Champions League
3:2 in Villarreal: Liverpool zieht trotz Startschwierigkeiten in den Final ein

Das furchtlose «gelbe U-Boot» schnuppert gegen Liverpool an der Sensation, doch der Favorit dreht nach der Pause auf. Die Mannschaft von Jürgen Klopp steht damit zum dritten Mal in den letzten fünf Jahren im Endspiel der Champions League.

Dan Urner
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Erleichterung: Fabinho (links) feiert seinen Anschlusstreffer zusammen mit Mohamed Salah.

Erleichterung: Fabinho (links) feiert seinen Anschlusstreffer zusammen mit Mohamed Salah.

Keystone

«Das Spiel wird ganz anders werden», hatte Villarreal-Trainer Unai Emery mit Blick auf das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gesagt, das sein Team mit einem Zwei-Tore-Rückstand als Hypothek anzugehen hatte. Der FC Liverpool hatte das Hinspiel in Anfield mit 2:0 für sich entschieden und dabei einen ganz und gar souveränen Eindruck hinterlassen – um für einen Finaleinzug noch infrage zu kommen, musste der 50-jährige Taktikfuchs also zwangsläufig recht behalten.

Ganz unrecht hatte er nicht, das gewünschte Resultat aber auch nicht: Der FC Liverpool steht nach einem 3:2-Sieg im Endspiel. Zumindest was den Matchverlauf betraf, bewahrheitete sich Emerys verwegene Prophezeiung früh. Villarreal trat erheblich mutiger auf als in der Vorwoche. Nicht einmal drei Minuten waren bestritten, als die Hoffnung der Spanier auf eine Kehrtwende erste Nahrung erhielt: Óscar Estupiñan schlug eine Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Étienne Capoue gekonnt in die Mitte querlegte. Dort liess sich Boulaye Dia nicht zweimal bitten.

Villarreal verlangte Liverpool in der ersten Halbzeit einiges ab.

Villarreal verlangte Liverpool in der ersten Halbzeit einiges ab.

Keystone

Dass Villarreal die Schlagzahl erhöhen würde, war mit Blick auf die missliche Ausgangslage eigentlich kaum erstaunlich – und doch wirkte Liverpool vom Leistungsvermögen der Gastgeber überrascht. Die Elf von Trainer Jürgen Klopp fand sich gegen das furchtlos und dominant auftretende «gelbe U-Boot» bis auf eine Thiago-Chance (14. Minute) in einer steten Verteidigungshaltung wieder – und musste noch vor der Pause den zweiten Gegentreffer hinnehmen: Francis Coquelin stieg nach einer erneuten Capoue-Hereingabe am höchsten und vollendete per Kopf zum 2:0 (41.); Trent Alexander-Arnold verteidigte ihn bestenfalls halbherzig.

Wesensverändertes Liverpool in der zweiten Halbzeit

Nach der Pause verkehrte sich das Bild: Liverpool übernahm plötzlich – auch durch seine individuelle Klasse begünstigt – deutlich das spielerische Zepter, drängte die offenkundig erschöpften Hausherren in die Defensive. Der Treffer durch Fabinho erschien da folgerichtig (61.), wenngleich er auch einem haarsträubenden Torwartfehler von Gerónimo Rulli entsprang. Und wenig später beruhigte Luis Díaz das Liverpooler Nervenkostüm mit dem Ausgleich (67.). Sadio Mané drehte die Partie gar noch komplett (74.). Dass Capoue kurz vor Schluss zu allem Überfluss noch die gelb-rote Karte sah, geriet zur Randnotiz. Für die «Reds» steht nach 2018 und 2019 ergo der dritte Champions-League-Final in den letzten fünf Jahren an.