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Medienstimmen: «Was für ein Albtraum» – Italien versinkt im Jammertal, die Schweiz versöhnt sich mit Petkovic und lobt Yakin

Während die Schweizer Nati nach der WM-Qualifikation von den Medien viel Lob einheimst, herrscht bei Europameister Italien am Tag danach viel Konsternation. Nur einer bleibt zuversichtlich.

Gabriel Vilares
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Am Montagabend feiert die Schweizer Nati in Luzern einen 4:0-Sieg über Bulgarien und qualifiziert sich damit direkt für die WM 2022 in Katar.

Am Montagabend feiert die Schweizer Nati in Luzern einen 4:0-Sieg über Bulgarien und qualifiziert sich damit direkt für die WM 2022 in Katar.

Freshfocus

«Okatooor! Wir fahren nach Katar», titelt der «Blick» am Dienstag. In der 48. Minute eröffnete der 21-jährige Noah Okafor das Skore gegen Bulgarien für die Schweiz. Wieder einmal habe Nati-Coach Murat Yakin bei der Nomination seiner Spieler ein feines Händchen bewiesen. Und dies, obwohl die Auswahl aufgrund verschiedener verletzungsbedingten Absagen von Leistungsträgern eingeschränkt war. Und so huldigt die Boulevardzeitung auch den aktuellen Übungsleiter, vergisst aber den ehemaligen nicht:

«Dieser Erfolg ist der Verdienst von zwei Baumeistern. Zum einen von Ex-Trainer Vladimir Petkovic, der uns mit dem EM-Viertelfinal und dem Achtelfinal-Sieg gegen Weltmeister Frankreich ein Sommermärchen schenkte. Und von Murat Yakin, der dem Märchen von Petkovic nun weitere Kapitel hinzufügen kann.»

«Auf den Sommer der grossen Gefühle folgt ein Abend der grossen Gefühle», schreiben die Zeitungen von «Tamedia» (Artikel kostenpflichtig). Und auch hier lobt man am Tag danach die Einstellung von Murat Yakin, der keine Probleme sehe, sondern nur Lösungen: «Die Verantwortlichen des Verbandes dürfen sich auf die Schulter klopfen, mit Yakin innert zwei Wochen den perfekten Nachfolger für Petkovic gefunden zu haben.»

Noah Okafor sorgt mit dem 1:0 gegen Italien für den Dosenöffner. Vorab Murat Yakin und auch Ex-Coach Vladimir Petkovic werden gehuldigt.
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Auf den Sommer der grossen Gefühle folgt der Abend der Grossen Gefühle, schreiben die Zeitungen von Tamedia.
«Ein Abend für die Ewigkeit», titeln am Dienstag die Zeitungen von CH Media.
Die Schweiz löst das WM-Ticket!
Für die auflagenstärkste Sportzeitung in Italien sind die Play-offs nach dem Unentschieden gegen Nordirland einfach nur ein «Albtraum».

Noah Okafor sorgt mit dem 1:0 gegen Italien für den Dosenöffner. Vorab Murat Yakin und auch Ex-Coach Vladimir Petkovic werden gehuldigt.

«Blick»

SRF: «Aussergewöhnliche Leistung»

Und auch Radio «SRF» lobt am Dienstag die «aussergewöhnliche Leistung» des Schweizer Nationalteams: Eigentlich habe viel gegen die Schweizer Nati gesprochen nach Vladimir Petkovics Abgang im Sommer nach der Europameisterschaft. Doch:

«Der neue Trainer Murat Yakin blieb in den ganzen Turbulenzen ruhig, formte das Team weiter und baute neue, junge Spieler ein.»

Fazit der Analyse von Radio SRF am Tag danach: «Das Team funktionierte weiter.»

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Für die NZZ müsse die Erinnerung mit der historischen Viertelfinal-Qualifikation an der EM bei aller November-Euphorie bleiben:

«In diesem Fussballjahr zeigt sich auch die Vergänglichkeit von Erfolgen.»

CH Media: «Ein Abend für die Ewigkeit»

Bei den Zeitungen von CH Media wiederum war der Montagabend «ein Abend für die Ewigkeit». Eine Sensation sei es gewesen, dass die ersatzgeschwächte Nati den Europameister Italien in der Tabelle hinter sich lässt und sich damit direkt für die WM in Katar in einem Jahr qualifiziert.

In der 1. Halbzeit habe man die Lücke nicht gefunden, die 2. Hälfte sei dann ein Traum gewesen, meint die Westschweizer Tageszeitung «24 heures». Es sei ein Team, welches sich nicht einfach mit einem Zustand abfindet: «Nicht, wenn man 15 Minuten vor Schluss gegen Frankreich 1:3 in Rückstand liegt und auch nicht, wenn man gegen Bulgarien mit 0:0 in die Halbzeit geht.»

Jammertal im Belpaese Italien

Ganz anders sieht die Gemütslage bei unseren italienischen Nachbarn aus: «Was für ein Albtraum» titelt am Dienstag die auflagestärkste Sportzeitung des Landes «La Gazetta dello Sport». Und die Tageszeitung «Tuttosport» klagte in der Nacht auf Dienstag auf ihrer Webseite: «Was für eine Enttäuschung!»

Der Europameister vom vergangenen Sommer muss für die WM 2022 nun nämlich in die Play-offs. Und damit im kommenden März erst einmal noch zwei Partien gewinnen. Die «Gazetta» beschreibt dazu den Gemütszustand am Tag danach im Belpaese so:

«Wir haben den Punktevorsprung und den psychologischen Vorteil aus der EM verbrannt. Wir dachten, wir seien die Stärksten, mussten uns nun von der Schweiz überholen lassen.»

Bei «Corriere dello Sport» geht man mit den Landsleuten hart ins Gericht:

«Gerade in Sachen Persönlichkeit waren wir unzureichend, wissen nicht mehr, wie man Tore schiesst. Wir können es uns nicht leisten, die zweite WM in Folge zu verpassen. Eine achtjährige Durststrecke wäre eine sportliche und gesellschaftliche Schande.»

Einer, der den Optimismus trotz dem enttäuschendem 0:0 gegen Nordirland am Montagabend nicht verliert, ist Trainer Roberto Mancini:

«Wir werden uns im März für die WM qualifizieren und vielleicht gewinnen wir dieses Turnier. Ich bin völlig zuversichtlich.»