Europäischer Gerichtshof
Fall Caster Semenya: Schweiz muss Antworten liefern

Im Rechtsstreit mit Doppel-Olympiasiegerin Caster Semenya muss sich die Schweiz den Fragen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte stellen.

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Caster Semenya hat in der Schweiz gegen ihren Ausschluss von Rennen prozessiert. (Archivbild)

Caster Semenya hat in der Schweiz gegen ihren Ausschluss von Rennen prozessiert. (Archivbild)

Keystone

Wie das Strassburger Gericht am Montag mitteilte, wurde die Schweiz bereits Anfang des Monats über Semenyas Beschwerde informiert. Der Fall wird demnach vorrangig behandelt. Die 30-jährige Südafrikanerin wirft der Schweiz Verstösse gegen den Schutz vor Diskriminierung und herabwürdigender Behandlung sowie Missachtung ihres Privatlebens vor. Auch die Rechte der Leichtathletin auf fairen Prozess und wirksame Beschwerde seien nicht geachtet worden.

Im vergangenen Herbst hatte die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin vor dem Bundesgericht eine Niederlage hinnehmen müssen. Es hatte ihre Beschwerde zurückgewiesen, mit der Semenya gegen eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes Cas vorgegangen war.

Im Kern des Rechtsstreits geht es um eine umstrittene Regel des Leichtathletik-Weltverbandes - heute World Athletics - zum Testosteron-Limit für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen. Die Regel verlangt, dass Semenya ihren natürlichen Testosteron-Wert durch Medikamente senkt. Die dreifache Weltmeisterin lehnt das ab. Für den Verband gehört Semenya zu den «biologisch männlichen Athleten mit weiblichen Geschlechtsidentitäten». Sie darf nicht bei Wettbewerben zwischen 400 Metern und einer Meile starten. (dpa)