Steuerbelastung
Höherer Abzug für Kitas: Ab 2023 werden Familien steuerlich entlastet

Für die Kinderbetreuung in Kitas wird der steuerliche Abzug ab nächstem Jahr deutlich erhöht. Damit gelingt eine Reform, die schon einmal gescheitert ist.

Reto Wattenhofer
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Wer seine Kinder in die Kita schickt, soll steuerlich stärker entlastet werden. (Symbolbild)

Wer seine Kinder in die Kita schickt, soll steuerlich stärker entlastet werden. (Symbolbild)

Keystone

Künftig können bei der direkten Bundessteuer pro Kind jährlich bis zu 25'000 Franken abgezogen werden. Der Bundesrat setzt den höheren Abzug für die Drittbetreuung von Kindern auf 2023 in Kraft, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung am Freitag bekannt gab. Bislang lag der maximale Abzug bei 10'100 Franken.

Das Parlament hatte die Gesetzesrevision in der letzten Herbstsession beschlossen. Dagegen ist die Referendumsfrist unbenutzt verstrichen. Damit kann der Bundesrat die gesetzliche Revision in Kraft setzen. Endlich, wird er sich vermutlich sagen. Denn eigentlich stammt der Vorschlag vom ihm selbst.

Gesetzesrevision mit Vorgeschichte

Die Reform gelang allerdings erst im zweiten Anlauf. Eine Neuauflage wurde notwendig, weil die Schweizer Bevölkerung sich im Herbst 2020 deutlich gegen höhere Steuerabzüge für Kinder bei den Bundessteuern aussprachen. Bei der Gesetzesrevision war es ursprünglich nur darum gegangen, die Abzüge für die Kinderbetreuung in Kitas zu erhöhen.

Doch dann schlug Nationalrat Philipp Kutter (Die Mitte/ZH) bei den parlamentarischen Beratungen im letzten Moment vor, auch den allgemeinen Kinderabzug zu erhöhen. Er wollte damit verhindern, dass Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuen, benachteiligt würden. Mit hohen finanziellen Folgen: Statt um zehn wäre es auf einmal um 380 Millionen Franken gegangen, die im Bundeshaushalt fehlen würden. Mit bekanntem Ende: Das Stimmvolk durchschaute das «Buebetrickli».

Nun hat es die schlanke Reform doch noch über die Ziellinie geschafft. Auch dürfte sie nur kurzzeitig ein Loch in die Bundeskasse reissen. Der Bund geht davon aus, dass die jährlichen Ausfälle in Höhe von zehn Millionen Franken aufgrund von positiven Beschäftigungsimpulsen «auf längere Sicht» kompensiert werden. Laut Finanzminister Ueli Maurer können dadurch 2500 zusätzliche Vollzeitstellen besetzt werden.

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