Zertifikat
Taskforce-Chefin Tanja Stadler: «2G ist eine der Optionen»

Auch mit einem negativen Coronatest soll es kein Zertifikat mehr geben. Diese sogenannte 2G-Regel ist laut Taskforce-Chefin Tanja Stadler eine der Optionen, falls sich die Lage verschärfen sollte.

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«Testen, Masken und CO2-Sensoren»: Tanja Stadler ist seit diesem Sommer Präsidentin der Taskforce.

«Testen, Masken und CO2-Sensoren»: Tanja Stadler ist seit diesem Sommer Präsidentin der Taskforce.

Keystone

Wer nicht geimpft ist und dennoch ein Zertifikat braucht, etwa für den Arbeitsplatz, eine Einladung zu einer Hochzeit oder um mit den Kindern in eine Bibliothek zu gehen, muss ab heute jeden Test selbst bezahlen. Bereits fordert der Kanton Bern weitere Einschränkungen und will dafür nur noch die aufwendigeren Nasen-Rachen-Tests zulassen, wie der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg am Sonntag in der «Tagesschau» von SRF sagte.

Laut der im August eingesetzten Taskforce-Chefin Tanja Stadler könnte diese Möglichkeit ebenfalls wegfallen: In einem Interview mit dem Blick zieht die deutsche Mathematikerin auch die sogenannte «2G-Regel» in Betracht. Mit dieser gäbe es auch bei einem aktuellen negativen Test keine Möglichkeit mehr, ein Zertifikat zu erhalten: Das öffentliche Leben wäre den Geimpften und – für eine bestimmte Zeit – den Genesenen vorenthalten.

«Das ist eine der Optionen, falls sich die Lage verschärft», sagt Stadler im Interview. Sie begründet dies damit, dass es auch an Grossveranstaltungen mit Zertifikat zu grossen Ausbrüchen gekommen sei. Im Hinblick auf die anstehende kalte Jahreszeit warnt Stadler vor einer Überlastung der Spitäler. Die Spitäler seien bereits relativ voll. Auf den Intensivstationen befänden sich derzeit vor allem 50-Jährige. Da diese eine bessere Überlebenschance hätten, blieben sie länger auf der Intensivstation, bis sie sich ganz erholt hätten. Für die Schulen sieht Stadler drei Massnahmen, um massenhafte Quarantänen zu vermeiden: «Testen, Masken und CO2-Sensoren». Stadler hofft ausserdem, dass bald auch Kinder unter 12 Jahren geimpft werden könnten.

Tanja Stadler ist seit diesem Sommer Präsidentin der wissenschaftlichen Taskforce, die dem Bundesrat beratend zur Seite steht. Bekannt wurde sie durch ihre Berechnung des R-Werts, der anzeigt, wie schnell sich das Virus in der Population ausbreitet. Im Herbst 2020 hatte sie die zweite Welle vorausgesagt. (wap)

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