCB-Akteur Raoul Petretta eröffnete den Torreigen mit seinem Führungstreffer.

FCB-Akteur Raoul Petretta eröffnete den Torreigen mit seinem Führungstreffer.

Martin Meienberger

(dwy) Die beiden Mannschaften tasten sich zuerst ab. In der 10. Minute fliegt eine Flanke von Raoul Petretta an Arthur Cabral und FCL-Innenverteidiger Stefan Knezevic sowie am hinteren Pfosten vorbei. Einen Corner kann Knezevic in der 13. Minute nicht mit dem Kopf aufs Tor platzieren.

Eine scharfe Hereingabe von Martin Frydek landet in der 22. Minute vor den Füssen von Ibrahima Nidaye, doch der Senegalese schiesst aus aussichtsreicher Position zu wenig hart, Heinz Lindner im FCB-Tor lenkt den Ball um den Pfosten.

Der gleiche Ndiaye verliert in der 33. Minute die Kugel an Petretta, der allein auf FCL-Schlussmann zieht und diesen aus spitzem Winkel zum 1:0 für Basel bezwingt. Der Ex-Luzerner Darian Males erzielt in der 36. Minute vermeintlich die 2:0-Führung der Gastgeber, doch steht der 19-jährige Angreifer bei Ballabgabe klar im Abseits, egal, ob Jordy Wehrmann noch abgelenkt hat.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehört den Gastgebern: Aldo Kalulu trifft nur den Pfosten (52.), Müller gewinnt im Eins-zu-Eins-Duell gegen Cabral (53.). Doch in der 55. Minute geht die flache Hereingabe von Frydek durch den Basler Strafraum, wo Schaub am hinteren Pfosten zum 1:1-Ausgleich einschiesst. 100 Sekunden später wiederholt sich die Szene, nur trifft Schaub diesmal nur das Aussennetz. Nidaye scheitert mit seinem Kopfball zum Abschluss dieser FCL-Druckphase an Lindner.

Der FCB scheint am Boden, aber in der 74. Minute beweisen die Spieler von Ciriaco Sforza ihre Klasse; Pajtim Kasami passt auf Kalulu, dieser bedient Fabian Frei – und der Routinier erzielt gekonnt das 2:1. Der eingewechselte Edon Zhegrova markiert im Konter nach Zuspiel von Frei in der 87. Minute den Treffer zum 3:1 aus Sicht der Gastgeber. Der eingewechselte Adrian Durrer schiesst den FCB sogar noch zum 4:1-Sieg, Der 20-Jährige aus Kaiseraugst mit Innerschweizer Wurzeln trifft mit einem satten Schuss bei seinem Super-League-Debüt.

Für den FCL ist es die erste Niederlage nach fünf Liga- und einem Cupspiel ohne Niederlage. Der FC Basel gewinnt nach sieben sieglosen Pflichtspielen in Folge wieder einmal.

Telegramm

Tore: 33. Petretta 1:0 55. Schaub 1:1 74. Frei 2:1 88. Zhegrova 3:1 90.+5 Durrer 4:1

Zürich - Lausanne 1:1 (1:0)

Antonio Marchesano (rechts) offenbarte beim Zürcher Führungstor brasilianische Züge.

Antonio Marchesano (rechts) offenbarte beim Zürcher Führungstor brasilianische Züge.

Ennio Leanza / KEYSTONE

(frh) Der FC Zürich – eine Bande von Künstlern. Begeisterungsfähigen Fussball suchte man bei der Mannschaft von Massimo Rizzo ja lange vergebens, nun aber scheinen die Stadtzürcher den jogo bonito, das schöne Spiel, für sich entdeckt zu haben.

Vergangene Woche erst zirkelte Marco Schönbächler gegen Lugano einen Freistoss aus spitzestem Winkel sehenswert ins entfernte Eck. Im Heimspiel gegen Lausanne-Sport ist es nun Antonio Marchesano, der in die metaphorische Trickkiste greift.

In der 12. Minute stoppt der Tessiner einen hoch abgewehrten Ball im Strafraum brasilianisch gefühlvoll mit dem rechten Fuss, woraufhin er gegen mehrere Lausanner ins Dribbling steigt, sich wie einst Zidane um die eigene Achse dreht und anschliessend den im Fünfmeterraum lauernden Blaz Kramer bedient. Kramer braucht das Spielgerät nur noch ins Tor zu grätschen – und gewiss, es ist der Slowene, dessen Name als Torschütze auf dem Spielberichtsbogen verewigt wird. Doch Kramer weiss am besten, dass er diesen Treffer vor allem der herausragenden Vorarbeit seines Teamkollegen zu verdanken hat.

Gute Einzelkönner finden sich im Übrigen auch im Kader der Lausanner wieder. Das stellt in der 66. Minute Evann Guessand eindrücklich unter Beweis. An der Strafraumkante tanzt der Stürmer den Zürcher Nathan aus, stösst in die gefährliche Zone vor und überwindet FCZ-Keeper Brecher mit einem wuchtigen Flachschuss.

Es ist das Tor zum 1:1 und gleichbedeutend mit dem Remis, weil der FC Zürich vor allem im zweiten Umgang zu passiv agiert und Lausanne zwar durchaus druckvoll auftritt, jedoch des Öfteren am eigenen offensiven Unvermögen scheitert.

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Tore: 12. Kramer 1:0 66. Guessand 1:1

24. Runde, 6./7. März 2021

Lausanne - Sion 1:3 (1:1)

Impulsiv und engagiert: Präsident Christian Constantin coacht den FC Sion interimistisch gegen Lausanne.

Impulsiv und engagiert: Präsident Christian Constantin coacht den FC Sion interimistisch gegen Lausanne.

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(sim) Jetzt ist beim FC Sion kein Weltmeister mehr an der Linie, sondern der Chef persönlich. Nach der Entlassung von Fabio Grosso übernahm Christian Constantin für die Partie gegen Lausanne selbst die Verantwortung an der Seitenlinie, und der Präsident kann nach 90 Minuten konstatieren, alles richtig gemacht zu haben.

3:1 gewinnen die Walliser im Stade de la Tuilière. Baltazar profitiert in der Startphase von vielen Freiräumen, die ihm vor dem Tor gewährt werden und schlenzt den Ball ins Tor. Zwar können die Lausanner nach einem Handspiel von Jan Bamert und dem kaltblütig verwandelten Elfmeter von Stjepan Kukuruzovic wenig später ausgleichen. Die Sittener sind in diesem Romandsderby aber spielbestimmend.

Sandro Theler setzt sich nach der Pause auf der Seite durch und legt in die Mitte, wo wiederum Baltazar keine Mühe hat, sein zweites Tor zu erzielen. Die Lausanner kommen durch Evann Guessand und Cameron Puertas zwar zu einigen Abschlüssen, mit Ausnahme vom Pfostentreffer des Mittelfeldspielers wird es aber für das Tor von Kevin Fickentscher, der sein Comeback im Kasten der Walliser gibt, nicht gefährlich.

Birama Ndoye sorgt mit einem wuchtigen Kopfball nach einem Eckball von Anto Grgic 20 Minuten vor dem Ende für die Entscheidung und den ersten Sieg nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg. Damit geben die Sittener die rote Laterne nach wenigen Stunden wieder an Vaduz ab. Lausanne muss derweil nach zwei Siegen in Folge wieder einmal als Verlierer vom Feld.

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Tore: 6. Baltazar 0:1. 19. Kukuruzovic 1:1. 50. Baltazar 1:2. 71. Ndoye 1:3

Lugano - Zürich 0:1 (0:1)

Lugano-Goalie Noam Baumann verschätzt sich. Der Kunst-Freistoss von Marco Schönbächler landet im Netz.

Lugano-Goalie Noam Baumann verschätzt sich. Der Kunst-Freistoss von Marco Schönbächler landet im Netz.

freshfocus

(gav) Nach zuletzt zwei Niederlagen ist von den Gästen aus Zürich im Cornaredo eine Reaktion gefordert. Dementsprechend startet der FCZ auch in diese Partie und zeigt eine gute Anfangsphase. In der 18. Minute bringt Marco Schönbächler seine Farben mit einem Kunst-Freistoss in Führung. Aus spitzem Winkel erwischt er Lugano-Keeper Noam Baumann auf dem falschen Fuss. Dieser erwartet nämlich eine Flanke, doch der Ball wird immer länger und landet im Netz. Baumann, normalerweise ein sicherer Rückhalt bei den Bianconeri, muss den Treffer auf seine Kappe nehmen.

Nach dem Treffer kommen die Hausherren besser in die Partie und haben zwei dicke Chancen durch Jonathan Sabbatini und Alexander Gerndt, um die Partie auszugleichen. Beide Akteure verfehlen das Ziel nur knapp.

Im zweiten Durchgang sind die Rollen klar verteilt. Lugano läuft an und der FCZ konzentriert sich auf Konter. 87 Minuten sind gespielt, als die Luganesi die klarste Chance der 2. Hälfte vergeben. Abwehrchef Mijat Maric verspringt der Ball aus bester Position vor dem Tor – der missglückte Versuch landet im Nachmittagshimmel. Obwohl das Heimteam insgesamt 14 Schüsse verbucht, geht davon nur einer aufs Tor. Die Zürcher entführen drei Punkte aus dem Cornaredo und durchbrechen die Negativ-Serie mit drei sieglosen Spielen in Serie.

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Tore: 18. Schönbächler 0:1.

Luzern - St. Gallen 4:2 (1:2)

Silvan Sidler gelingt das Siegtor für den FC Luzern. Es ist sein Premierentreffer.

Silvan Sidler gelingt das Siegtor für den FC Luzern. Es ist sein Premierentreffer.

Freshfocus

(jwe) Der FC Luzern verschläft den Start im Heimspiel gegen den FC St. Gallen total. Nach 10 Minuten führen die Gäste aus der Ostschweiz mit zwei Toren. Kwadwo Duah trifft mit einem Traumtor und Chukwubuike Admau trifft per Kopf nach einem Freistoss.

Nach diesem Doppelschlag entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. Zum einen kommen die Gäste zu Chancen, weil sie den FCL immer wieder erfolgreich am Spielaufbau hindern und früh die Bälle erobern. Die Luzerner schaffen es über die Seiten hin und wieder hinter die FCSG-Abwehr, die wegen des Pressings hoch steht. Die beste Chance für den FCL vergibt Louis Schaub.

Es braucht eine Eigenleistung von Varol Tasar für den Luzerner Anschlusstreffer. Der FCL-Flügel läuft in der 40. Minute los, lässt einige Gegenspieler stehen und will am Ende seines Solos eigentlich zur Mitte spielen. Sein Schuss wird abgelenkt und fliegt unhaltbar über den FCSG-Goalie ins Tor. Das 1:2 zur Pause schmeichelt dem Heimteam, die Gäste haben einige gute Chancen ausgelassen.

Das Tempo in der Swissporarena bleibt auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hoch. Nach etwas mehr als 50 Minuten braucht es eine Parade von FCL-Goalie Marius Müller gegen den wuchtigen Kopfball von Musah Nuhu im Anschluss an einen Eckball. Danach haben die Luzerner zwei gute Chancen: Tasar und Silvan Sidler verfehlen das Tor aus guten Abschlusspositionen. Der FCL beweist dann zwischen der 65. und der 70. Minute, dass auch er zu einem Doppelschlag fähig ist. Der eingewechselte Pascal Schürpf trifft nach gewonnenem Kopfballduell des ebenfalls eingewechselten Yvan Alounga. Für die erstmalige Führung des Heimteams ist Silvan Sidler verantwortlich. Der U21-Internationale schiesst zuerst an die Latte, bevor er im zweiten Versuch ins Netz trifft.

Zehn Minuten vor Schluss erhöht Tasar per Elfmeter gar auf 4:2 für Luzern. Schiedsrichter Horisberger zeigt auf den Punkt, nachdem FCSG-Verteidiger Yannis Letard einen Schuss von Filip Ugrinic mit dem Arm blockte. Damit war der Deckel drauf auf diesem unterhaltsamen Duell. Die Gäste können nicht mehr reagieren und der FC Luzern gewinnt mit 4:2. Damit bleibt der FCL im fünften Spiel in Serie ungeschlagen.

Telegramm

4. Duah 0:1. 10. Adamu 0:2. 40. Muheim (Eigentor) 1:2. 65. Schürpf 2:2. 70. Sidler 3:2. 81. Tasar (Penalty) 4:2.

Servette - Basel 2:1 (0:0)

Der FC Basel kann im siebten Spiel in Folge nicht gewinnen und muss den zweiten Tabellenplatz abgeben.

Der FC Basel kann im siebten Spiel in Folge nicht gewinnen und muss den zweiten Tabellenplatz abgeben.

Pascal Muller/Freshfocus / freshfocus

(ewa) Nach dem kämpferischen Unentschieden gegen YB am Mittwoch hätte man mit einer sportlichen Wende beim FC Basel rechnen können. Sie bleibt aber aus. Vor allem weil der FCB offensiv zu harmlos agiert und erst spät erste Chancen kreieren kann.

Besonders im ersten Durchgang wird die Ideenlosigkeit deutlich. Ein Fernschuss von Pajtim Kasami kurz vor dem Pausenpfiff, der am Tor vorbei fliegt und ein abgefälschter Schuss von Aldo Kalulu, sind das höchster der Gefühle. Anders die Genfer. Sie hätten schon nach zehn Minuten führen müssen.

Nach einem Ballverlust im Mittelfeld von Kalulu taucht Grejohn Kyei frei vor Heinz Lindner auf. Der FCB-Goalie verhindert mit seinem Fuss die Führung für die Genfer. Und auch den Rest der Halbzeit ist es Servette, das das Spiel macht. Glück haben die Basler auch, dass der VAR einen Elfmeterpfiff zurück nimmt.

Der VAR ist es aber, der den FCB im zweiten Durchgang ins Unglück stürzt. Nach einer Flanke von Gaël Clichy steht Kyei völlig frei, und versenkt den Ball im Tor. Eigentlich ist für alle klar, dass Kyei weit im Abseits stand. Nach einem mehrminütigen VAR-Check wird aber deutlich: Gonçalo Cardoso hatte den Ball berührt, 1:0 für Servette.

Wenige Minuten später dann der Doppelschlag. Einen schlecht geklärten Ball knallt Gaël Ondoua unhaltbar in die Maschen. Dass der FCB am Ende noch durch einen Elfmeter von Arthur Cabral, wenige Minuten vor Schluss, ran kommt, ist am Ende egal. Servette-Goalie Jérémy Frick ist sich nach dem Spiel sogar sicher: «Es hätte locker ein 3:0 oder 4:0 sein können.»

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Tore: 67. Kyei 1:0. 71. Ondoua 2:0 93. Cabral (Penalty) 2:1.

Young Boys - Vaduz 1:1 (0:0)

David von Ballmoos wird nach einem Zusammenprall mit Torschütze Djokic auf der Bahre abtransportiert.

David von Ballmoos wird nach einem Zusammenprall mit Torschütze Djokic auf der Bahre abtransportiert.

Keystone

(sim) Dass YB-Trainer Gerardo Seoane oft und gerne rotiert, um möglichst vielen Spielern eine Einsatzzeit zu gewähren und die Belastung für die Berner auf viele Schultern zu verteilen, ist hinlänglich bekannt. Für das Duell gegen Vaduz nimmt der 42-Jährige gleich neun Wechsel vor im Vergleich zur Partie gegen den FC Basel am Mittwoch. Unter anderem erhält Captain Fabian Lustenberger eine Pause, um vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League am kommenden Donnerstag in Amsterdam keine Verletzung zu riskieren.

Die Berner geben sich alle Mühe, sich diese Rotationen nicht anmerken zu lassen. Über weite Strecken fehlt dem Schweizer Meister gegen den Aufsteiger aber die Durchschlagskraft. Den Schuss von Ulisses Garcia lenkt Vaduz-Goalie Büchel nach einer Viertelstunde an den Pfosten, und vor der Pause taucht Jordan Siebatcheu nach einer der wenigen zügigen Kombinationen alleine vor dem Liechtensteinischen Nationaltorhüter auf, sieht seinen Versuch aber pariert. Und da wenig später auch Felix Mambimbi mit seinem Schuss nur den Aussenpfosten touchiert, geht es torlos in die Pause, was für die tapfer kämpfenden Vaduzer eine Erfolgsmeldung ist.

Die Hemmung nach der Verletzung

Und dann bricht mit der 55. die Minute an, in der es für den FCV noch besser kommen sollte. Gabriel Lüchinger schiesst umringt von YB-Spielern von der Strafraumgrenze, YB-Goalie David von Ballmoos lässt abprallen und Dejan Djokic profitiert und bringt den Ball im Tor unter. Dieses Gegentor ist aus Sicht der Berner nicht der einzige Rückschlag, den sie in diesem Moment zu verkraften haben, denn Djokic trifft von Ballmoos nach seinem Abschluss am Kopf. Der Emmentaler muss mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Spital eingeliefert werden.

Es ist der Moment, der eine gewisse Hemmung ins Spiel der Berner legt. Denn angesichts des komfortablen Vorsprungs von 19 Punkten auf die ersten Verfolger ist es mindestens ebenso wichtig, verletzungsfrei zu bleiben. Nachdem Seoane mit Christian Fassnacht und Jean-Pierre Nsame zwei Offensivkräfte einwechselt, erhöhen die Berner den Druck. Und profitieren von einem der seltenen Momente, in denen die Vaduzer aufgerückt sind und Räume offenbaren. Nsame wird steil lanciert, flankt in die Mitte, wo Siebatcheu mittels Flugkopfball den Ausgleich erzielt. (81.)

Vaduz nicht mehr Letzter

Zu mehr reicht es den Bernern indes nicht mehr, weil Büchel in der Nachspielzeit brillant gegen Siebatcheu den einen Punkt festhält. Nach dem 0:0 im Heimspiel knöpfen die Vaduzer dem Meister also zum zweiten Mal in Serie Punkte ab und sind erstmals seit Dezember nicht mehr am Tabellenende.

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Tore: 55. Djokic 0:1. 81. Siebatcheu 1:1.

23. Runde, 3./4. März 2021

Zürich - Luzern 1:2

Schon nach sechs Minuten stellt Louis Schaub (ganz rechts) mit seinem Tor auf 2:0 für die Luzerner Gäste.

Schon nach sechs Minuten stellt Louis Schaub (ganz rechts) mit seinem Tor auf 2:0 für die Luzerner Gäste.

Keystone

Im strömenden Regen von Zürich beginnt die Partie für den FC Luzern perfekt. Es sind noch keine sechs Minuten gespielt, da führt das Team von Fabio Celestini mit 2:0. Dejan Sorgic trifft auf Vorlage von Martin Frydek mit dem Kopf – sein zehntes Saisontor. Louis Schaub erhöht kurze Zeit später – im Anschluss an eine schöne Kombination.

Die Luzerner stehen im 4-4-2-System kompakt und lassen in der ersten Viertelstunde keine Chance für den FC Zürich zu. Nach einem Vorstoss von Fabian Rohner in der 18. Minute kommt zu ersten Mal leichte Gefahr auf vor dem Tor von Marius Müller.

Der FC Luzern dominiert die Partie, lässt den Ball gegen passive und fehlerhafte Zürcher gut laufen. Klare Torchancen erspielen sich die Gäste aber auch nicht mehr, Sorgic kommt nach rund 35. Minuten noch zu einer Abschlusschance nach einem Fehler in der FCZ-Verteidigung. Eine einseitige erste Halbzeit im Letzigrund endet 0:2.

Das Heimteam beginnt etwas besser, hat mehr Ballbesitz als noch in den ersten 45 Minuten. Das liegt auch daran, dass sich der FCL etwas zurückzieht, weniger Druck macht auf die FCZ-Verteidiger. Kurz bevor eine Stunde gespielt ist, kommen die Zürcher zur ersten guten Torchance. Blaz Kramer kommt aus kurzer Distanz nach einer Flanke zum Abschluss – FCL-Goalie Müller pariert mit einer guten Reaktion.

Ein Aufreger in der sonst eher erreignisarmen zweiten Halbzeit ist der Ausraster von FCZ-Innenverteidiger Nathan nach einer gelben Karte. Er richtet böse Worte an einen Mitspieler und Schiedsrichter Alain Bieri zeigt ihm daraufhin zuerst die Gelb-Rote Karte. Die FCZ-Spieler reklamieren und am Ende bleibt Nathan auf dem Feld. Bieri hat seine Entscheidung zurückgenommen.

Das Team von Trainer Massimo Rizzo kommt in der Schlussphase besser auf, auch weil der FCL mehr Fehler macht im Aufbau. Der Anschlusstreffer durch Antonio Marchesano fällt etwas mehr als zehn Minuten vor dem Ende der Partie. Die Zürcher drücken auf den Ausgleich, doch der FC Luzern bringt den Sieg über die Zeit. Wichtiger Auswärtssieg für den FCL.

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Tore: 4. Sorgic 0:1 6. Schaub 0:2 79. Marchesano 1:2

Bemerkungen: In der 71. Minute erst Gelb-Rot für Nathan (Zürich), dann revidiert der Schiedsrichter seine Entscheidung. Nur Gelb für den Verteidiger. 

Sion - Lugano 0:3 (0:3)

Sion-Trainer Fabio Grosso schleicht nach der 0:3-Niederlage seiner Mannschaft konsterniert vom Platz.

Sion-Trainer Fabio Grosso schleicht nach der 0:3-Niederlage seiner Mannschaft konsterniert vom Platz.

Keystone

(frh) Beim FC Sion läuft es nicht wie gewünscht. Durch die sonntägliche Niederlage im Direktvergleich gegen Vaduz spüren die Sittener die nun punktgleichen Liechtensteiner im Nacken, zudem liegt der letzte Sieg in der Liga auch schon einen Monat zurück. Das Abstiegsgespenst schwebt über dem Tourbillon.

Da kommt der FC Lugano ja eigentlich gerade recht. Die Tessiner haben ihre vergangenen sieben Partien nicht gewinnen können, warten also noch länger auf einen Vollerfolg als der FC Sion. Und doch sind es die Luganesi, die hier vorlegen. In der 27. Minute schweisst Custodio einen Schuss von weit ausserhalb des Sechzehners ins nahe Eck. Sion-Keeper Fayulu sieht etwas unglücklich aus, in der Wiederholung aber wird offenbar, dass der Ball perfide auf dem Rasen aufsetzt. Bis dahin hatte eigentlich das Heimteam mehr vom Spiel gehabt.

Doch Hoffnung schürt das aufseiten der Hausherren nicht, im Gegenteil. Innert der folgenden Viertelstunde hängen die Köpfe der Sittener tiefer und tiefer. Denn Lugano legt nach: mit dem 2:0 durch einen verwandelten Elfmeter von Maric in Minute 32 und mit dem 3:0 durch Bottani kurz vor dem Pausenpfiff. Die Gäste bestechen durch beeindruckende Effizienz. Dreimal schiessen sie aufs Gehäuse, dreimal liegt der Ball im Tor.

Der Dreierpack ist gleichbedeutend mit dem Sieg, weil die Mannschaft von Maurizio Jacobbacci im zweiten Umgang das Geschehen clever verwaltet und sich der FC Sion kaum einmal erfolgsversprechende Möglichkeiten erspielen mag. Weitere Treffer gibt es in den zweiten 45 Minuten keine mehr zu sehen.

Für Fabio Grosso wird die Lage indes immer prekärer. Man staunte in dieser Spielzeit ja nicht schlecht über die Engelsgeduld des Sion-Präsidents Constantin mit seinem Trainer. Der Weltmeister von 2016 liefert die gewünschten Resultate nicht, frühere Coaches erhielten in Sitten schon für leichtere Vergehen vorzeitig den Laufpass. Eine Weiterbeschäftigung Grossos scheint von Spieltag zu Spieltag unwahrscheinlicher – spätestens jetzt, nach diesem 0:3 daheim gegen Lugano.

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Tore: 27. Custodio 0:1 32. Maric (Foulelfmeter) 0:2 41. Bottani 0:3

Bemerkungen: keine

Basel - Young Boys 1:1 (1:1)

Darian Males bringt den FCB herrlich in Führung.

Darian Males bringt den FCB herrlich in Führung.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

(rg) Es ist eine gewisse Ratlosigkeit, die den FC Basel derzeit umschwirrt. Wie sieht die Zukunft des einstigen Ligakrösus aus? Wie geht es mit dem suspendierten Valentin Stocker weiter? Bleibt der Klub in Basler Händen? Wie reagiert das Team auf die grossen Diskussionen?

Die Ratlosigkeit ist auch nach dem Schlusspfiff in der Partie gegen die Young Boys den Basler Akteuren ins Gesicht geschrieben. Ein 1:1 hat das Team erreicht und damit mehr als die meisten Fans erwartetet haben. Bei der Art und Weise des Erfolgs bleiben aber viele Fragzeichen an der spielerischen Qualität des Teams bestehen. Kämpferisch überzeugt Basel, nach diesem Unentschieden wäre es aber vermessen von einem Neustart in Basel zu sprechen.

YB, der Dominator der Liga und auch in dieser Partie deutlich feldüberlegen, kann mit dem Remis derweil kaum zufrieden sein. Zumal man sich im ersten Durchgang teilweise in einer Cuppartie wähnt, in der der Unterklassige mit Mann und Maus in der eigenen Hälfte verteidigt. Und wenn es zählt, ist das bessere Team dennoch da. Als Basel entgegen dem Spielverlauf in Führung geht, braucht YB nur fünf Minuten, um die Partie auszugleichen.

Hätte YB das Tempo aus der ersten Halbzeit auch in den zweiten Umgang mitnehmen können, ein Sieg der Berner wäre die logische Folge gewesen. Doch dem Schweizer Meister, der sich in den letzten Wochen in bestechender Form präsentiert hatte, fehlen die Rezepte, die Aktionen sind zu wenig zwingend. Viel zu oft wird eine Flanke geschlagen, die auffällig oft Timm Klose wegverteidigen kann. Und so bleibt das Tor von Sandro Lauper in der 26. Minute das einzige Highlight aus Berner Sicht.

Basel dagegen verteidigt tief, versucht es mit langen Bällen auf die einzige Spitze Cabral. Es wirkt häufig ängstlich und passiv. Wirklich Mut hat nur einer in Rotblau an diesem Abend: Darian Males. Der ehemalige Luzern-Spieler und Leihgabe von Inter Mailand zieht nach zwanzig Minuten aus der zweiten Reihe ab und trifft traumhaft zur überraschenden Führung. In der zweiten Hälfte agieren die Basler ein bisschen mehr und kommen zu Möglichkeiten. Cabral lässt die besten zwei davon liegen.

Und so weiss beim FC Basel niemand, ob man glücklich sein soll. Der neue Captain Pajtim Kasami sagt gegenüber «SRF»: «Es war eine solide Leistung in einer sehr schwierigen Situation. Wir haben uns den Punkt erarbeitet.»

Ob dies die Fans ruhig stimmt? Schon Stunden vor dem Spiel ist auf dem Barfüsserplatz in Basel einiges los. Dort, wo früher die Meistertitel bejubelt wurden, haben FCB-Fans ein Mahnmal errichtet. Dies aus Sorge, dass der Verein bald in ausländischer Hand sein könnte. Zumindest diese Angst ist ein wenig Hoffnung gewichen: David Degen, der nach Basler Geldgeber sucht, soll gemäss Handeszeitung auf gutem Weg sein. Das Blatt nennt folgende Namen: Hedge-Fond-Pionier Rainer Marc Frey, der ehemalige Fifa-Mann Domenico Scala, Ex-CEO der Straumann Group Marco Gadola sowie Ex-Botschafter Thomas Borer.

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Tore: 20. Males 1:0. 26. Lauper 1:1.

Vaduz - Lausanne 0:3 (0:1)

Jonathan Bolingi bedankt sich bei Flankengeber Suzuki und jubelt über sein erstes Tor für Lausanne.

Jonathan Bolingi bedankt sich bei Flankengeber Suzuki und jubelt über sein erstes Tor für Lausanne.

Keystone

(sim) Im Rheinpark Stadion sind erst wenige Minuten gespielt, als es zum ersten Mal scheppert. Lausanne-Verteidiger Nikola Boranijasevic schiesst aus grosser Distanz, Vaduz-Goalie Benjamin Büchel streckt sich und lenkt den Ball an den Pfosten. Es ist ein vielversprechender Auftakt in dieses Duell der Aufsteiger. Doch in der Folge sollte es nicht gleich chancenreich weitergehen. Linus Obexer prüft einmal Lausanne-Goalie Mory Diaw mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Und nach einer halben Stunde kann Cameron Puertas nicht von einem indirekten Freistoss profitieren, nachdem Büchel einen Rückpass in die Hände genommen hatte.

Das Glanzlicht der ersten Halbzeit setzt Jonathan Bolingi. Der Kongolese, der erst vor kurzem aus Antwerpen nach Lausanne ausgeliehen worden war, traf mit einem Kopfball nach einer Flanke von Toichi Suzuki, der ebenfalls erst im Januar zu den Waadtländern gestossen war. Zum Zeitpunkt des Treffers spielten die Vaduzer mit einem Mann weniger, nachdem sich Verteidiger Yannick Schmid verletzt, Trainer Giorgio Contini aber noch keine Auswechslung hatte tätigen können.

Nach Wiederanpfiff prüft Tunahan Cicek Diaw wiederum mit einem Distanzversuch, was lange Zeit die beste Chance auf den Ausgleich für den FCV bleiben sollte. Bis in die 82. Minute, als Pius Dorn völlig freistehend im Strafraum der Lausanner zum Abschluss kommt. Diaw reagiert glänzend mit dem Fuss und ebnet seinem Team somit den Weg zum dritten Sieg im dritten Duell gegen die Liechtensteiner. In den Schlussminuten beweisen die Romands dann Kaltblütigkeit bei Kontern. Zuerst feiert mit Marc Fred Tsoungui ein weiterer Spieler seine Torpremiere, und nur wenig später sorgt Lucas Da Cunha für den 3:0-Schlussstand.

Damit schafft sich Lausanne ein Polster von acht Punkten auf die Vaduzer, die es verpasst haben, das Tabellenende erstmals seit Dezember zu verlassen.

Telegramm

Tore: 44. Bolingi 0:1. 95. Tsoungui 0:2. 96. Da Cunha 0:3.

St. Gallen - Servette 0:1 (0:1)

Grejohn Kyei, hier im Zweikampf mit Betim Fazliji, gelingt das einzige Tor der Partie.

Grejohn Kyei, hier im Zweikampf mit Betim Fazliji, gelingt das einzige Tor der Partie.

Marc Schumacher / freshfocus

(ibr) Servette Genf gewinnt das Verfolgerduell gegen den FC St.Gallen mit 1:0. Die Genfer schliessen durch diesen Auswärtssieg in der Tabelle zu den Ostschweizern auf. St.Gallen liegt zwar weiterhin auf Rang drei - jedoch nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz.

Mann des Spiels war der robuste Genfer Stürmer Grejohn Kyei. Er erzielte in der 29. Minute das einzige Tor des Abends im Kybunpark. Nach einem Freistoss stieg Kyei im Zweikampf mit dem St.Galler Leonidas Stergiou ein wenig höher. Der 19-Jährige fälschte die Hereingabe von Théo Valls zwar noch ab, doch Kyei köpfelte den Ball dennoch in die entfernte hohe Ecke. Lawrence Ati Zigi im St.Galler Tor war machtlos.

Die Ostschweizer Defensive bekam Kyei, der seinen neunten Saisontreffer erzielte, bis zu seiner Auswechslung nie in den Griff. Zwar agierten die St.Galler im Ballbesitz dominant, Torgefahr entwickelten sie jedoch zu selten. Ganz anders Servette: Das Trio Kyei, Kastriot Imeri und Miroslav Stevanovic harmonierte und kam immer wieder zu aussichtsreichen Gelegenheiten. Meistens nach Gegenstössen.

Auch in der zweiten Halbzeit war St.Gallen spielbestimmend, Genf hingegen spielte gradlinig und stand hinten sicher. Der eingewechselte St.Galler Neuzugang Junior Adamu deutete sein grosses Potenzial zwar an, doch auch der 19-jährige Österreicher reüssierte nicht. Insgesamt fehlte dem Heimteam die Durchschlagskraft im letzten Drittel.

Eine strittige Szene ereignete sich in der 68. Minute, als der Genfer Gaël Ondua nach einem Foul von hinten mit Rot vom Platz geschickt wurde. Schiedsrichter Lukas Fähndrich nahm den Entscheid nach Konsultation der Videobilder wieder zurück. So beendete Genf die Partie mit elf Mann und St.Gallen entging ein fast 20-minütiges Überzahlspiel.

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Tor: 29. Kyei 0:1.

22. Runde, 27./28. Februar 2021

Sion - Vaduz 0:2 (0:0)

Gabriel Lüchingers Penaltytor in der 73. Minute war der Dosenöffner für die Vaduzer.

Gabriel Lüchingers Penaltytor in der 73. Minute war der Dosenöffner für die Vaduzer.

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(frh) Fabio Grosso und sein FC Sion standen vor dem Heimspiel gegen den FC Vaduz gehörig unter Druck. Eine Niederlage und das Tabellenschlusslicht zöge punktemässig gleich.

Es lag also Spannung über diesem Kellerduell, in welchem Anto Grgic, seit Wochen der beste Sittener, in der 7. Minute die grosse Chance besitzt, die Nerven seines Trainers zu beruhigen. Doch der Mittelfeldspieler hat bei seinem Dropkick zu viel Rücklage, der Ball geht deutlich über den Querbalken. Grosso tigert derweil nervös in seiner Coaching-Zone auf und ab.

Die Gäste indes kommen, wenn überhaupt, dann nach Standardsituationen zu seltenen Möglichkeiten. In der Luft ist Vaduz wie so häufig in dieser Saison überlegen, doch es fehlt die Genauigkeit. Zweikämpfe und Fouls prägen die Partie, Spielfluss kommt nur selten auf. Gefühlt werden so viele ruhende Bälle geschlagen wie in allen anderen Super-League-Partien an diesem Wochenende zusammengenommen. Abstiegskampf eben.

Im zweiten Umgang drücken dann plötzlich beide Teams aufs Gas, das Tempo wird höher. Erst feuert Obexer ein Geschoss aufs Gehäuse der Sittener, wenig später lenkt der Vaduzer Goalie Büchel einen Schuss von Tosetti phänomenal an den Pfosten und hält seine Mannschaft im Spiel.

Der Führungstreffer fällt im Anschluss auf der Gegenseite: Weil Sion-Akteur Bamert seinen Gegenspieler am Trikot zieht, gibt es Elfmeter. Den verwandelt Lüchinger souverän zum 1:0. Und als wäre ein Penalty nicht genug, gibt es in der Nachspielzeit den nächsten. Wieder heisst der Unglücksrabe Bamert, dieses Mal berührt er den Ball unerlaubterweise mit der Hand. Coulibaly lässt sich die Chance nicht entgehen und stellt auf 2:0. Vaduz gewinnt und rückt dem FC Sion mächtig auf die Pelle.

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Tore: 71. Lüchinger (Foulpenalty) 0:1 90.+3 Coulibaly (Handspenalty) 0:2

Bemerkungen: 4. Gelbe Karte für Grgic (Sion), im nächsten Spiel gesperrt

Lausanne – Lugano 2:0 (1:0)

Darf zufrieden sein: Lausanne Trainer Giorgio Contini.

Darf zufrieden sein: Lausanne Trainer Giorgio Contini.

Freshfocus

(keg) So sieht Erleichterung aus! Lausanne jubelte nach dem klaren Sieg gegen Lugano ausgelassen. Und auch Trainer Giorgio Contini darf zufrieden sein. Lausanne liess Lugano keine Chance. Das Pressing war schon kurz nach dem Anpfiff stark in Richtung Lugano-Tor. Bereits nach fünf Minuten knallts am Pfosten von Keeper Noam Baumann.

Immer wieder bringt sich Lausannes Mahou in Szene. Er ist es denn auch, der nach 20 Minuten direkt abschliessen kann und den Ball unten rechts in Baumanns Tor haut. Das Heimteam übernimmt verdient die Führung. Und Lausanne bleibt weiter das dominierende Team. In der 48. Minute dann (fast) das 2:0 wiederum durch Mahou, das aber wegen Offside durch den Videoentscheid wieder gestrichen wurde. So vergeht die erste Halbzeit, ohne dass Lugano nur mit einem einzigen Schussversuch aufs Lausanner Tor in die Kabine geht. Continis Mannschaft ist aufsässig, bleibt dran und lässt die Luganesi nicht durchkommen.

Der Aufwärtstrend der letzten Meisterschaftsspiele von Lausanne-Sport bleibt also bestehen. Lugano war zu Beginn der zweiten Halbzeit also weiter gefordert. Doch schon in der 73. Minute bringen die Westschweizer die Tessiner wieder in eine brenzlige Situation. Suzuki spielt von der Seite aus einen Pass entlang der Linie zur Mitte auf Cameron Puertas, der sich den Ball angelt und zum 2:0 verwertet!

Nun musste Lugano reagieren. Die schwierige Mission, das Spiel aus Sicht von Lugano noch einmal zu drehen, hat begonnen: In der 88. Minute reagiert Lausanne-Trainer Jacobacci und wechselt Stürmer Asumah Abubakar aus. Für ihn kommt Kevin Monzialo. Doch für Lugano geht die Rechnung nicht auf. Lausanne gewinnt zum Schluss gegen die schwachen Luganesi mit 2:0. In der Tabelle wird Lausanne die Tessiner dank des besseren Torverhältnisses überholen.

Telegramm

Tore: 21. Mahou 1:0 73. Puertas Castro 2:0

Bemerkungen: keine

Luzern - Young Boys 2:2 (1:0)

Der FC Luzern und YB lieferten sich ein kämpferisches Duell, das keinen Sieger sah.

Der FC Luzern und YB lieferten sich ein kämpferisches Duell, das keinen Sieger sah.

Keystone

(jwe) Das Heimteam wird von den Gästen aus Bern von Anfang an in die Defensive gedrängt. Die Luzerner verteidigen die schnellen YB-Angriffe aber in der Startphase gut und können selber mit schnellen Gegenzügen für etwas Unruhe in der Abwehr der Berner sorgen. In der 23. Minute trifft Filip Ugrinic mit einem schönen Distanzschuss zur FCL-Führung – er kommt nach einem Einwurf von Christian Schwegler an der Strafraumgrenze an den Ball.

Nach der Führung kommt das Gästeteam von Trainer Gerardo Seoane zu einigen guten Chancen. Die YB-Akteure lassen aber die letzte Konsequenz und Präzision vermissen. Das Heimteam geht so mit einer 1:0-Führung in die Pause.

Das Spiel beginnt in der zweiten Halbzeit ausgeglichen, die besseren Aktionen in der Offensive haben die Luzerner. Sorgic hat nach 53. Minuten die beste Möglichkeit auf das 2:0. Bei YB kommen nach einer Stunde Spielzeit drei nahmhafte frische Kräfte für den Angriff aufs Feld: Christian Fassnacht, Jordan Siebatcheu und Marvin Spielmann. Es ist Fassnacht, der dann auch für den Ausgleich verantwortlich ist. Die Luzerner bringen den Ball nicht weg, der Nati-Spieler schiesst aus 16 Metern platziert und flach ins Eck.

Die Gäste drücken den FCL schon vor dem Ausgleich in die Defensive. Die Luzerner sind nach dem Gegentor mit dem Tempo von YB zunehmends überfordert und die Kräfte schwinden. Celestini bringt mit Ibrahima Ndiaye, Lorik Emini und dann auch noch Yvan Alounga ebenfalls Einwechselspieler für die Offensive aufs Feld. Es sind aber die Berner, welche den nächsten Treffer erzielen, respektive FCL-Verteidiger Stefan Knezevic mit dem Eigentor. Goalie Müller wehrt einen Schuss von YB-Akteur Lefort ab, doch der Ball springt Knezevic an den Fuss und kullert von da ins Tor.

In der sechs Minuten langen Nachspielzeit gelingt dem FCL tatsächlich noch der Ausgleich. Frydek mit dem Einwurf auf den Kopf von Goalie Marius Müller, der mit vorne dabei ist und den Ball in die Gefahrenzone bringt. Dort kommt's zum Durcheinander und am Ende schiesst Marvin Schulz das 2:2.

Telegramm

Tore: 23. Ugrinic 1:0 71. Fassnacht 1:1 87. Knezevic (Eigentor) 1:2 90.+6 Schulz 2:2

Bemerkungen: keine

St.Gallen – Basel 3:1 (1:0)

Lukas Görtler (links) brachte die St.Galler mit 1:0 in Führung. Es war der Dosenöffner für das Heimteam.

Lukas Görtler (links) brachte die St.Galler mit 1:0 in Führung. Es war der Dosenöffner für das Heimteam.

Michel Canonica

(pl) Während bei St.Gallen der 19-jährige Stürmer Junior Adamu debütiert, läuft für Basel erstmals der 18-jährige Mittelfeldspieler Matias Palacios auf. Es ist eine muntere Partie. Beide Mannschaften setzen auf die Offensive und spielen schnell in die Spitzen.

In der sechsten Minute kommen die Ostschweizer durch Neuzugang Junior zu einer ersten guten Chance. Wenig später liegt der Ball im St.Galler Tor, Schiedsrichter Sandro Schärer anerkennt den Treffer jedoch wegen eines Handspiels von Pajtim Kasami nicht.

In Anbetracht der langen Verletztenliste – dem kriselnden Gast aus Basel fehlen 15 Akteure, hinzu kommen die beiden gesperrten Fabian Frei und Eray Cömert – hält sich die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza wacker. Nach einer Viertelstunde kommt Darian Males zu einer guten Möglichkeit. Nur übernimmt St.Gallen, das zuletzt beim 1:2 in Vaduz einen herben Dämpfer erlitten hat, je länger je mehr das Spieldiktat.

In der 35. Minute gehen die Ostschweizer schliesslich verdient in Führung: Lukas Görtler läuft quer durch den Sechzehnmeterraum und bezwingt Goalie Heinz Lindner im Fallen mit einem herrlichen Schlenzer.

Nach der Pause übernimmt der vierte Offizielle David Huwiler von Schärer die Spielleitung, da sich der Schiedsrichter offenbar unwohl fühlt.

Basel drückt zu Beginn der zweiten Halbzeit auf das Tempo, bleibt aber ungefährlich. St.Gallen, das nur zwei seiner letzten sieben Heimpartien für sich entscheiden konnte, ist torgefährlicher als der Gegner. In der 69. Minute fällt die Vorentscheidung: Nach einem Foul von Gonçalo Cardoso an Jérémy Guillemenot verwertet Kwadwo Duah den Penalty via Pfosten.

In der 76. Minute wird es bitter für Basel: St.Gallens Captain Jordi Quintillà packt erstmals seit langem wieder seinen Zauberfuss aus und verwertet einen Freistoss aus 18 Metern direkt zum 3:0. Das Ehrentor durch Arthur Cabral gelingt Basel erst in der Nachspielzeit.

Es ist für St.Gallen der erste Heimsieg gegen Basel seit September 2017. Damit rücken die Ostschweizer auf Rang drei vor, der Rückstand auf die Mannschaft von Ciriaco Sforza beträgt noch einen Punkt.

Telegramm

Tore: 35. Görtler 1:0. 69. Duah 2:0 (Foulpenalty). 76. Quintillà 3:0. 91. Cabral 3:1

Bemerkungen: keine

Servette - Zürich 3:1 (1:1)

Miroslav Stevanovic trifft akrobatisch zum 2:1 und leitet den Sieg für sein Team ein.

Miroslav Stevanovic trifft akrobatisch zum 2:1 und leitet den Sieg für sein Team ein.

Keystone

(frh) Der FC Zürich fällt derzeit nicht gerade mit begeisterndem Fussball auf. Bezeichnend, dass in der Partie gegen Sion am letzten Wochenende der Platzsturm von Präsidentin-Hündin Chilla die spektakulärste Spielszene war. Für Massimos Rizzos Männer gilt meist: Sie zeigen solides Handwerk, im Spiel nach vorne fehlt jedoch die Würze.

Im Auswärtsspiel bei Servette Genf aber belehrt Fabian Rohner die hiesigen Fussballbeobachter eines Besseren. In der 12. Minute fasst sich der junge Zürcher Verteidiger ein Herz und zieht von weit ausserhalb des Strafraums einfach mal ab. Sein platzierter Schuss segelt wie an der Schnur gezogen unhaltbar für Servette-Goalie Jérémy Frick ins linke obere Eck. Es ist ein 1:0, das man getrost mit dem Wörtchen «Traumtor» umschreiben darf.

Der Puls also ist schon frühzeitig in der Partie erhöht, für eine weitere Gefühlsregung sorgt Miroslav Stovanovic in der 26. Minute. Nach einem Eckball köpft der Servette-Stürmer für das Heimteam zum Ausgleich ein.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Kyei das Spiel beinahe zugunsten der Genfer gedreht, doch der Stürmer trifft in der 49. Minute nur den Pfosten. In der 62. Minute ist es dann Stevanovic, der mit seinem zweiten Tor auf 2:1 stellt. Abermals fällt der Treffer nach einem Eckball. Dieses Mal packt der 30-Jährige die ganz feine Klinge aus und spediert den Ball per Fallrückzieher in die rechte untere Ecke. Es ist dies das zweite Prachtstor an diesem Abend.

In der Folge gibt der FCZ das Spiel vollends aus der Hand. Kryeziu reisst Rouiller fünf Zeigerumdrehungen später im Strafraum um, Theo Valls verwandelt den fälligen Elfmeter zum 3:1 für Servette. An diesem Spielstand vermögen die Gäste bis zum Schluss nichts mehr zu ändern. So bleibt das Kunststück von Fabian Rohner letztlich ohne Wert.

Telegramm

Tore: 12. Rohner 0:1 26. Stevanovic 1:1 62. Stevanovic 2:1 67. Valls (Foulpenalty) 3:1

Bemerkungen: keine

Nachtragsspiel der 17. Runde, 24. Februar 2021

Vaduz - Luzern 1:1 (0:1)

Der Luzerner Louis Schaub zelebriert in Vaduz sein Traumtor zum 1:0.

Der Luzerner Louis Schaub zelebriert in Vaduz sein Traumtor zum 1:0.

Walter Bieri/Keystone

(dw) Die Gäste aus Luzern sind in diesem Abstiegszonen-Duell während der ersten 45 Minuten das aktivere Team. Grosse Torchancen bleiben aber im ersten Umgang aus. Als Louis Schaub in der 24. Minute Milan Gajic mit einem Haken düpiert und aus 22 Metern mit dem Aussenrist seines linken Fusses in die hohe Torecke trifft, ist das schlicht eine brillante Einzelaktion des früheren Bundesliga-Profis aus Köln.

Der 1:0-Führung der Innerschweizer haben die Vaduzer ebenfalls zwei Schüsse von ausserhalb des Sechzehners entgegenzusetzen: Tunahan Cicek prüft FCL-Goalie Marius Müller mit einem Aufsetzer (34.) und Gajic (44.) kann mit einem Freistoss den Schlussmann auch nicht überwinden.

Die Vaduzer pressen gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Zu wirklich guten Torchancen kommen sie aber bis zur Nachspielzeit nicht. Dann muss Müller eine starke Parade gegen Pius Dorn (91.) auspacken, ehe in der 93. Minute doch noch der späte Ausgleich für die Gastgeber fällt, es ist ein Zusammenspiel zweier Einwechselspieler: Elvin Ibrisimovic passt in die Mitte zu Matteo Di Giusto, der zum 1:1-Endstand einschiesst.

Telegramm

Tore: 24. Schaub (Wehrmann) 0:1. 93. Di Giusto (Ibrisimovic) 1:1.

Young Boys - Servette 2:0 (2:0)

Der Torjäger schlägt gegen seinen Ex-Club zu. Jean-Pierre Nsame trifft zum 2:0.

Der Torjäger schlägt gegen seinen Ex-Club zu. Jean-Pierre Nsame trifft zum 2:0.

Freshfocus

(sim) Spielen die Young Boys gegen Servette, tut sich der Meister normalerweise schwer. Im Dezember war es den Genfern gelungen, die lange Serie der Berner Ungeschlagenheit im Wankdorf zu beenden und YB die erste Niederlage in dieser Saison zuzufügen.

Dass am Sonntag eine zweite dazukommen könnte, wurde bereits früh unwahrscheinlich. Steve Rouiller lenkte nach einem Eckball von Michel Aebischer ins eigene Tor ab bevor Jean-Pierre Nsame einschiessen konnte. Es war der Start, den sich die Berner nach dem kräfteraubenden Auftritt am Donnerstag in der Europa League gegen Leverkusen gewünscht hatten. Trainer Gerardo Seoane rotierte auf sieben Positionen, was die Berner aber nicht daran hinderte, bereits früh Druck zu entwickeln.

Nach dem Führungstor kontrollierte YB das Geschehen. Und nachdem David von Ballmoos die beste Chance der Servettien, einen Kopfball Rouillers, mit einem starken Reflex zunichte gemacht hatte, erhöhte Topskorer Nsame mit einem wuchtigen Kopfball noch vor der Pause auf 2:0.

Dass die Berner dieses Skore in der zweiten Halbzeit nicht verdoppeln konnten, liegt am Videoschiedsrichter, der erst einen Treffer von Felix Mambimbi aberkannte, da Verteidiger Mohamed Camara zuvor ein umstrittenes Foulspiel begangen hatte, und wenig später, als sich der junge Freiburger bereits den Ball für einen Penalty gesetzt hatte, intervenierte der VAR und nahm den Entscheid von Schiedsrichter Alain Bieri zurück.

Doch egal ob 2:0 oder 4:0, die Berner liefen nie Gefahr, den Sieg gegen in der zweiten Halbzeit harmlose Grenats aus der Hand zu geben. Nach der Niederlage von St.Gallen und dem Unentschieden von Basel am Samstag liegen die Berner nun bereits 18 Punkte vor dem zweitplatzierten FCB.

Telegramm

Tore: 4. Rouiller (Eigentor) 1:0. 41. Nsame 2:0.

Bemerkungen: 94. Gelb-Rote Karte gegen Camara (wiederholtes Foulspiel)

Zürich - Sion 1:1

Sorgt mit ihrem Platzsturm in der 40. Minute für einen Spielunterbruch: FCZ-Stürmer Blaz Kramer versucht Präsidenten-Hündin Cilla einzufangen.

Sorgt mit ihrem Platzsturm in der 40. Minute für einen Spielunterbruch: FCZ-Stürmer Blaz Kramer versucht Präsidenten-Hündin Cilla einzufangen.

freshfocus

(gav) Die TV-Zuschauer bekommen bei der Partie zwischen dem FCZ und Sion einiges an Unterhaltung in der ersten Halbzeit geboten. Und das nicht nur, weil Präsidenten-Hündin Cilla in der 40. Minute mit ihrem Platzsturm für einen Spielunterbruch sorgt. Ancillo Canepa bringt den entflohenen Vierbeiner wieder unter Kontrolle. Mit dem Remis verpassen es die Zürcher auf Basel aufzuschliessen und die Sittener liegen nun nur noch vier Punkte vor dem Schlusslicht Vaduz.

Lange muss man im Letzigrund nicht auf Tore warten. Luca Clemenza nützt auf der linken Strafraumseite den Platz, der ihm von den Zürchern geboten wird. Toni Domgjoni liefert nur Begleitschutz und kann den Italiener nicht am Schuss hindern. Der Ball landet massgenau im Kasten. Ex-FCZler Anto Grgic nimmt ein Geschenk in der 31. Minute nicht an. Fidan Aliti nimmt eine Sion-Flanke im Strafraum mit dem Arm mit – Penalty. Grgic schiesst halbhoch in die Mitte. FCZ-Goalie Yanick Brecher pariert den schwach getretenen Elfer. Danach finden die Hausherren immer besser ins Spiel. In der 39. Minute muss Blaz Kramer nur noch die Fussspitze nach einer Flanke von Antonio Marchesano hinhalten, um den Ausgleich zu erzielen. Zwei Minuten davor trifft der Stürmer noch den Pfosten und haut den Nachschuss übers Tor. Damit kann er sein Malheur wiedergutmachen.

Die Vorzeichen für eine spannende zweite Hälfte standen gut. Doch es kommt anders. Es folgen viele Spielunterbrechungen wegen Fouls auf beiden Seiten. Schiedsrichter Lukas Fähndrich muss insgesamt achtmal den gelben Karton zeigen. In der 88. Minute sieht Sitten-Verteidiger Wesley diesen zum zweiten Mal. Doch auch mit einem Mann mehr auf dem Platz kommt der FCZ nicht zu weiteren Grosschancen. Punkteteilung nach einer schwachen zweiten Halbzeit.

Telegramm

Tore: 12. Clemenza 0:1, 39. Kramer 1:1

Bemerkungen: 31. Grgic verschiesst Elfmeter, 37. Pfostenschuss Kramer, 40. Spielunterbruch nach Platzsturm von Präsidenten-Hündin Cilla, 88. Gelb-Rot gegen Wesley.

Lugano – Luzern 2:3 (1:1)

Varol Tasar trifft mit seinen Toren Nummer 2 und 3 für den FC Luzern zum 3:2-Sieg in Lugano.

Varol Tasar trifft mit seinen Toren Nummer 2 und 3 für den FC Luzern zum 3:2-Sieg in Lugano.

Martin Meienberger/Freshfocus

(dw) Der FC Luzern steht in Lugano bis zur 81. Minute mit 1:2 in Rückstand, ehe der eingewechselte Varol Tasar den FCL mit zwei Toren zum 3:2-Erfolg führt.

Die Partie im Tessin beginnt für die Luzerner schlecht. Alexander Gerndt schlägt einen präzisen Eckball, den Miroslav Covilo in der 10. Minute zum 1:0 für Lugano ins Netz köpfelt. Marvin Schulz kann nicht eingreifen. Die Führung spielt der Mannschaft von Maurizio Jacobacci in die Karten, die Südtessiner ziehen sich zurück und lauern auf Gegenstösse.

Der FCL aus der Innerschweiz tut sich gegen die massierte Abwehr schwer. Eine klare Chance resultiert in der ersten Halbzeit nicht, ehe Ibrahima Ndiaye kurz vor dem Halbzeitpfiff gegen Numa Lavanchy durchbricht und schiesst. Der Ball fliegt Akos Kecskes an den Arm, welcher der Ungar höher als die Schulter gehalten hatte. Schiedsrichter Alessandro Dudic sieht das Vergehen nicht, doch Stefan Horisberger als Video Assistant Referee (VAR) greift ein. Es kommt zum Handselfmeter, den Schulz zum 1:1-Pausenstand (45.) verwertet.

Kurz nach dem Seitenwechsel hat Louis Schaub eine hochkarätige Chance, um Luzern in Führung zu schiessen. Doch er schiesst die optimale Vorlage von Nidaye knapp am Tor vorbei. Die Luganesi dagegen nützen ihre nächste Gelegenheit, Mattia Bottani trifft zum 2:1 ins Lattenkreuz (65.), weil sein Schuss von Marco Burch unhaltbar abgefälscht wird.

Doch die Luzerner geben nicht auf: Der eingewechselte Varol Tasar schiesst einen Doppelpack und Luzern gewinnt in Lugano überraschend mit 3:2. Sein erster Treffer zum 2:2 ist ein wunderbarer Schlenzer in der 81. Minute. Tasar zirkelt schliesslich in der 88. Minute einen Freistoss aus 18 Metern um die Mauer zum 3:2-Endstand ins Lugano-Tor. Für Luzern ist der Vollerfolg im Abstiegskampf enorm wertvoll.

Tore: 10. Covilo (Corner Gerndt) 1:0. 45. Schulz (Handspenalty) 1:1. 65. Bottani 2:1. 81. Tasar 2:2. 88. Tasar (Freistoss) 2:3.

Basel - Lausanne-Sport 0:0

Eine Schlüsselszene: Fedayi San stellt Eray Cömert wegen einer Tätlichkeit vom Platz.

Eine Schlüsselszene: Fedayi San stellt Eray Cömert wegen einer Tätlichkeit vom Platz.

Marc Schumacher / freshfocus

(sl) Es ist ein regelrechtes Herzschlagfinale, das das Spiel zwischen dem FC Basel und Lausanne-Sport in der Nachspielzeit erfährt. Zuerst scheitert Lausannes Evann Guessand an FCB-Torhüter Heinz Lindner, der aus kürzester Distanz den Schuss pariert. Und kurz vor Abpfiff, mit der letzten Aktion des Spiels, hat Arthur Cabral den Matchball für den FCB auf dem Fuss, den er sich mit einem Sprint über das halbe Feld erarbeitet. Doch vor dem Lausanner Gehäuse wird er noch bedrängt und von seinen Kräften verlassen - der Schuss geht drüber. Das Spiel, es endet mit einer Nullnummer. Ein Unentschieden, für das der angeschlagene FC Basel 70 Minuten leiden musste.

Denn nach 20 Minuten geschieht etwas, das das restliche Spielgeschehen massiv beeinflusst. Eray Cömert lässt sich an der Mittellinie von Hicham Mahou provozieren und fasst ihm kurz, aber entscheidend ins Gesicht. Eine dumme wie unnötige Unbeherrschtheit, die eine Rote Karte zur Folge hat und seine Mitspieler in der Folge zu viel Laufarbeit zwingt. Trotz numerischer Unterzahl steht der FCB defensiv vor der Pause kompakt. Einzig beim Aussenpfostenschuss von Cameron Puertas wird es richtig gefährlich. Auf der Gegenseite vergibt Timm Klose die Führung, als er nach einer Ecke freistehend drüber köpft.

In der zweiten Halbzeit wird das Heimteam defensiv stärker auf die Probe gestellt. Insbesondere Stjepan Kukuruzovic verpasst den Führungstreffer mit zwei Distanzschüssen innert zwei Minuten nur äusserst knapp. Der FCB kann offensiv kaum noch für Entlastung sorgen, besinnt sich auf seine kämpferischen Fähigkeiten und konzentriert sich auf die Abwehrschlacht. In den Schlussminuten erhöht Lausanne nochmals die Kadenz, doch entweder zielen die Gäste zu hoch oder scheitern an Lindner. Und auch die zwei grössten Chancen des Spiels, tief in der Nachspielzeit, bringen nichts Zählbares ein.

Mit dem Unentschieden bleibt der FCB im heimischen Joggeli weiterhin sieglos. Der letzte Vollerfolg gelang dem Team von Ciriaco Sforza anfangs Dezember gegen Sion. Ein Unentschieden gegen den Aufsteiger aus Lausanne beruhigt die angespannten Nerven nach der blamablen Cup-Pleite gegen Winterthur nicht. Doch angesichts der Tatsache, dass der FCB 70 Minuten in Unterzahl agierte, kann das Heimteam mit dem Unentschieden zufrieden sein, vor allem weil es kämpferisch alles in die Waagschale warf.

Telegramm

FC Basel - Lausanne-Sport 0:0

Bemerkungen: 20. Minute: Rote Karte an Eray Cömert wegen einer Tätlichkeit

Vaduz - St. Gallen 2:1 (1:0)

Konsternierte Gesichter beim FCSG: Basil Stillhart (links) und Jordi Quintilla nach dem Schlusspfiff

Konsternierte Gesichter beim FCSG: Basil Stillhart (links) und Jordi Quintilla nach dem Schlusspfiff

Freshfocus

(pl) Der FC St.Gallen hat es verpasst, zum zweitklassierten Basel aufzuschliessen. Nach dem 2:1-Erfolg gegen Luzern war im Nachbarschaftsderby gegen Vaduz vor allem die erste Halbzeit der Ostschweizer ein herber Rückschlag.

Die letztklassierten Liechtensteiner stellten das torgefährlichere und agilere Team. Drei Tage nach dem Spiel gegen Luzern wirkte St.Gallen müde, die Fehlpassquote war hoch, was Vaduz geschickt nutzte. So war die Führung durch Joel Schmied nach gut einer halben Stunde verdient, Vaduz hätte sie in der Folge gut und gerne auch noch ausbauen können. St.Gallen wurde nur noch durch einen Freistoss von Jordi Quintillà gefährlich.

Trainer Peter Zeidler nahm zur Pause einen Dreifachwechsel vor, St.Gallen schaffte es nun, Vaduz mehr unter Druck zu setzen. Doch just in jener Phase erhöhten die Liechtensteiner nach einem Freistoss auf 2:0: Erneut war Schmied der Torschütze. Erst nach dem Anschlusstor durch Alessandro Kräuchi in der 80. Minute erwachten die Ostschweizer so richtig. Es war allerdings zu spät, um die erste Niederlage gegen Vaduz in dieser Saison noch abzuwenden.

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Tore: 29. Schmied 1:0. 64. Schmied 2:0. 80. Kräuchi 2:1.

16. Spieltag, Nachtragsspiele, 17. Februar 2021

St. Gallen – Luzern 2:1 (0:1)

Victor Ruiz verwandelt den Foulpenalty zum 1:1.

Victor Ruiz verwandelt den Foulpenalty zum 1:1.

Freshfocus

In dieses Nachtragsspiel der 16. Runde starten die St. Galler sachlich, mit einem gewissen Sicherheitsdenken. Victor Ruiz hat nach knapp zehn Minuten eine Chance aus der Distanz, aber dann gibt es die kalte Dusche, auch weil das Heimteam nicht zwingend ist: Knipser Dejan Sorgic ist zur Stelle mit seinem neunten Saisontor, nachdem Goalie Lawrence Ati Zigi einen nicht einfach zu haltenden Schuss nach vorne abklatschen lässt. St. Gallen scheint geschockt, findet nur sehr langsam wieder ins Spiel. Zudem fabriziert Boubacar Traorè in der 19. Minute eine mit der gelben Karte geahndete Schwalbe, statt durchzulaufen. Denn dann hätte es Foulpenalty geben müssen!

Es läuft die 55. Minute, als Kwadwo Duah regelwidrig umgerissen wird von Luzerns Verteidiger Martin Frydek, der gleich auch noch wegen der Notbremse eine harte, aber doch vertretbare rote Karte bekommt. Victor Ruiz schiesst – und trifft resolut in die hohe Torecke: 1:1. Die St. Galler bleiben sofort dran, riechen nun Lunte. Die Luzerner bringen den Ball nicht weg, nach einem scharf getretenen Ruiz-Pass durch den Sechzehner steht Duah plötzlich völlig frei und trifft aus kurzer Distanz.

Danach sind die St. Galler weiterhin spielbestimmend. Duah hat nochmals eine Chance, auf der anderen Seite bleibt Varol Tasar hängen. Kurz vor Spielende suchen die Gäste in Unterzahl den Ausgleich, aber er fällt nicht mehr, vielmehr behalten die Ostschweizer den Ball in ihren Reihen, müssten gar noch das dritte Tor erzielen. Das ist aber nicht mehr nötig und sie gewinnen nach zuletzt fünf sieglosen Auftritten dieses kapitale Spiel. Und verschaffen sich mit dieser Willensleistung und dem vierten Tabellenplatz Luft nach hinten.

Telegramm

Tore: 14. Sorgic 0:1. 58. Ruiz (Foulpenalty) 1:1. 72. Duah 2:1

Bemerkungen: Rote Karte nach Notbremse an Duah gegen Luzerns Frydek.

Lugano – Servette 1:1 (1:0)

Asumah Abubakar jubelt über seinen Treffer zum 1:0 für die Luganesi.

Asumah Abubakar jubelt über seinen Treffer zum 1:0 für die Luganesi.

Keystone

Für beide Teams ging es darum wieder auf die Siegesstrasse zurückzukehren. Sowohl Lugano als auch Servette hatten am Wochenende verloren.

Die Partie im Cornaredo beginnt äusserst verhalten. Der erste Aufreger des Spiels folgt in der achten Minute. Numa Lavanchy leistet sich eine üble Attacke. Der Tessiner sieht dafür jedoch nur die gelbe Karte. Sein Bein war viel zu hoch ausgefahren. Da hat der 27-Jährige Glück.

Lugano ist vorderhand mit Defensivarbeit beschäftigt. Nach 17 Minuten wird Servette eiskalt geduscht. Nach einem schönen Angriff über die rechte Seite, ladet der Ball bei Asumah Abubakar. Der Neuzugang aus Kriens bringt das Heimteam in Führung. Beim Gegentor sieht Servette alles andere als gut aus. Zu wenig energisch verteidigen die Genfer. Keine zwei Minuten später folgt die nächste Topchance. Wiederum durch Abubakar. Doch Servette-Goalie Jérémy Frick klärt mirakulös. Die knappe Lugano-Führung hält bis zum Pausentee an.

Die Partie im zweiten Umgang plätschert vor sich hin. Lugano nistet sich hinten ein und Servette fehlt es an zündenden Ideen. Einzig Koné fällt mit einem Schuss auf, der den Aussenpfosten streift (59.). Kurz vor Ende der Partie dann nochmals einen Aufreger: Roman Macek schlägt den Ellbogen ins Gesicht eines Servettiens. Folgerichtig entscheidet Schiedsrichter Lukas Fähndrich auf Elfmeter. Alex Schalk scheitert jedoch an Noam Baumann. Doch Schalk bekommt kurze Zeit später die Chance, sein Malheur wieder gut zu machen. Der 28-Jährige trifft in der Nachspielzeit zum verdienten Ausgleich. Lugano tat zu wenig in der zweiten Hälfte. Folgerichtig teilen die Teams die Punkte.

Telegramm

Tore: 18. Abubakar 1:0. 93. Schalk 1:1.

Bemerkungen: 59. Pfostenschuss Koné.

Die Tabelle

20. Spieltag, 13./14. Februar 2021

Lugano – YB 1:3 (0:3)

Jean-Pierre Nsame (YB, links) lässt Luganos Numa Lavanchy abprallen.

Jean-Pierre Nsame (YB, links) lässt Luganos Numa Lavanchy abprallen.

Freshfocus

(br) Sechzehn Runden vor dem Ende der Saison ist den Young Boys der vierte Meistertitel in Folge nach menschlichem Ermessen nicht mehr zu nehmen. Nach der 0:2-Niederlage des FC Basel im Letzigrund gegen den FC Zürich und dem überzeugenden 3:1-Sieg der Berner in Lugano beträgt deren Vorsprung auf Rot-Blau nun sagenhafte 16 Punkte.

Schon zur Pause führten die Gäste nach Toren von Nsame, Elia und Lauper 3:0. Für Letzteren war es im sechsten Spiel seit seinem Comeback nach 20-monatiger Verletzungspause schon das dritte Tor. Zuvor hatte der Aufbauer in 93 Spielen fünf Treffer erzielt.

Die Partie im Tessin war für YB auch eine perfekt verlaufene Hauptprobe für die Europa-League-Partie am Donnerstag im Wankdorf gegen Leverkusen. Die Berner werden in dieser Form dem Bundesligaklub ein würdiger Gegner sein. Leverkusen dagegen spielte zu Hause gegen Mainz nach einer 2:0-Führung nur 2:2.

Telegramm

Tore: 10. Nsame (Foulpenalty) 0:1. 17. Elia 0:2. 45. Lauper 0:3. 59. Gerndt 1:3.

Bemerkungen: 88. Tor von Nsame wegen Offside annulliert.

Luzern – Vaduz 4:0 (2:0)

Freshfocus

(jwe) Der FC Luzern beginnt im Kellerduell gegen Vaduz mit Marvin Schulz für den gesperrten Stefan Knezevic und Marco Burch in der Innenverteidigung. Im linken Mittelfeld gibt Neuzugang Jordy Wehrmann sein Debüt in der Startelf von Fabio Celestini. Das Heimteam startet klar besser in die Partie, macht das Spiel und hat die besseren Torchancen. Vaduz beschränkt sich aufs Verteidigen und lauert auf schnelle Konter. Gefährlich werden die Gäste aber vor allem nach Ecken oder Freistössen.

Kontern kann auch der FCL: Nach einer etwas unkonventionellen Freistoss-Abwehr von Goalie Marius Müller machen Dejan Sorgic und Louis Schaub Druck. Schaub gewinnt den Ball und kann mit Pascal Schürpf auf nur noch einen Verteidiger losziehen. Schürpf schiesst in der 24. Minute zur Führung ein. Der FCL legt in der 31. Minute nach: Filip Ugrinic trifft mit einem schönen Schlenzer – die Vorlage kommt erneut von Schaub. Vaduz kann in der ersten Halbzeit nicht mehr reagieren.

Vaduz kommt verbessert aus der Pause, mit mehr Elan, aber bleibt wenig zwingend. Die beste Torchance wird durch eine Abstimmungsproblem zwischen den FCL-Akteuren Schulz und Müller ermöglicht. Nach einer Stunde Spielzeit ist es das Heimteam, das den Vorsprung erhöht. Nach einem Freistoss des eingewechselten Lorik Emini legt Schürpf im Strafraum auf Dejan Sorgic ab, der sein achtes Saisontor erzielt.

Vaduz glaubt nun nicht mehr an den Sieg, Luzern hat das Spiel im Griff. Der eingewechselte Ibrahima Ndiaye profitiert noch von einem Abpraller nach dem Schuss vom ebenfalls eingewechselten Varol Tasar – 4:0. Dabei bleibt es bis zum Schluss. Wichtiger Sieg für das Team von Fabio Celestini.

Telegramm

Tore: 24. Schürpf 1:0. 31. Ugrinic 2:0. 60. Sorgic 3:0. 78. Ndiaye 4:0.

Zürich – Basel 2:0 (1:0)

Eray Cömert foult Assan Ceesay im Strafraum. Der folgende Elfmeter bleibt lange der einzige Treffer des Spiels

Eray Cömert foult Assan Ceesay im Strafraum. Der folgende Elfmeter bleibt lange der einzige Treffer des Spiels

Claudio Thoma / freshfocus

(ewa) Es ist lange ein Klassiker, der sich dem kühlen Wetter im Letzigrund angepasst hat. Wenig Emotionen und wenig Biss auf beiden Seiten. Bis zur 25. Minute bleibt die Partie ohne grosse Highlights. Doch dann ist es ein individueller Fehler von Jasper van der Werff, von dem der starke Assan Ceesay profitiert. Weil auch Orges Bunjaku verpasst, das taktische Foul zu ziehen, bleibt Eray Cömert als letzte Option nur noch das Foulspiel im Sechzehner.

Die logische Folge ist der Elfmeter. Antonio Marchesano lässt sich dann nicht zweimal bitten und versenkt den Ball oben rechts vom Punkt. FCB-Goalie Heinz Lindner hat zwar die richtige Ecke, taucht aber unter dem Ball durch. Sechs Minuten später gelingt Edon Zhegrova zwar ein Tor für die Basler. Der Treffer wird aber wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Danach passiert im ersten Durchgang nichts mehr.

Und auch die komplette zweite Halbzeit bleibt ohne spektakuläre Szenen. Der FCB drückt zwar über lange Zeit auf ein Tor, kommt aber selten an der Zürcher Abwehr-Wand vorbei. Offensiv zeigt die Mannschaft von Ciriaco Sforza vor allem seine Ideenarmut. Stattdessen eröffnen sich immer wieder Kontermöglichkeiten für den FCZ. So auch dann in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Kramer wird bei der letzten Aktion geschickt und lässt Lindner im 1-gegen-1 keine Chance.

Danach gibt es Verwirrung. Erst wird das Tor wegen Abseits aberkannt. Nach einem zähen Check vom VAR wird der Treffer dann mit dem Schlusspfiff doch noch gegeben. Für den FCB macht dies aber keinen Unterschied, ob er das Derby mit 0:1 oder 0:2 verliert. Es bleibt die dritte Niederlage in Folge gegen den FCZ.

Telegramm

Tore: 26. Marchesano 1:0 (Foulpenalty). 92. Kramer 2:0

Bemerkungen: 32. Tor von Zhegrova wegen Abseits aberkannt. Debüt von Gonçalo Cardoso. 72. Debüt von Kaly Sene.

Lausanne - Servette 3:1 (2:0)

Die Entscheidung: Cameron Puertas trifft wuchtig zum 3:1 und sorgt für die endgültige Entscheidung.

Die Entscheidung: Cameron Puertas trifft wuchtig zum 3:1 und sorgt für die endgültige Entscheidung.

Freshfocus

(sim) Die Genfer Hoffnung ist von kurzer Dauer. Als Grejohn Kiey kurz nach der Pause einen Querpass im Tor Lausannes unterbringt, klatscht Alain Geiger ermutigend in die Hände. Dieses Anschlusstor für Servette bringt Hoffnung auf einen Punktgewinn und ist der Lohn für eine Leistungssteigerung im Laufe des Spiels.

Denn der Auftakt in dieses erste Leman Derby im Stade de la Tuilière  war den Grenats gründlich misslungen. Nach sieben Minuten reichte Evann Guessand eine einfache Drehung, um sich von seinem Gegenspieler Steve Rouiller zu lösen und den Ball überlegt an Torhüter Jérémy Frick vorbeizuschieben. Nur drei Minuten später brach Per-Egil Flo auf der linken Seite durch und legte den Ball an die Strafraumgrenze zurück, wo Cameron Puertas mit einem Schlenzer auf 2:0 erhöhte.

Der 22-jährige Mittelfeldspieler ist es auch, der nach Kieys Anschlusstor die Genfer Hoffnungen auf eine Wende im Keim erstickt. Lanciert vom agilen Hicham Mahou, dem sich kurz darauf eine exzellente Chance zum vierten Tor bieten sollte, lässt sich Puertas in der 69. Minute zwar etwas abdrängen, überwindet Frick aber mit einem wuchtigen Schuss in die nahe Ecke.

Nachdem Servette also nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen wieder einmal verliert, ist es für die Lausanner im sechsten Spiel der erste Sieg in diesem Jahr, was den Waadtländern zumindest kurzzeitig etwas Luft im Abstiegskampf gibt.

Telegramm

Tore: 7. Guessand 1:0. 10. Puertas 2:0. 69. Puertas 3:1.

Sion - St. Gallen 1:1 (1:0)

Harte, hitzige Zweikämpfe prägen das Spiel zwischen St.Gallen und Sion.

Harte, hitzige Zweikämpfe prägen das Spiel zwischen St.Gallen und Sion.

Laurent Gillieron/KEYSTONE

(cbr) In diese letzte Etappe ihrer kleinen Tour de Romandie starten die Ostschweizer denkbar schlecht. Bei Minustemperaturen geraten sie bereits nach vier Minuten und einem verwandelten Handspenalty von Anto Grgic in Rückstand. Danach sind die St.Galler gegen Sion endlich wach, und dank Kwadwo Duah gibt es für sie in der 14. Minute die Ausgleichschance schlechthin, nachdem er im Sechzehner von Jean Ruiz gefoult worden ist: Doch Jordi Quintillà scheitert kläglich vom Elfmeterpunkt. Immer wieder erhitzen sich die Gemüter, das Spiel ist, wie so oft zwischen diesen beiden Teams, von sehr vielen Nickligkeiten und Emotionen geprägt. Zählbares ereignet sich bis zur Pause aber nicht mehr.

Jérémy Guillemenot bezwingt Goalie Timothy Fayulu mit einem Aufsetzer in die weite Torecke. Das Geschehen bleibt bis zum Ende abwechslungsreich wie hitzig, auch wenn wenig Nennenswertes mehr passiert und es beim 1:1 bleibt. In der Schlussminute muss St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi noch einmal mit einer Showeinlage retten, als er zu weit vor dem Tor steht.

Mit dem Unentschieden verharren die Ostschweizer im Tabellenmittelfeld nach 19 Spielen, und die Sittener stecken weiterhin im Abstiegskampf fest.

Telegramm

Tore: 4. Grgic (Penalty) 1:0. 51. Guillemenot 1:1.

15./16. Spieltag, 10. Februar 2021

Luzern - Lugano 1:1 (0:1)

Die Luzerner bejubeln den Ausgleich.

Die Luzerner bejubeln den Ausgleich.

Freshfocus

(jwe) In der ersten Minute braucht es eine starke Parade von FCL-Goalie Marius Müller, damit Lugano auf dem leicht schneebedeckten Rasen in der Swissporarena nicht in Führung geht. Numa Lavanchy bereitet die Chance für Christopher Lungoyi vor, der aus kurzer Distanz an Müller scheitert. Danach findet der FC Luzern besser ins Spiel und hat um die 10. Minute herum eine Doppelchance durch Ibrahima Ndiaye und Martin Frydek. In der 24. Minute zieht Lugano-Stürmer Asumah Abubakar alleine auf das Luzerner Tor, Marco Burch mit dem Foul im Strafraum – Penalty. Olivier Custodio verwandelt gegen Müller, Lugano führt etwas entgegen dem Spielverlauf.

Der Schneefall lässt nicht nach, der Rasen wird weisser und weisser. Torchancen gibt es kaum mehr – Lugano nimmt die Führung mit in die Pause. Luzern muss in der zweiten Halbzeit reagieren, wollen sie nicht ohne Punkte dastehen nach diesem Spiel.

Luzern kann reagieren: In der 53. Minute schiesst Dejan Sorgic den Ausgleich, er profitiert nach einem Schuss von Filip Ugrinic vom Abpraller bei Lugano-Goalie Noam Baumann. FCL-Trainer Fabio Celestini bringt dann nach 60. Minuten den Neuzugang Jordy Wehrmann und Pascal Schürpf – das Heimteam drückt weiter. Zweimal jubeln die Luzerner über den vermeintlichen Führungstreffer, zweimal hat Schiedsrichter Fedayi San etwas dagegen. Zuerst entscheidet er auf Foul von Schürpf bei dessen Kopfballtor, später steht Ndiaye bei seinem Treffer im Offside.

Der FCL ist in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft, der Siegtreffer will aber nicht gelingen. Es bleibt bis zum Ende der Partie beim 1:1 – Punkteteilung.

Telegramm

Tore: 25. Custodio 0:1. 53. Sorgic 1:1.

Servette - St. Gallen 2:2 (1:1)

St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi pariert den Elfmeter von Grejohn Kyei.

St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi pariert den Elfmeter von Grejohn Kyei.

Martial Trezzini/KEYSTONE

(cbr) Es entwickelt sich ein munteres Spiel im Stade de Genève. Es ist aber entgegen der Vorzeichen der FC St.Gallen, der in beide Halbzeiten gut startet. In der ersten trifft Basil Stillhart in der siebten Minute mit einem satten Flachschuss, in der zweiten ist es Jérémy Guillemenot in der 48.Minute, der nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Servette durch Grejohn Kyei die Grünweissen abermals in Führung bringt.

Der FC St.Gallen hat aber auch einige heikle Momente zu überstehen bis dahin. Servette verschiesst beim Stand von 1:1 einen von Euclides Cabral verursachten Handspenalty - Goalie Larence Ati Zigi hält stark. Kurze Zeit später treffen die Genfer zudem nur den Innenpfosten.

In der 60.Minute findet Servette abermals zurück ins Spiel mit dem Treffer zum 2:2: Betim Fazliji unterläuft nach einem Corner ein Eigentor. Die Spannung bleibt bis zum Schluss, am Resultat ändert sich aber nichts mehr. Stillhart scheitert mit seinem Schuss kurz vor Spielende knapp, auf der Gegenseite ist es in der 89.Minute Zigi, der den einen Punkt mit einer starken Parade rettet. In der Nachspielzeit trifft Lukas Görtler mit seinem Kopfball nur die Latte.

Telegramm

Tore: 7. Stillhart 0:1. 20. Kyei 1:1. 48. Guillemenot 1:2. 60. Fazliji (Eigentor) 2:2. - Bemerkung: Zigi hält Handspenalty (24.)

Young Boys - Lausanne 1:0 (1:0)

Das Siegtor: Jordan Siebatcheu (Nummer 17) lässt dem Lausanner Goalie Thomas Castella keine Chance.

Das Siegtor: Jordan Siebatcheu (Nummer 17) lässt dem Lausanner Goalie Thomas Castella keine Chance.

Keystone

(br) Drei Tage nach dem 4:2-Sieg über Lausanne-Sport haben die Young Boys denselben Gegner an gleicher Stelle mit 1:0 noch einmal besiegt. Der vom Coronavirus beeinflusste Spielplan hatte für diese Kuriosität gesorgt.
Nachdem die Berner am Sonntag noch widerstandslos die drei Punkte hatten einfahren dürfen, mussten sie dieses Mal mehr dafür tun. Am Ende aber war der Sieg gleichwohl im Trockenen, der neunte Heimerfolg in Serie gegen diesen Gegner bewerkstelligt und der Vorsprung in der Super League auf den zweitklassierten FC Basel auf 13 Punkte angewachsen.


Obwohl sich Jean-Pierre Nsame bei YB nach zwei verbüssten Spielsperren gegen Lausanne mit drei Toren zurückgemeldet hatte, musste der Kameruner wieder Jordan Siebatcheu Platz machen. Gut möglich, dass Gerardo Seoane bereits das Europa-League-Spiel vom kommenden Donnerstag gegen Bayer Leverkusen im Auge hatte. Dann wird Nsame nach dem Platzverweis gegen Cluj nicht spielberechtigt sein, sodass der YB-Trainer dem Sturmduo Siebatcheu/Meschack Elia Gelegenheit gab, sich einzuspielen.

Dass Siebatcheu seinem Landsmann in nicht viel nachsteht, hat er schon einige Mal bewiesen. Ja, der 24-Jährige ist in der Super League sogar jener Spieler, der gemessen an seiner Einsatzzeit am wenigsten lang braucht, um ein Tor zu schiessen. Auch am Mittwoch benötigte er lediglich 16 Minuten, um ins Netz zu treffen.


Es sollte gar der Siegtreffer sein. Denn das Geschehen vom Sonntag, als YB das Skore bis zur 33. Minute auf 4:0 geschraubt hatte, wiederholte sich nicht. Die Gäste verteidigten diesmal weit cleverer und besassen gar nach einer halben Stunde durch den 19-jährigen Franzosen Evann Guessand die Topchance zum 1:1. Danach aber lief das stets überlegene und hoch konzentrierte YB nicht mehr Gefahr, Punkte abzugeben.

Telegramm

Tor: 16. Siebatcheu 1:0

19. Spieltag, 6./7. Februar 2021

YB – Lausanne 4:2 (4:0)

(fsc) Glücklich ist, wer dem Hattrick-Torschützen vom letzten Spiel eine Ruhepause auf der Bank gönnen kann und dadurch keinen Substanzverlust erleidet. Für Jordan Siebatcheu (3 Tore gegen den FC Zürich) stürmte nach abgesessener Rotsperre wieder Jean-Pierre Name. Und der Super-League-Spieler des letzten Jahres brauchte nicht lange Anlaufzeit. Bereits in der 11. Minute veredelte Nsame die Vorarbeit der beiden YB-Regisseure Michel Aebischer und Sandro Lauper zum 1:0.

Lausanne war danach völlig von der Rolle. Allein schon das zaghafte Defensivverhalten verhinderte, dass der Aufsteiger überhaupt Zugriff bekommt. Die Berner liefen zur Kür auf. Christian Fassnacht nach glänzender Vorarbeit von Jordan Lefort erhöhte in der 19. Minute auf 2:0. Wenig später agiert Lausanne-Abwehrchef Monteiro zu schläfrig und foult Nsame (23.) im Strafraum - Penalty. Der Torschützenkönig der letzten Saison trifft souverän zum 3:0. Und in der 33. Minute erhöht Nsame nach einem Paradepass von Lauper mit seinem zehnten Saisontreffer auf 4:0.

Lausanne-Trainer Giorgio Contini reagiert früh. Wechselt bereits in der 41. Minute drei Spieler und ändert das System - von Vierer- auf Dreierabwehrkette. Tatsächlich kommt Lausanne besser ins Spiel. Sicher auch dadurch bedingt, weil YB auf Verwaltungsmodus schaltet. Aber die Waadtländer deuten immerhin an, dass sie nicht nur über ein unerfahrenes, bisweilen sogar naives, sondern auch über ein talentiertes Ensemble verfügen. Der norwegische Aussenverteidiger Flo (58.) per Kopf nach einer Purtas-Ecke und der eingewechselte Ouattara (78.) bei seinem Super-League-Debüt verkürzen auf 2:4. Mehr liegt für Lausanne nicht mehr drin, obwohl Meister YB nach der Pause äusserst liederlich verteidigt.

Telegramm

Torschützen: 11. Nsame 1:0. 19. Aebischer 2:0. 24. Nsame (Foulpenalty) 3:0. 33. Nsame 4:0. 58. Flo 4:1. 78. Ouattara 4:2.

Bemerkungen: keine.

Servette – Luzern 4:2 (2:1)

(dw) Beim zweiten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams innerhalb von drei Tagen behält diesmal Servette die Oberhand. Die Genfer gehen zwar früh 0:1 in Rückstand, können die Partie aber drehen und bezwingen Luzern schliesslich 4:2.

Am Donnerstag hatte der FC Luzern zu Hause sein erstes Pflichtspiel im Kalenderjahr 2021 gegen die Servettiens 3:0 gewonnen. In Genf gingen die Innerschweizer bei der Wiederholung der Affiche bereits in der 8. Minute 1:0 in Führung. Louis Schaub erzielte sein drittes Saisontor auf Assist von Filip Ugrinic. Doch nur drei Minuten später gelang Boubacar Fofana nach einem tollen vertikalen Zuspiel von Théo Valls den 1:1-Ausgleich (11.).

Die vollständige Wende schaffte Servette bereits in der 18. Minute nach einer Hereingabe des früheren französischen Internationalen Gaël Clichy, die dessen Landsmann Grejohn Kyei zum 2:1 verwertete. Der kräftige Stürmer hatte sich beinahe ohne Gegenwehr gegen Marco Bürki durchgesetzt. Anschliessend stellte der FCL sein Spielsystem um: Statt mit einer Fünfer- spielte das Team von Fabio Celestini mit einer Viererkette. Die Massnahme griff, die Luzerner kamen wieder besser ins Spiel.

Dejan Sorgic verwertete eine Flanke von Schaub zum vermeintlichen 2:2 (28.), doch weil der Mittelstürmer den Ball mit dem Arm ins Tor lenkte, pfiff Schiedsrichter Alain Bieri Sorgic zu Recht zurück und ahndete dessen Handspiel. Dafür machten in der zweiten Halbzeit die Servettiens alles klar; Zuerst köpfelte Captain Steve Rouiller einen Freistoss des überragenden Théo Valls zum 3:1 (54.) ein, dann profitierte Boris Cespedes beim 4:1 (67.) von einer Bilderbuchvorlage über Valls und Miroslav Stevanovic. Damit war die Partie gelaufen.

Der Luzerner Marvin Schulz verkürzte in der 75. Minute das Skore mit einem Weitschuss zum 4:2-Endstand. In der 90. Minute traf der Deutsche ebenfalls mit einem Fernschuss nur den Pfosten.

Telegramm

Torschützen:  8. Schaub (Ugrinic) 0:1. 11. Fofana (Valls) 1:1. 18. Kyei (Clichy) 2:1. 54. Rouiller (Freistoss Valls) 3:1. 67. Cespedes (Stevanovic, Valls) 4:1. 75. Schulz 4:2.

Basel – Sion 2:2 (2:0)

(ewa) Es ist ein behäbiger Beginn im St. Jakob-Park. Der FC Basel spielt kontrolliert, erarbeitet sich einige gute Gelegenheiten und hält vor allem hinten dicht. In der 32. Minute ist es dann mal wieder eine Ecke, die für den ersten Treffer sorgt. Valentin Stocker findet mit seiner Flanke Arthur Cabral, der mit dem Kopf seinen elften Saisontreffer erzielt.

Der zweite Treffer lässt dann nur fünf Minuten auf sich warten. Pajtim Kasami erzielt mit einer Direktabnahme nach Hereingabe von Raoul Petretta seinen vierten Treffer im dritten Spiel gegen seinen Ex-Verein und untermauert seinen Status als Sion-Schreck. Mit der 2:0 Führung geht es in die Pause.

Danach dauert es bis Minute 53, bis die Gäste aus dem Wallis das erste Mal im Spiel auf das Tor der Basler schiessen. Und der zappelt direkt im Netz. Wesley zieht von rechts ein paar Schritte nach innen und schlenzt dem Ball mit dem linken Fuss in den Winkel. Heinz Lindner im FCB-Kasten hat keine Chance den Ball abzuwehren.

Nur vier Minuten später klingelt es dann wieder im Lindner-Tor. Gaëtan Karlen schiesst einen Ball in die Mitte, wo Roberts Uldrikis steht und seinen Fuss nur reinhalten muss. Obwohl Basel die letzten Minuten in Überzahl spielt, weil sich Luca Clemenza in der 83. Minute die zweite gelbe Karte abholt, kann der FCB im fünften Heimspiel in Folge keinen Sieg einfahren.

Telegramm

Torschützen: 32. Cabral 1:0 (Stocker). 37. Kasami 2:0 (Petretta). 53. Wesley 2:1 (Clemenza). 57. Uldrikis 2:2 (Karlen).

Bemerkungen: Gelb-rote Karte: 82. Clemenza (Unsportlichkeit)

Vaduz - Zürich 3:2 (0:1)

(gav) Vor 10 Tagen gabs diese Partie bereits im Letzigrund. Damals verlor der FCZ nach einer schwachen Leistung mit 0:1. Die Devise für die Zürcher war klar.

Die erste Halbzeit bietet hart geführte Zweikämpfe und Emotionen, aber wenig hochkarätige Torchancen. Die Gäste sind leicht überlegen und schlagen kurz vor der Halbzeit zu. FCZ-Stürmer Assan Ceesay spielt den Ball von der linken Seite scharf und flach an den Fünfmeterraum. Von hinten braust Antonio Marchesano an und schiebt den Ball ins Tor.

Das Heimteam zeigt sich nach dem Pausentee angriffig. Gabriel Lüchinger möchte sich im Strafraum durchdribbeln. Becir Omeragic lässt das Bein stehen und der Vaduzer nimmt die Einladung an. Den fälligen Elfmeter verwandelt Milan Gajic souverän. Nur zehn Minuten nach dem Ausgleich drehen die Vaduzer die Partie. Cédric Gasser vernascht auf der linken Seite Adrian Winter und flankt in die Mitte. Der Ball findet den Kopf von Joel Schmied und von dort den Weg ins Tor. In der 78. Minute trifft Matteo Di Giusto herrlich zum 3:1. Dem ehemaligen FCZ-Junior wird viel Platz gelassen. Dieser nützt das aus und haut den Ball aus 20 Metern in die Maschen. Der FCZ kann kurz vor Schluss durch ein sehenswertes Tor von Fidan Aliti noch verkürzen, zu mehr reicht es aber nicht.

Die Aufsteiger holen aus den letzten vier Partien acht Punkte und schliessen bis auf einen Punkt zum Tabellenvorletzten Luzern auf. Die Innerschweizer haben jedoch drei Partien weniger auf dem Konto.

Telegramm

Torschützen: 43. Marchesano 0:1 (Ceesay). 54. Gajic 1:1 (Penalty). 64. Schmied (Gasser) 2:1. 78. Di Giusto 3:1. 83. Aliti 3:2.

Bemerkungen: Keine

18. Spieltag, 3./4. Februar 2021

Lausanne - Basel 1:3 (0:1)

(sl) Im Pauseninterview platzt Valentin Stocker beinahe vor Wut. Eine Katastrophe sei die erste Halbzeit gewesen. Die deutlichen Worte des Captains sind begründet und kommen dennoch überraschend. Denn der FCB überzeugt vor der Pause zwar nicht, führt aber dank einem Kopfballtor von Eray Cömert in der 16. Minute mit 1:0. Das Basler Geburtstagskind wird nach einem Eckball von Stocker von der Lausanner Abwehr sträflich allein gelassen. Cömerts Treffer ist die erste und gleichzeitig auch die einzig wirklich gefährliche Chance der Gäste in den gesamten ersten 45 Minuten. Lausanne zeigt sich hingegen engagierter und offensiv ideenreicher, verpasst aber in der Startphase gleich zwei Mal durch Evann Guessand die frühe Führung. Es ist eine Ineffizienz, die an diesem Abend in Lausanne den Unterschied ausmacht.

Auch nach der Pause erzielt der FCB mit dem ersten Schuss gleich einen Treffer. Dieses Mal ist es ein Elfmeter, der für die Erhöhung der Führung sorgt. Nachdem ein Kopfball von Arthur Cabral den Arm von Mickaël Nanizayamo trifft, lässt Schiedsrichter Alessandro Dudic zuerst zwar weiterspielen, revidiert aber diese Entscheidung nach Begutachtung der Fernsehbilder. Cabral lässt sich die Chance nicht entgehen. Das 2:0-Polster beruhigt die Nerven der Basler offensichtlich. Defensiv lassen sie die jungen und kecken Lausanner Angreifer nicht zur Geltung kommen, und offensiv verlassen sie sich auch ihre Effizienz. Nach 69 Minuten entkommt Cabral der Heimabwehr und schnürt den Doppelpack. Es ist die Entscheidung. Dass es nicht ein rundum gelungener Abend ist, liegt einzig daran, dass die Null am Ende nicht steht. Denn fünf Minuten vor Spielende bezwingt Josias Lukembila FCB-Torhüter Heinz Lindner mit einem strammen Nachschuss. Am vierten Auswärtserfolg in Serie ändert dies jedoch nichts.

Telegramm

Tore: 16. Cömert 0:1 (Stocker). 52. Cabral 0:2 (Handspenalty). 69. Cabral 0:3 (Kasami). 85. Lukembila 1:3 (Guessand).

Bemerkungen: Keine

Luzern - Servette 3:0 (1:0)

(dw) Luzern-Captain Christian Schwegler sprach in der Pause von einer «Initialzündung»: Marius Müller hatte für die Innerschweizer in der 5. Minute einen scharf und platziert getretenen Foulpenalty von Grejohn Kyei abgewehrt. Für den Elfmeterpfiff hatte Simon Grether gesorgt, der Théo Valls im Strafraum regelwidrig am Arm gezerrt hatte.

Der geahndete Strafstoss war nicht der einzige Schreckmoment für den FCL. In der 18. Minute blieb Innenverteidiger Lucas Alves nach einem Zweikampf mit Kyei schreiend auf dem Rasen liegen. Der Brasilianer hatte dabei eine tiefe Rissquetschwunde über dem rechten Knie erlitten, musste mit dem Sanitätsfahrzeug vom Feld gefahren werden. Erste medizinische Abklärungen ergaben, dass Alves wahrscheinlich von einem Kreuzbandriss verschont geblieben ist.

Das Spiel machten in der ersten Halbzeit die Servettiens. In der Nachspielzeit vor der Pause gelang den Luzernern aber ein Gegenstoss: Louis Schaub bediente FCL-Torjäger Dejan Sorgic, der mit seinem sechsten Saisontor das 1:0 (45.) erzielte. Nach dem Seitenwechsel schiesst Marvin Schulz nach einem Fehler von Timothé Cognat das 2:0 (56.). Und in der 72. Minute doppelt Schulz mit dem Foulpenalty zum 3:0-Endstand nach. Der VAR hatte eingegriffen nach einem Foul von Diallo an Schürpf.

Servettes Kastriot Imeri wurde in der 78. Minute nach einem Foul an Christian Schwegler mit gelb-roter Karte vom Feld verwiesen. Er hatte sich eine Unsportlichkeit geleistet (er applaudierte Schiedsrichter Stefan Horisberger). Imeri war nur 2 Minuten und 19 Sekunden auf dem Platz.

Der FCL entpuppte sich in seinem ersten Spiel im Jahr 2021 für einmal als effiziente Mannschaft und verdiente sich den Sieg nach einer Team-Quarantäne.

Telegramm

Tore: 45. (+3) Sorgic (Schaub) 1:0. 56. Schulz (Frydek) 2:0. 72. Schulz (Foulpenalty) 3:0.

Bemerkungen: 21. Lucas Alves scheidet mit Rissquetschwunde am Knie aus. 78. Gelb-rote Karte gegen Imeri (Foul und Unsportlichkeit).

Lugano - Vaduz 1:1 (1:1)

(sim) Gäbe es so etwas wie den optimalen Start in eine Partie, das, was der FC Vaduz am Mittwochabend im Cornaredo in Lugano erlebte, käme diesem wohl ziemlich nahe: Es läuft die zweite Minute. Die Liechtensteiner haben sich ein erstes Mal nach vorne gewagt, Gabriel Lüchinger wirft weit ein, setzt gleich nach und bringt den Klärungsversuch der Luganesi zurück in den Strafraum. Yannick Schmid leitet den Ball mit dem Absatz weiter, ehe Joel Schmied freistehend einschieben kann.

Lugano braucht in der Folge einen Moment, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. In der 23. Minute bringen die Tessiner jedoch auch eine schöne Kombination zu einem erfolgreichen Ende. Alexander Gerndt verwertet die Flanke von Christopher Lungoyi zum Ausgleich.

Es sollten die einzigen Treffer bleiben. In einer Partie, die engagiert geführt wurde und in der die Equipe von Maurizio Jacobacci immer mehr die Kontrolle inne hatte. Zählbares wussten die Tessiner damit indes nicht anzufangen, trotz 64 Prozent Ballbesitz, trotz 11 Torschüssen. Weil der Aufsteiger Lugano seines stärksten Mittels beraubte. Die Vaduzer standen derart tief und zogen sich im Laufe der Partie immer weiter zurück, dass das Heimteam seine Konterstärke nicht ausspielen konnte.

Am nächsten kamen die Luganesi einem Treffer in der 68. Minute. Der Schuss des Portugiesen Abubakar prallte aber vom Pfosten zurück ins Feld. Nach dem Platzverweis gegen Sandi Lovric (80.) waren die Angriffsbemühungen Luganos aber endgültig gebremst. Damit warten die einst heimstarken Tessiner schon seit vier Spielen auf einen Sieg im eigenen Stadion. Vaduz punktete derweil zum dritten Mal in Folge.

Telegramm

Torschützen: 2. Schmied 0:1. 23. Gerndt 1:1.

Bemerkungen: 68. Pfostenschuss Abubakar. 80. Gelb-Rote Karte gegen Lovric (wiederholtes Foulspiel).

Sion - St. Gallen 3:2

(dg)

Sion hat es Anto Grgic zu verdanken, dass es gegen St. Gallen doch noch zum Sieg kam. Der frühere Bundesligaspieler erzielte alle drei Treffer für die Walliser. Das entscheidende Tor zum 3:2 fiel in der Nachspielzeit. Der FC St. Gallen verlor zum dritten Mal in Serie.

St. Gallen ging wie schon bei der Niederlage gegen den Zürich früh in Führung. Nach einer guten Vorlage von Leonidas Stergiou traf Jérémy Guillemenot in der vierten Minute mit einer Direktabnahme zum 1:0. Aber Sion reagierte: In der 14. Minute flankte Geoffrey Serey Die, Grgic traf per Kopf zum 1:1. Nach einer guten Stunde foulte St. Gallens Neuzugang Cabral den Landsmann Wesley, Sions Leihgabe von Juventus Turin, im Strafraum. Grgic liess Lawrence Ati Zigi vom Elfmeterpunkt keine Chance.

Grgic war schon in der 71. Minute zum dritten Mal erfolgreich, aber Schiedsrichter Adrien Jaccottet annullierte den Treffer. Fast im Gegenzug traf dafür der eingewechselte Leo Lacroix ins eigene Tor: 2:2.

Aber in der Nachspielzeit setzte sich Grgic nochmals in Szene und erzielte den Treffer zum schliesslich verdienten Sieg für Sion. Nur Sekunden vor dem Tor zum 3:2 hatte Cabral auf der Linie retten müssen.

Telegramm

Torschützen: 4. Guillemenot 0:1. 14. Grgic 1:1. 61. Grgic (Foulpenalty) 2:1. 76. Lacroix (Eigentor) 2:2. 95. Grgic 3:2.

Bemerkung: 71. Tor von Grgic annulliert.

Zürich - Young Boys 1:4 (0:3)

(br) Die Young Boys drehen an der Spitze der Super League einsam ihre Kreise. Falls der eine oder andere von den mindestens acht Punkte zurückliegenden «Verfolgern» die leise Hoffnung gehegt hatte, der drittklassierte FC Zürich könnte den Bernern ein Bein stellen und einen Hauch von Spannung in die Meisterschaft zurückbringen, hat er diese schon bald einmal geknickt gesehen. 3:0 führte Gelbschwarz schon zur Pause, am Ende stand ein 4:1. Hatte die YB-Gegnerschaft bis in die jüngste Vergangenheit noch immer mal wieder auf einen Ausrutscher auf fremdem Terrain liebäugeln dürfen, so hat der Ligakrösus die Auswärtsschwäche längst ad acta gelegt. Er ist in dieser Saison auch im neunten Spiel in der Fremde ungeschlagen geblieben. Die Bilanz: Sechs Siege, drei Unentschieden.

Und noch etwas hat der Meister, der sich auf dem Weg zum vierten Titel in Serie befindet, der Konkurrenz zu verstehen gegeben: Wir können auch ohne Jean-Pierre Nsame Tore schiessen. Vermisst wurde der gesperrt fehlende Kameruner einzig, als kurz nach der Pause sein Landsmann Nicolas Ngamaleu nach einem Foul von Nathan am starken Meschack Elia mit dem Penalty an Yanick Brecher scheiterte. Zuvor hatten aber Sandro Lauper und Jordan Siebatcheu bereits drei Mal für die Gäste getroffen. Ersterer skorte mit seinem siebten Super-League-Goal im 96. Spiel erstmals in zwei Partien hintereinander, Letzterer schnürte schon zum dritten Mal einen Doppelpack und legte dann sogar mit einem dritten Tor noch nach. «Es war eine gute Teamleistung», sagte YB-Goalie David von Ballmoos. «Aber es ärgert mich, dass ich im 100. Ligaspiel nicht zu null gespielt habe.» Nur gut, bekommen es die Young Boys noch in diesem Monat in der Europa League zwei Mal mit Bayer Leverkusen zu tun und werden dabei so richtig gefordert; in der Schweiz scheint kein Team dazu in der Lage zu sein.

Der FCZ ist und bleibt eine Wundertüte

Schon gar nicht der FCZ, wenn er sich so präsentiert, wie im am Mittwoch Letzigrund. Dieser ist und bleibt eine Wundertüte. Nach dem 4:1 in Basel, dem 0:1 zu Hause gegen Vaduz und dem 3:2 in St. Gallen enttäuschte er auf der ganzen Linie, wie eine Woche zuvor gegen den Tabellenletzten aus Liechtenstein. Obwohl die hoch gelobte Leaderfigur Blerim Dzemaili erneut in der Startaufstellung stand und auch Verteidiger Becir Omeragic ins Team zurückkehrte, war der FCZ, man muss es in dieser Deutlichkeit sagen, grottenschlecht. «Wir begannen gut, aber nach dem 0:1 war es bereits vorbei», sagte der FCZ-ler Marco Schönbächler. Enttäuschend war insbesondere, dass die Zürcher nicht einmal versuchten, ihre Defizite mit Einsatz und Aggressivität wettzumachen. Am miesen Eindruck konnte auch das schöne Ehrentor von Toni Domgjoni nichts ändern, die Zürcher erlitten gegen YB die neunte Pflichtspielniederlage in Serie.

Telegramm

Torschützen: 27. Lauper 0:1. 43./45./63. Siebatcheu 0:2, 0:3 und 0:4. 76. Domgjoni 1:4.

Bemerkungen: 13. Tor von Tosin nach Handspiel annulliert. 48. Brecher wehrt Foulpenalty von Ngamaleu ab.

17. Spieltag, 30./31. Januar 2021

Young Boys – Sion 2:1 (2:1)

(keg) Tabellenführer YB zeigte, wer der Chef im Wankdorf war. Ganz klar, die Gelb-Schwarzen. Highlights kamen von YB, Sion kam nicht gegen die bärenstarke Berner Abwehr durch. Da war es für die Walliser fast ein Glück, dass das Team von Fabio Grosso nicht noch mehr Tore kassierte. Denn YB ging mit seinen Torchancen manchmal fast fahrlässig um.

Nach einer persönlichen Torflaute von fast einem Jahr (Tor des Jahres 2020) kam schon in der vierten Minute der Befreiungsschlag für YB. Ngamaleu traf nach einem Gewusel im Strafraum. Er machte vor Freude einen, zwei, drei Vorwärtssalto und ballte die Fast. 1:0 für die Gastgeber. Der Takt war klar. Es ging vor allem in eine Richtung. Aufs Tor von Sion!

Die Walliser taten sich weiter schwer gegen den Tabellenführer. Auffallend YB-Mittelfeldspieler, Sandro Lauper, der nach seiner langen Verletzungspause (Kreuzbandriss) wieder in der Startelf stand, machte ein starkes Spiel.

Dann plötzlich in der 26. Minute wurden die Berner eiskalt erwischt! Ein Freistoss von Anto Gigic, Sion Verteidiger Ayoub Abdellaoui lenkt ein zum 1:1. Die fast einzige Sion-Torchance im ganzen Spiel wurde genutzt und der Ball im Standard versenkt.

Ein Unentschieden liessen die Berner nicht auf sich sitzen. Nur acht Minuten später ist es ausgerechnet Sandro Lauper, der den Ball mit Abpraller am Fuss Sion-Mittelfeldspieler Jean Ruiz ins Tor bretterte. 2:1 für die Gelb-Schwarzen zur Pause. Torschütze Sandro Lauper sagte im Interview nach dem Spiel: «Ich bin sehr glücklich. Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können. Es ist erst mein zweites Tor überhaupt für YB».

In der zweiten Halbzeit kam es zu keinem weiteren Tor. YB durfte den Heimsieg für sich beanspruchen. Der Meister liegt nun neu acht Punkte vor dem zweitklassierten FCB.

Telegramm

Torschützen: 4. Ngamaleu 1:0. 26. Abdellaoui 1:1. 34. Lauper 2:1.

Bemerkungen: YB ohne Nsame (gesperrt), Camara, Petignat, Spielmann, Sierro und Martins (verletzt). Sion ohne Serey Die (gesperrt), Andersson, Kabashi, Araz, Iapichino, Martic und Ndoye (alle verletzt). 46. Lattenschuss Moumi Ngamaleu. 89. Lattenschuss Zesiger. Verwarnungen: 22. Zock (Foul), 71. Abdellaoui (Foul). 

Basel - Lugano 2:2 (0:1)

(rg) Was für eine turbulente Schlussphase in diesem Spitzenspiel zwischen den YB-Verfolgern Basel und Lugano! Zweimal sahen die Gäste aus dem Tessin als sicherer Sieger aus, zweimal schlug der FCB nochmals zurück und holte sich immerhin noch einen Punkt.

Zwar dominierte der FCB die erste Phase des Spiels deutlich, drängten die Tessiner in die eigene Platzhälfte zurück. Etwas zählbares schaute aber nicht hinaus. Ganz anders sah dies Sache beim neuen Lugano-Stürmer Asumah Abubakar aus. Der Neuzugang, im Winter vom SC Kriens in die Super League gewechselt, spielte in der 36. Minute Timm Klose schwindelig und schob ein zur 1:0-Führung. Es ist eine Führung, die lange Bestand hatte. Basel rannte zwar weiter an, hatte deutlich mehr Ballbesitz, kreierte aber lange zu wenig.

Als sich nach über 80 Spielminute wohl schon einige Fernsehzuschauer mit einem Sieg für die Luganesi arrangiert hatte, kam er doch noch: Der verdiente Ausgleich für den FC Basel. Der eingewechselte Cabral schoss aus kürzester Distanz ein. Doch wieder schlugen die Tessiner zurück: Numa Lavanchy legte den Ball nach einer tollen Vorarbeit in die Mitte, wo Christopher Lungoyi erneut die Führung wiederherstellte: 2:1. Der Jubel ist gross, die Freude der Tessiner währte aber nur kurz. Nach weiteren zwei Zeigerumdrehungen lag der der Ball wieder im Tor: Jasper van der Werff schob den Ball zu seinem ersten Saison-Tor in die Maschen und sorgte für die Punkteteilung.

Telegramm

Torschützen: 36. Abubakar 0:1. 84. Cabral 1:1. 87. Lungoyi 1:2. 89. Van der Werff 2:2.

Servette –Lausanne 1:1 (0:1)

(rg) Eine turbulente Schlussphase gibt es auch im Lac-Léman-Derby zwischen Servette und Lausanne. Zwar drückten die Genfer lange auf den Führungstreffer, dann der Schock: Penalty für Lausanne. LS-Captain Stejpan Kukuruzovic scheitert aber an Servette-Goalie Frick.

Und so bleibt es bei der Punkteteilung, über die sich die Lausanner trotz der Möglichkeit auf den Lucky Punch nicht beklagen können. Das Heimteam dominierte die Partie weitestgehendes, hatte auch deutlich mehr den Ball. Doch in den entscheidenden Situationen agierten die Genfer zu ungeschickt. So geschehen in der 21. Minute. Servette-Talent Kastriot Imeri vertändelte im Aufbauspiel den Ball, Lausanne-Stürmer Evann Guessand nutzte die Chance eiskalt: Die 1:0-Führung. Lange rannten die Genfer in der Folge an, kamen aber nur selten in aussichtsreiche Abschlussposition. Für ein hartes Einsteigen sah dann der Lausanner Monteiro in der 66. Minute aber die gelb-rote Karte. Dezimiert beschränkten sich die Waadtländer vollends nur noch auf das Verteidigen, der Ausgleich folgte dennoch. Nach einem Pfostenschuss von Stevanovic musste Schalk nur noch ausgleichen. In der Folge rannten die Genfer an in Richtung Sieg – mussten am Ende mit der Punkteteilung aber dennoch zufrieden sein. Dank Torhüter Jérémy Frick und seiner Parade gegen Kukuruzovic.

Telegramm

Torschützen: 36. Guessand 0:1. 75. Schalk 1:1.

Bemerkungen: 95. Frick hält Foulpenalty von Kukuruzovic.

St. Gallen – Zürich 2:3 (2:3)

(pl) Massgeblich beteiligt an St.Gallens 2:0-Führung nach zehn Minuten ist Basil Stillhart. Zuerst lanciert der Mittelfeldspieler mit einem perfekten Pass in die Tiefe Kwadwo Duah, der in der zweiten Minute bereits das 1:0 erzielt. Zum 2:0 trifft Stillhart dann selber, als er nach einem Freistoss den Ball wunderbar volley abnimmt und dem Torhüter Yanick Brecher keine Abwehrchance lässt. Es ist eine verdiente Führung. Zürich wirkt unsortiert und überfordert vom Tempo der Gastgeber.

In der 14. Minute wird dem FC Zürich nach einem Foul von St.Gallens Betim Fazliji ein Penalty zugesprochen, den Antonio Marchesano souverän verwertet. Danach büsst St.Gallen an Schwung ein, Zürich fängt sich. Die Partie ist weiter sehr unterhaltsam, weil beide Teams vorwärts spielen. In der 38. Minute unterläuft St.Gallens sonst so zuverlässigem Torhüter Lawrence Ati Zigi ein Fehler, den Marchesano zum 2:2 nützt.

Kurz vor der Pause ist Zürich definitiv zurück im Spiel, die Mannschaft von Massimo Rizzo geht durch Salim Khelifi 3:2 in Führung. St.Gallen wird für sein Nachlassen in allen Reihen bestraft. Nach der Pause bekommt der Gastgeber die Zürcher wieder besser in den Griff, schafft es aber nicht mehr, entscheidend zu reagieren.

Telegramm

Torschützen: 2. Duah, 10. Stillhart, 16. (P)/38. Marchesano, 45. Khelifi

Bemerkungen: