Diamond League
Simon Ehammer springt beim Meeting in Oslo auf das Podest

Der Appenzeller Zehnkämpfer gibt als Weitspringer erneut eine gute Figur ab, kommt aber nicht an die Bestweite des Abends heran. Hürdensprinter Jason Joseph kommt derweil nicht in Tritt.

Dan Urner
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Simon Ehammer sprang beim Diamond-League-Meeting in Oslo auf Platz drei.

Simon Ehammer sprang beim Diamond-League-Meeting in Oslo auf Platz drei.

Keystone

Simon Ehammer ist heuer wohl der Shootingstar der Schweizer Leichtathletik-Szene. Eine These, die der Appenzeller Zehnkämpfer am Donnerstagabend mit einer weiteren starken Leistung im Weitsprung untermauert hat. Ihm gelang beim Meeting der Diamond League in Oslo der neuerliche Sprung auf das Podest.

Der Ostschweizer Shootingstar, der sich heuer des Öfteren mit spezialisierten Weitspringern misst, klassierte sich mit einer Weite von 7,95 Metern auf dem dritten Platz. Er musste sich – wie schon beim Meeting in Rabat Anfang Monat – dem griechischen Olympiasieger Miltiadis Tentoglou geschlagen geben, der den Wettkampf mit einer Weite von 8,10 Metern für sich entschied. Zweiter wurde der Schwede Thobias Montler (8,05 Meter). Benjamin Gföhler, zweiter Schweizer Weitspringer am Start, blieb indes chancenlos und kam mit 7,43 Metern nicht über den neunten und vorletzten Platz hinaus.

Ehammer offenbarte nach dem Wettkampf gemischte Gefühle. «Das sind Wettkämpfe, die mich im Hinblick auf die WM weiterbringen. Das ist mein grosses Ziel. Ich habe es ziemlich gut gemacht, man kann von jedem Sprung etwas mitnehmen», sagte der 22-Jährige, der sich mit der Top-Drei-Platzierung denn auch zufrieden präsentierte, aber zugleich mit den regnerischen Wetterverhältnissen haderte. Und damit, «dass heute mehr dringelegen wäre», zumal für den Sieg eine Weite deutlich unterhalb seiner persönlichen Bestleistung ausgereicht hätte. Von seiner Bestweite von 8,45 Metern, die er im Mai beim Zehnkampf im österreichischen Götzis aufgestellt hatte, war der Schweizer recht deutlich entfernt. Die von Ehammer angesprochenen Leichtathletik-WM findet im Juli in Eugene (USA) statt.

Jason Joseph verpasst Limiten

Devon Allen (rechts) gewinnt souverän, Jason Joseph (hinten links) blieb chancenlos.

Devon Allen (rechts) gewinnt souverän, Jason Joseph (hinten links) blieb chancenlos.

Keystone

Mit Jason Joseph war in der norwegischen Hauptstadt noch ein dritter Schweizer im Einsatz; der Baselbieter Hürdensprinter vermochte über 110 Meter Hürden aber nicht zu reüssieren. Für die WM- und EM-Limite reichte sein Ergebnis nicht aus. Der 23-Jährige berührte mehrere Hürden und musste sich mit Platz fünf und einer Zeit von 13,55 Sekunden zufriedengeben – immerhin seine Saisonbestleistung. Souveräner Sieger wurde der US-Amerikaner Devon Allen (13,22 Sekunden), der künftig eine Karriere als American-Football-Spieler einschlagen wird.

«Das ist nicht das, was ich in den Beinen habe», war sich Joseph im Anschluss sicher – um sich in der Ursachenforschung für das missliche Resultat freilich recht ratlos zu präsentieren. Dass er über immenses Potenzial verfügt, steht längst fest: Immerhin hält er mit 13,12 Sekunden den Schweizer Rekord über 110 Meter Hürden.