STAATSSEKRETARIAT FÜR MIGRATION
Afghanen und Türken: Im August steigt die Zahl der Asylgesuche weiter an

Im August gingen in der Schweiz 1556 Asylgesuche ein. Das sind 184 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu 2020 ist das sogar ein Plus von 581 Gesuchen und entspricht damit auch dem europäischen Trend.

Samuel Thomi
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Die im August aus Afghanistan ausgeflogenen 291 lokalen Mitarbeitenden der Schweiz sind nicht Teil der Asylstatistik.

Die im August aus Afghanistan ausgeflogenen 291 lokalen Mitarbeitenden der Schweiz sind nicht Teil der Asylstatistik.

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Das wichtigste Herkunftsland der Personen, die im August in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht haben, bleibt Afghanistan mit 330 Gesuchen (42 mehr als im Juli). Auf den weiteren Plätzen folgen weiterhin die Türkei (321 Gesuche; +43) und Eritrea (227 Gesuche; +78), wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag mitteilt. Allerdings hatten bereits im Juli die Asylzahlen in der Schweiz wieder das Vor-Pandemie-Niveau erreicht.

Die EU-Asylagentur (Easo) meldete gleichentags zudem die Asylzahlen für den Monat Juli. Demnach wurden in der Europäischen Union sowie in Norwegen und der Schweiz gesamthaft rund 45'000 Asylanträge gestellt. Das sind so viele wie noch nie seit dem Ausbruch der Coronakrise. Zum Vergleich: Im Juni hatten noch rund 40'600 Menschen Schutzstatus beantragt. Zudem rechnet die Easo damit, dass vorab die Zahl der Anträge aus Afghanistan weiter zunehmen werden.

252 Personen verlassen Schweiz – mehr Gesuche hängig

Nicht Teil der Schweizer Asylstatistik sind jedoch die im August aus Afghanistan evakuierten 219 lokalen Mitarbeitende und deren Familien. Diese Personen werden laut SEM dem sogenannten Resettlement-Kontingent angerechnet und vorübergehend in den Bundesasylzentren untergebracht. Für die Jahre 2022/23 hat der Bundesrat beschlossen, total bis zu 1600 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen.

Wie das SEM weiter mitteilte, haben im vergangenen Monat insgesamt 252 Personen die Schweiz kontrolliert verlassen oder wurden in ihr Herkunftsland oder in einen Drittstaat rückgeführt. Das Staatssekretariat erledigte im August laut eigenen Angaben 1225 Asylgesuche. Dabei wurden 266 Nichteintretensentscheide gefällt, 440 Personen erhielten Asyl und 287 wurden vorläufig aufgenommen. Die Zahl der erstinstanzlich hängigen Fälle nahm im Vergleich zum Vormonat um 383 auf 3590 zu.

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