Übertragbare Krankheiten
Blutspende: Rotes Kreuz stellt Sicherheit über die Gleichstellung von Homosexuellen

Männer mit homosexuellen Sexualkontakten sollen bei der Blutspende nicht mehr diskriminiert werden. Das Schweizerische Rote Kreuz teilt diese Ansicht, meldet aber Bedenken an.

Drucken
Spenderblut ist oft knapp, aber nicht von allen Spendern willkommen.

Spenderblut ist oft knapp, aber nicht von allen Spendern willkommen.

Keystone

Das Rote Kreuz ist mit der Nichtdiskriminierung von homosexuellen Blutspendern im Grundsatz vollumfänglich einverstanden. Eine entsprechende Ergänzung des Heilmittelgesetzes sei aber heikel. Zu diesem Schluss kommt eine Expertengruppe des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), wie dieses am Dienstag mitteilte.

Konkret geht es um einen Vernehmlassungsentwurf der nationalrätlichen Gesundheitskommission. Diese hält eine Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung für nicht mehr angebracht und will dies auch so im Heilmittelgesetz festschreiben. Homosexuelle hätten damit uneingeschränkten Zugang zur Blutspende.

Abwägung zwischen Zumutbarkeit und Sicherheit

Das SRK möchte die entsprechende Gesetzespassage nun aber abschwächen: Eine Ungleichbehandlung soll dann zulässig bleiben, wenn die Massnahme «zur Gewährleistung der Produkte-, Spender- und Patientensicherheit geeignet und erforderlich ist» führte Blutspende-Direktor Bernhard Wegmüller vor den Medien aus. Es brauche eine Abwägung zwischen der Zumutbarkeit der Diskriminierung und der Sicherheit der Blutempfänger.

«Für die Blutspende SRK Schweiz hat die gesetzlich geforderte Spende-, Produkte- und Patientensicherheit höchste Priorität», so sein Fazit. Versorgungssicherheit, Nichtdiskriminierung und Wirtschaftlichkeit seinen essenzielle Faktoren, aber: «Eine gesetzliche Präzisierung zu den Kriterien und Rollen bei sich widersprechenden Zielen muss zwingend ergänzt werden.» (wap)