Notlage
Im letzten Jahr gab es so viele Bergrettungen wie nie zuvor

2021 zog es wieder viele Menschen in die Berge. Das schlug sich auf die Notfälle nieder: Noch nie mussten so viele Personen von der Bergrettung gerettet oder geborgen werden wie im vergangenen Jahr.

Drucken
Besonders bei Skitouren gerieten im letzten Jahr mehr Menschen in eine Notlage. (Symbolbild)

Besonders bei Skitouren gerieten im letzten Jahr mehr Menschen in eine Notlage. (Symbolbild)

Keystone

Im zweiten Coronajahr zog es erneut viele Menschen in die Höhe. Dass die Hotels im Gegensatz zu 2020 offen waren und das Wetter mitspielte, liess die Berge noch verlockender erscheinen. Das schlug sich auch auf das Not- und Unfallgeschehen nieder. 2021 gerieten in den Schweizer Alpen und im Jura 3680 Personen in eine Notlage oder verunfallten. Das ist ein Rekord, wie der Schweizer Alpen-Club (SAC) am Mittwoch mitteilt.

Vor allem beim Tourenskifahren und beim Schneeschuhlaufen verunfallten oder gerieten mehr Menschen in eine Notlage. Beim Tourenskifahren war laut dem SAC in 262 von insgesamt 500 Fällen die häufigste Ursache ein Sturz oder Absturz, wobei die meisten Verunfallten mittelschwere Verletzungen davontrugen. Sieben Personen verstarben.

Beim Schneeschuhlaufen war hingegen die häufigste Notfallursache Blockierung oder Verirren. Die meisten Personen seien unverletzt gerettet worden. Darüber hinaus gab es auch bei den Lawinen mehr Notfälle (115) als im Jahr zuvor (51).

46 Prozent der Verstorbenen waren alleine unterwegs

Beim Bergsteigen sind gemäss der Unfallstatistik bei 122 Ereignissen 131 Berggänger tödlich verunfallt – 19 mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig ist, dass die Zahl der ausländischen Opfer gesunken ist. In den Jahren vor der Pandemie lag ihr Anteil meistens deutlich über 40 Prozent, während er 2021 auf rund 30 Prozent fiel.

1525 Personen gerieten beim Bergwandern in eine Notlage, 68 davon verunfallten tödlich. Während die Zahl der Not- und Unfälle gemäss dem SAC im langjährigen Schnitt liegt, ist diejenige der tödlichen Unfälle deutlich angestiegen. Fast alle Todesfälle ereigneten sich durch einen Absturz.

Die jüngste Bergunfallstatistik zeigt, dass bei rund 46 Prozent der tödlichen Unfälle die Verunfallten allein unterwegs waren. Der SAC empfiehlt den Bergsportlern deshalb sich gut zu überlegen, ob die Tour auch in Begleitung durchgeführt werden kann. Wenn jemand trotzdem allein unterwegs ist, sollen Angehörige oder nahestehende Personen über die Pläne informiert werden. Zudem legt der Schweizer Alpen-Club den Bergsportlern nahe, die App der Rettungsflugwacht Rega auf das Handy herunterzuladen. (dpo)