Abfahrt in Bormio
Nur Lokalmatador Paris stört die Schweizer Party – Odermatt und Hintermann rasen aufs Podest

Mit Marco Odermatt und Niels Hintermann landen gleich zwei Schweizer auf dem Podest. Der Italiener Dominik Paris siegt auf der Pista Stelvio zum sechsten Mal.

Gabriel Vilares
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Marco Odermatt hat allen Grund zum Jubeln. Der 24-Jährige rast in Bormio auf den 2. Rang.

Marco Odermatt hat allen Grund zum Jubeln. Der 24-Jährige rast in Bormio auf den 2. Rang.

Felice Calabro / AP

Nach dem Abschlusstraining waren die Schweizer Erwartungen hoch. Niels Hintermann fuhr bei der Abfahrt in Bormio die Trainingsbestzeit und Marco Odermatt auf den zweiten Rang. Die beiden Schweizer Trümpfe konnten dem Druck standhalten und rasten im Veltlin am Dienstag aufs Podest.

Nach dem wilden Ritt von Marco Odermatt, der die bis dahin gefahrene Bestzeit pulverisierte, durfte man mit einem Schweizer Triumph liebäugeln. Der 24-jährige Nidwaldner zeigte einen Traumlauf. «Ich habe voll riskiert», liess Odermatt im TV-Interview verlauten. Doch Dominik Paris störte auf seiner heimischen Lieblingspiste die Schweizer Party. Der Italiener konnte auf der Pista Stelvio zum insgesamt sechsten Mal reüssieren. Der Lokalmatador liess Odermatt 24 Hundertstel hinter sich.

Die beiden fuhren in einer eigenen Liga. Am nächsten kam ihnen der Schnellste des Abschlusstrainings. Niels Hintermann büsste 0.80 Sekunden auf die Bestzeit ein und fuhr nach seinem dritten Rang in Gröden erneut auf das Podest. Der 26-jährige Zürcher konnte im Schlussteil nochmals alle Kräfte mobilisieren und sich vom fünften auf den dritten Platz vorschieben.

Feuz und Kryenbühl scheiden aus

Ein ungewöhnliches Bild zeigte sich bei Beat Feuz. Der viermalige Abfahrts-Kugel-Gewinner rutschte bei der Einfahrt in die Carcentina-Traverse weg und schied aus. Glücklicherweise blieb der 34-jährige Emmentaler unverletzt. Letztmals erlitt der unglaublich konstante Speed-Spezialist bei der Abfahrt 2017 in Kitzbühel das gleiche Schicksal und musste ohne Punkte nach Hause reisen. Für Feuz ein kleiner Rückschlag im Kampf um die Disziplinenwertung.

Mit Urs Kryenbühl erlebte ein weiterer Schweizer einen Schockmoment. Der 27-Jährige wählte eine mutige Linie, wurde dafür aber bestraft. Der Schwyzer verschätze sich und fuhr in ein Tor. Einen Sturz konnte er vermeiden. Gilles Roulin (19.) und Stefan Rogentin (23.) konnten weitere Weltcup-Punkte sammeln. Die nächste Abfahrt wird Mitte Januar beim Klassiker in Wengen ausgetragen.

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