Basketball
Erste Spielverschiebungen: In der NBA grassiert das Corona-Chaos

In der nordamerikanischen Profi-Basketball-Liga steigt die Zahl der Corona-Infektionen sprunghaft an. Ein Saison-Highlight ist in Gefahr. Nun ergreift die Liga Massnahmen.

Dan Urner
Drucken
Den Brooklyn Nets fehlen wegen Corona gleich zehn Spieler, darunter Superstar James Harden (links).

Den Brooklyn Nets fehlen wegen Corona gleich zehn Spieler, darunter Superstar James Harden (links).

Keystone

Die «Christmas Games» gehören zu den unumstrittenen Höhepunkten einer jeden NBA-Saison. Während die nordamerikanische Basketball-Liga sonst erbittert gegen die anderen populären US-Sportarten um Aufmerksamkeit kämpfen muss, gehört die Bühne am ersten Weihnachtstag ganz der NBA. Derweil die Football-Liga NFL und die Eishockey-Liga NHL pausieren, hält der Basketball traditionell Topspiele bereit – und darf sich über konkurrenzlose Sendeplätze im nationalen Fernsehen freuen. Ein Blankoscheck.

In dieser Saison droht das eigentliche Highlight allerdings zum Desaster zu verkommen. Denn es scheint gut möglich, dass das nach seichter Unterhaltung lechzende Publikum statt der Superstars bloss missliebige B-Teams zu sehen bekommt. Corona hält die NBA in Atem: Mit James Harden von den Brooklyn Nets und Giannis Antetokounmpo vom amtierenden Champion Milwaukee Bucks fehlen gleich zwei ehemalige Saison-MVPs (Most Valuable Player, wertvollste Spieler), hinter ihrem Einsatz an Weihnachten dürfte ein grosses Fragezeichen stehen. Auch Ex-MVP Russell Westbrook von den Los Angeles Lakers musste jüngst aussetzen.

Insgesamt stehen den NBA-Teams pandemiebedingt 76 Spieler nicht zur Verfügung, erste Partien mussten bereits verlegt werden. Das betrifft auch die Atlanta Hawks um den Schweizer Clint Capela, deren Spiel gegen die Cleveland Cavaliers verschoben werden musste.

Auch die Liga beäugt die rasant zunehmenden Fallzahlen mit Sorge, immerhin sind nicht nur die eminent wichtigen «Christmas Games» in Gefahr – der gesamte Saisonablauf droht mehr und mehr zur Farce zu werden, wenn Corona den Spielbetrieb und die Konkurrenzfähigkeit einiger Teams zunehmend unterminiert. Den Brooklyn Nets, einem der ernstzunehmensten Titelaspiranten, fehlen etwa gleich zehn Spieler.

NBA ergreift schärfere Massnahmen

Erste Massnahmen sind bereits beschlossen. So müssen sich sämtliche Spieler und Trainer ab dem 26. Dezember zwei Wochen lang täglichen Tests unterziehen; ausgenommen sind jene Akteure, denen bereits eine Booster-Impfung verabreicht wurde oder die kürzlich von einer Infektion genesen sind. Weiter gilt nunmehr eine strenge Maskenpflicht – auf der Bank und in der Kabine, ebenso auf dem Trainingsgelände und auf Reisen.

Von einer coronabedingten Saisonpause will die NBA bis anhin aber nichts wissen. Zum Saisonauftakt im Oktober waren 97 Prozent aller Spieler geimpft, 60 Prozent sollen bereits geboostert sein.

Aktuelle Nachrichten