Nachtslalom
Camille Rast erreicht nach einer Woche im Bett ihr bestes Weltcup-Ergebnis: «Ein vierter Platz ist genial»

Wendy Holdener muss weiter auf ihren ersten Slalomsieg im Weltcup warten. Beim Nachtslalom in Schladming fädelt sie im zweiten Lauf ein und scheidet aus. Dafür feiert Camille Rast als 4. ihr Bestresultat. Mikaela Shiffrin gewinnt.

Simon Wespi
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Auch nach ihrem 101. Weltcup-Rennen fehlt Wendy Holdener weiterhin ein Slalomsieg im Palmarès. Beim Nachtslalom im österreichischen Schladming riskiert sie alles, der Plan ging schief. «Ich habe in der Haarnadel den Stock verloren, danach bin ich «All in» gegangen. Dann war es vorbei», schildert Holdener ihr Missgeschick. «Die Enttäuschung ist da, trotzdem bin ich noch etwas emotionslos.» Nach dem ersten Durchgang lag die 28-Jährige auf Podestkurs. Auf die Führende Petra Vlhova verlor die Schwyzerin 35 Hundertstelsekunden.

Camille Rast realisiert ihr bestes Karriere-Resultat.

Camille Rast realisiert ihr bestes Karriere-Resultat.

Keystone

Für einen Lichtblick sorgte Camille Rast. Die Walliserin überzeugte in beiden Läufen und klassierte sich auf dem starken vierten Platz. Auf das Podest büsste Rast, die nach Durchgang eins als siebte rangierte, lediglich 12 Hundertstel ein. «Nach einer Woche im Bett bin ich sehr glücklich. Ein vierter Platz ist genial», freute sich die junge, aufstrebende Athletin. Rast verpasste die letzten Rennen infolge eines positiven Corona-Tests. Die 22-Jährige realisierte damit ihr bestes Weltcup-Ergebnis. Ihre Formkurve zeigt stark nach oben. Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein, hinsichtlich den Olympischen Spielen in wenigen Wochen.

Für einmal geschlagen geben musste sich Petra Vlhova. Die Dominatorin der Saison wurde hinter Mikaela Shiffrin Zweite. Sie verpasste im siebten Slalom ihren sechsten Sieg um 15 Hundertstel. Feiern konnte die Slowakin dennoch. Vlhova sicherte sich vorzeitig die Disziplinen-Wertung. Das Podest komplettiert Lena Dürr. Die Deutsche fuhr mit 93 Hundertstel Rückstand auf Rang drei.

Zwei Einfädler in Serie bei Gisin

Nicht schon wieder. Dies dachten sich Michelle Gisin und ihr Fanclub. Nachdem sie am Wochenende in Kranjska Gora nach drei Toren einfädelte, schied die 28-jährige Obwaldnerin auch im ersten Lauf in Schladming aus. «Ich kann es mir nicht recht erklären, ich habe oben gut begonnen und auf einmal fädelte ich ein, es war äusserst knapp», analysierte sie ihr Malheur. Nennenswert ist der Fakt, dass Gisin zuvor in fünf Weltcup-Saisons kein einziges Mal ausschied. «Dieser Einfädler ist enorm bitter. Es ist sehr enttäuschend», sagte Gisin den Tränen nahe gegenüber SRF.

Ebenfalls Weltcuppunkte realisierte Aline Danioth als 22. Auch die Urnerin musste wegen eines positiven Corona-Tests die letzten Rennen auslassen. Nicole Good (37.) und Elena Stoffel (45.) – beide Athletinnen erreichten in Kranjska Gora den zweiten Durchgang – verpassten in Schladming die Punkteränge. Auch Mélanie Meillard kam nach ihrer Covid-Erkrankung nicht auf Touren und musste sich mit Platz 51 begnügen.

Wegen hoher Corona-Fallzahlen musste der in Flachau geplante Slalom abgesagt werden. Schladming sprang kurzfristig ein. Dies ist eine Premiere. Erstmals überhaupt findet auf der Planai ein Weltcup-Rennen der Frauen statt.

Das Nachtspektakel auf der Planai war der letzte Slalom vor den Olympischen Spielen in Peking. Der Weltcup-Tross der Frauen reist nun weiter nach Zauchensee. Im Salzburgerland steht am Samstag eine Abfahrt auf dem Programm, tags darauf folgt ein Super-G.

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