Lehrstunde
Frust beim BVB nach historischer Pleite: «Es stand nicht auf dem Plan, dass wir hier so untergehen»

Deutlich, peinlich, schmerzlich – das 0:4 in Amsterdam hinterlässt bei Borussia Dortmund mächtig Wirkung. Die historische Abreibung könnte böse Folgen für den weiteren Saisonverlauf haben.

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Hängende Köpfe und ratlose Gesichter beim BVB nach der 0:4-Niederlage.

Hängende Köpfe und ratlose Gesichter beim BVB nach der 0:4-Niederlage.

Keystone

Niemand verspürte Lust auf Ausreden. Nach der höchsten Niederlage in der langen Champions-League-Geschichte von Borussia Dortmund beim 0:4 (0:2) in Amsterdam redeten alle Beteiligten Tacheles. Zu tief sass der Frust über die eines Bundesliga-Spitzenteams unwürdige Vorstellung. «Es war für uns eine Lehrstunde. Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen. Diese Niederlage tut extrem weh», klagte Julian Brandt. Ähnlich zerknirscht wie der Mittelfeldspieler wirkte Abwehrchef Mats Hummels: «Wir waren in allen Belangen die klar schlechtere Mannschaft. Man kann davon sprechen, dass wir mit dem 0:4 noch gut bedient waren.»

Ähnlich wie seine Spieler machte auch Marco Rose aus seiner Gemütsverfassung keinen Hehl und bezeichnete sie in aller Offenheit als «beschissen». Vor allem die fehlende Überzeugung und Körpersprache seiner Profis nach dem frühen 0:2 durch den starken Daley Blind ging dem BVB-Trainer gegen den Strich. «In dem Moment, wo es schwierig wird, muss man Lösungen finden. Da müssen wir trotzdem weiter Borussia Dortmund ausstrahlen. Man muss in jedem Moment zeigen, dass man dran glaubt, das Spiel noch gewinnen zu können.»

Ein gebrauchter Abend

Nicht auszuschliessen, dass die Schlappe in der tosenden Johan-Cruyff-Arena einen folgenschweren Knacks für den weiteren Saisonverlauf verursacht. «Es stand nicht auf dem Plan, dass wir hier so untergehen», kommentierte Marco Reus. Dass der deutsche Nationalspieler mit seinem Eigentor (11.) die Niederlage einleitete, passte zum gebrauchten Abend für den BVB. Weitere Treffer durch Blind, Antony (57.) und den Ex-Frankfurter Sebastien Haller (72.) rundeten ihn im negativen Sinne ab.

Trainer Marco Rose spendet Manuel Akanji und Gregor Kobel Trost.

Trainer Marco Rose spendet Manuel Akanji und Gregor Kobel Trost.

Keystone

Brandt hofft auf eine passende sportliche Antwort seines Teams: «Bei allem Lob für Ajax haben wir immer noch die Qualität, auch solch eine Mannschaft zu schlagen. Man sollte es nicht höher hängen, als es am Ende ist. Schon in zwei Wochen haben wir die Chance, alles besser zu machen.» Nicht nur bis dahin bleibt dem BVB nach der bitteren Fussballnacht von Amsterdam viel zu tun, so Rose:

«Ich habe den Spielern gesagt, die Quintessenz aus der Nummer ist, dass wir sehr, sehr viel arbeiten müssen, um uns zu verbessern und um unsere Ziele zu erreichen»

Am 3. November steht das nächste Kräftemessen mit dem niederländischen Meister an. Bereits am Samstag wartet die Auswärtspartie bei Arminia Bielefeld. (dpa/swe)

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