Übergriffe
Meldestelle für Missbrauchsopfer ist beschlossene Sache

Im Nachgang zu den Enthüllungen über Missbrauch im Schweizer Sport wird eine nationale Meldestelle geschaffen. Das hat der Nationalrat am Donnerstag entschieden.

Drucken
Teilen
Der Nationalrat beschäftigte sich am Donnerstag mit den Missbrauchsfällen im Schweizer Sport. (Archivbild)

Der Nationalrat beschäftigte sich am Donnerstag mit den Missbrauchsfällen im Schweizer Sport. (Archivbild)

Keystone

(mg) Die nationale Meldestelle für Missbrauchsopfer im Sport ist beschlossene Sache. Nach dem Ständerat hat am Donnerstag nun auch der Nationalrat seine Zustimmung gegeben. Mit 133 zu 44 Stimmen hat die grosse Kammer das Geschäft an den Bundesrat überwiesen.

Anfang November hatten Enthüllungen des «Magazin» für schweizweites Aufsehen gesorgt. Acht ehemalige Spitzenathletinnen der Disziplinen Kunstturnen und Rhythmische Gymnastik berichteten darin über jahrelange Demütigungen und Machtmissbrauch auf dem Sportcampus in Magglingen bei Biel. Im Nachgang hatte Bundesrätin Viola Amherd auch gefordert, dass die Vorwürfe durch eine externe Untersuchung geprüft werden müssten. Eine solche hat der Schweizerischen Turnverband (STV) in Auftrag gegeben.

«Ich will keine Schweizer Medaille gewinnen, wenn dahinter physischer oder psychischer Missbrauch steht», betonte Nadja Pieren (SVP/BE). Sie wollte aber erst die Untersuchung abwarten und dann entscheiden «welches die richtige Massnahme ist». Höchstleistungen dürften nicht «mit unmenschlichen Methoden erzielt» werden, sagte dagegen Bundesrätin Viola Amherd. Für den Bundesrat ist klar, dass es jetzt eine solche Meldestelle brauche. Die Sportministerin stellte in Aussicht, dass eine solche Meldestelle bereits 2022 ihre Tätigkeit aufnehmen könnte.