Langlauf
«Das grosse Ziel bleibt Olympia»: Dario Cologna bricht die Tour de Ski ab

Für Dario Cologna ist die Tour de Ski vorbei. Der 35-jährige Bündner setzt alles auf Olympia und möchte sich nun erholen. Eine Russin und ein Norweger stehen für den Tour-Sieg auf der Pole-Position.

Gabriel Vilares
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Dario Cologna läuft die Tour de Ski nicht fertig. Der Fokus des Bündners gilt den Olympischen Winterspielen.

Dario Cologna läuft die Tour de Ski nicht fertig. Der Fokus des Bündners gilt den Olympischen Winterspielen.

Keystone

Bei der 16. Austragung der Tour de Ski wird der Name Dario Cologna nicht im Schlussklassement auftauchen. Kurz vor Start der 5. Etappe im italienischen Val di Fiemme entschied sich der 35-jährige Bündner nicht an den Start zu gehen.

«Das grosse Ziel in dieser Saison bleiben für mich die Olympischen Winterspiele in Peking. Der starke Reizhusten hat auch in diesem Jahr während der Tour wieder zugenommen, was einen guten Regenerationsprozess behinderte. Dazu kommt, dass leistungsmässig momentan noch ein paar Prozente fehlen. Ich denke, dass ich mit der vorzeitigen Regeneration und dem Einbau von gezielten Trainings diese Lücke besser schliessen kann als mit zwei weiteren harten Wettkämpfen an der Tour de Ski», so Dario Cologna zu seinem Entscheid.

15. Rang als bestes Etappenresultat

Für den vierfachen Olympia-Sieger lief es an der diesjährigen Tour de Ski nicht nach Wunsch. Ein 15. Platz in Oberstdorf war in den ersten vier Etappen sein bestes Tour-Resultat. «Durchziehen, damit ich die Tour beende, muss nicht sein. Die Tour bin ich in den letzten Jahren zu genüge fertig gelaufen», sagt der 35-Jährige. Mit 4:21 Minuten Rückstand und dem 21. Rang im Gesamt-Klassement musste Cologna bereits früh die Ambitionen auf einen Spitzenplatz begraben.

Auch wenn der Münstertaler – der Ende Saison zurücktreten wird – seine Dernière nicht erfolgreich gestalten kann, schmerzt ihn der Abbruch nicht besonders. Viermal konnte er die Tour de Ski gewinnen und ist damit Rekordsieger. Zudem hat Cologna die Weitsicht, um das grosse Bild zu sehen. Bereits vor der Saison erklärte er die Olympischen Spiele zum übergeordneten Ziel. Zwei Weltcup-Stationen stehen vor Peking noch auf dem Programm. Es ist davon auszugehen, dass Cologna nicht bei allen Rennen am Start stehen wird, um Kräfte zu schonen.

Kläbo mit Machtdemonstration

Der Norweger Johannes Hösflot Kläbo konnte seine Führung im Tour-Klassement bei der 5. Etappe nochmals ausbauen. Im Massenstartrennen über 15 Kilometer liess der 25-Jährige seine Muskeln spielen und distanzierte die Konkurrenz um 20 Sekunden. Der 4. Etappensieg für ihn an der laufenden Tour und der 46. Weltcupsieg (!) seiner noch jungen Karriere. Vor der letzten Etappe beträgt der Vorsprung von Kläbo auf den russischen Titelverteidiger Alexander Bolschunow zwei Minuten. Damit dürfte ihm der Triumph kaum mehr zu nehmen sein. Als bester Schweizer lief Jonas Baumann auf den 17. Rang. In der Gesamtwertung liegt der 31-jährige Bündner auf dem 20. Platz und verliert 6:12 Minuten auf den Tour-Leader.

Ebenfalls die Führung ausbauen konnte die Russin Natalia Neprjajewa beim Frauen-Rennen über 10 Kilometer im klassischen Stil. Wie schon am Samstag im Sprint ging der Sieg an die 26-Jährige. Vor der abschliessenden Etappe beträgt der Vorsprung 1:12 Minuten auf die zweitklassierte Schwedin Ebba Anderssson. Nadine Fähndrich klassierte sich mit einem Rückstand von 1:52 Minuten auf dem 27. Rang. Die 26-jährige Luzernerin liegt im Tour-Klassement auf dem 16. Rang. Der Rückstand auf ein Top-10-Rang liegt beinahe bei zwei Minuten. Am Dienstag fällt beim Aufstieg auf der legendären und extrem steilen Alpe Cermis die Entscheidung.

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