Medizintechnik
Prothesen und Implantate: Neues Zentrum soll für mehr Innovation sorgen

Das Swiss m4m Center soll zum Innovationslabor für Prothesen und andere Medizinprodukte werden. Dank der offiziellen Zertifizierung kann das Zentrum nun mit seiner eigentlichen Arbeit beginnen.

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Das Swiss m4m Center soll die Möglichkeiten des 3D-Drucks für die Medizinalbranche erschliessen.

Das Swiss m4m Center soll die Möglichkeiten des 3D-Drucks für die Medizinalbranche erschliessen.

Hanspeter Bärtschi / SZ

(dpo) Im September 2020 eröffnet, ist das Swiss m4m Center im solothurnischen Bettlach nun erfolgreich zertifiziert. Das Technologietransferzentrum kann damit beginnen, massgeschneiderte Gelenk- oder Dentalimplantate mittels 3D-Druck für Patienten herzustellen. Dies teilte die Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa am Dienstag mit.

Das Swiss m4m Center soll von der Idee über die Marktanalyse bis zum Transfer in die Serienproduktion ein Nährboden für innovative Medtech-Produkte sein, heisst es. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen profitieren, indem sie Zugang zur Technologie des Zentrums erhalten.

Nebst dem Technologietransfer soll sich das Center darüber hinaus auch auf die Wissensvermittlung konzentrieren. So sei etwa mit der Höheren Fachschule Technik Mittelland ein Schulungskonzept entstanden und sowohl die Empa als auch die Schweizerische Stiftung für mikrotechnische Forschung in Neuchâtel bieten Kurse am Zentrum an.

Private und öffentliche Hand arbeiten zusammen

Laut eigenen Angaben ist das Interesse am Zentrum gross. 45 Partner seien seit der Eröffnung an Bord gekommen. Dabei sei das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft, wie sich CEO Nicolas Bouduban zitieren lässt: «Die Möglichkeiten in der Medtech-Branche sind längst nicht ausgeschöpft, und immer mehr Firmen wollen in diesem Bereich Fuss fassen.»

Das Swiss m4m Center wird im Rahmen einer Partnerschaft zwischen privaten Firmen und der öffentlichen Hand betrieben. Die Gelder für die Aufbauphase 2019-2020 kamen vom ETH-Rat. Zusätzlich steuerte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung Gelder bis 2024 bei. Die Kantone Bern und Solothurn sowie zahlreiche Partner aus der Wirtschaft fördern das Projekt ebenfalls.