Verteidigung
Stärkerer Fokus auf Cyber-Bedrohungen: Viola Amherd lanciert neue Strategie

Verteidigungsministerin Viola Amherd hat eine neue Strategie im Bereich Cyberabwehr verabschiedet. Das VBS soll sich vermehrt auf diese Bedrohungen ausrichten und die Koordination stärken.

Alice Guldimann
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Die neue Cyber-Strategie soll die Wichtigkeit des Cyberraums für die Sicherheit der Schweiz betonen. (Symbolbild)

Die neue Cyber-Strategie soll die Wichtigkeit des Cyberraums für die Sicherheit der Schweiz betonen. (Symbolbild)

Keystone

Bedrohungen im Cyberraum sind heute allgegenwärtig. Bundesrätin Viola Amherd will ihr Verteidigungsdepartement nun für diese Bedrohungen fit machen. «Das VBS kann rechtzeitig und in allen Situationen Bedrohungen und Angriffe frühzeitig erkennen, stören oder verhindern», lautet eines der Ziele der neuen Strategie Cyber 2021 bis 2024, die am Dienstag publiziert wurde. Konkret: das VBS solle seine Entwicklung «fachlich, materiell, prozessual, wie auch personell» auf die Cyberherausforderungen ausrichten.

Die Anfälligkeit für Cyberrisiken soll minimiert und das Departement resistenter werden. Wichtiger Teil der Strategie ist die vermehrte Aus- und Weiterbildung der zivilen und militärischen VBS-Mitarbeitenden. Um die Ziele zu erreichen, definiert die Strategie vier Themenbereiche. Der Bereich «Sicherheit und Resilienz» soll die geschäftskritischen Assets und Systeme identifizieren und mögliche Bedrohungen und Schwachstellen frühzeitig erkennen. In den gleichen Bereich fallen die Umsetzung von Schutzmassnahmen, die Abwehr von Cybervorfällen und die Wiederherstellung der Operationsfähigkeit danach.

Angriffe stören und verhindern

Der zweite Bereich, «Lage und Aktion», befasst sich mit dem frühzeitigen Erkennen und Verhindern von sicherheitspolitisch relevanten Cybervorfällen gegen Schweizer Interessen. Dazu gehören auch die nachrichtendienstliche Arbeit zur Identifikation von mutmasslichen Tätern, sowie defensive Aktionen wie das Stören eines Angriffs. «Es ist möglich, mit kleinen Massnahmen Angriffe zu stören», sagte Philipp Kronig, Chef Informationsmanagement/Cyber beim Nachrichtendienst am Dienstag vor den Medien.

Da sich Angriffe nicht nur gegen die Schweiz richten, sei auch die internationale Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerdiensten wichtig. Mit der Fusion von Lageberichten aus verschiedenen Quellen wie Polizei und Militär soll zudem die umfassende Cyberlage dargestellt werden können.

Trends frühzeitig erkennen

Der dritte Themenbereich befasst sich mit Forschung und Wissensaufbau. Mittels Monitoring sollen neue Trends, Technologien und Akteure erkannt werden. Laut Thomas Rothacher, Leiter Wissenschaft und Technologie bei Armasuisse, ist dieser Fachbereich nicht operativ tätig, sondern liefert die Grundlagen, die dann beim Schwachstellenmanagement eingesetzt werden können. Besonders wichtig sei dabei die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Forschung und Wissenschaft. Dazu gehören unter anderem die Schweizer Universitäten, aber auch Firmen wie die Swisscom und ausländische Organisationen wie das US Air Force Research Lab.

Um die Cyber-Abwehr innerhalb des VBS zusammenzubringen, gibt es den vierten Aufgabenbereich, der die Koordination umfasst. Dort wird die Zusammenarbeit und das Controlling der verschiedenen Akteure geregelt, sowie grundsätzliche Aufgaben wie die Ausbildung und Sensibilisierung von Mitarbeitenden. Ziel ist, dass alle Akteure mit Aufgaben, die den Cyberbereich betreffen, im Rahmen der Strategie eng zusammenarbeiten.

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