Breitensport
«Faktisch ein Lockdown»: So reagieren die Sportverbände auf die neuen Covid-Massnahmen

Am Freitag entschied sich der Bundesrat in Bern zu einer Verschärfung der Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Stark davon betroffen sind auch die grossen Sportverbände der Schweiz im Eishockey, Handball und Unihockey.

Gabriel Vilares und Pascal Kuba
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Indoor-Sportarten im Breitensport können seit Montag nur unter Einhaltung der verschärften Massnahmen ausgeführt werden. (Symbolbild)

Indoor-Sportarten im Breitensport können seit Montag nur unter Einhaltung der verschärften Massnahmen ausgeführt werden. (Symbolbild)

Keystone

Ab Montag zog Bundesbern nochmals an: In Innenräumen, wo bisher die 3G-Regel herrschte, gilt nun die ab 16 Jahren 2G-Pflicht. Das hat grosse Auswirkungen auf den Breitensport. Somit ist das Training in Sportklubs ebenfalls nur mit Maske gestattet. Wo die Maskenpflicht entfallen soll, muss die 2G+-Regel angewendet werden. Sprich nur noch geimpfte und getestete Personen, die auch einen negativen Coronatest vorweisen können, dürfen ohne Maske trainieren. Personen, deren Impfung, Auffrischungsimpfung oder Coronaerkrankung weniger als vier Monate zurückliegt, sind von der 2G+-Regel ausgenommen.

Eishockey setzt aus

Der Eishockey-Verband (SIHF) zieht die weitestgehenden Konsequenzen. Wie die SIHF am Montagnachmittag mitteilt, werden die Amateur- und Nachwuchsligen einstweilen bis zum 27. Januar 2022 unterbrochen. «Aufgrund der verschärften Massnahmen und dem Anstieg der Fallzahlen» sehe man sich dazu gezwungen, heisst es im verbandseigenen Communiqué. In allen professionellen und semi-professionellen Spielklassen soll der Matchbetrieb weiterhin aufrechterhalten werden.

Zu den gleichen Massnahmen sieht man sich bei den Handballern gezwungen. «Die Meisterschaft im Amateurbereich wird nun bis zum 5. Februar unterbrochen, die Winterpause damit verlängert», erläutert Raphael Bischof, Kommunikationsleiter beim Schweizerischen Handball-Verband. Die ersten Spiele des neuen Jahres hätten schon Mitte Januar stattfinden sollen.

Lockdown für den Handball-Breitensport

«Der Bundesratsentscheid kommt faktisch einem Lockdown für den Handball-Breitensport gleich. Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt mit dem Unterbruch entschieden, weil wir den Aufwand den Klubs nicht zumuten wollen.» Bislang sei man gut durch den Corona-Winter gekommen. Nur einzelne Spielverschiebungen mussten vorgenommen werden.

«Damit dies auch so bleibt und sich Mannschaften aufgrund Spieler-Mangels nicht zurückziehen müssen, unterbrechen wir in den Amateur-Ligen», so Bischof. Die verhängten Massnahmen des Bundes gelten vorerst bis zum 24. Januar. Für die Vorbereitung eines Re-Starts hätten die Mannschaften dann noch genügend Zeit. «Falls die Massnahmen des Bundesrats verlängert werden würden, werden wir die Lage neu beurteilen.» Die Vereine dürfen während der Meisterschaftspause unter Einhaltung der Auflagen trainieren. «Positiv ist, dass in den Junioren-Ligen bis U16 und im professionellen wie auch semi-professionellen Bereich unter den bisherigen Regelungen weitergespielt werden kann.»

Zukunft im Unihockey noch unklar

Das gleiche Bild zeigt sich auch im Unihockey. An Wettkämpfe sei derzeit nicht zu denken, nur höhere Ligen mit Sondergenehmigung vom Bundesamt für Sport können den Betrieb weiterführen. Dazu kommen Nachwuchsteams und Jugendliche unter 16 Jahren. «Es ist nicht ideal, wir haben aber vollstes Verständnis für die neuen Massnahmen», sagt der Geschäftsführer von Swiss Unihockey, Michael Zoss. Insgesamt glaube man im Verband, auch mit Maske trainieren zu können. Ob sich Vereine aufgrund der strengeren Massnahmen zurückziehen würden, kann Zoss nicht beantworten: «Bis jetzt haben wir noch nichts gehört.»

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