Pandemie
Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist laut Experten des Bundes noch nicht erreicht

Die Omikron-Welle breitet sich in der Schweiz immer weiter aus. Laut den Experten des Bundes hat sie ihren Höhepunkt aber noch nicht erreicht. Eine Aufhebung der Massnahmen ist für sie deshalb verfrüht.

Alice Guldimann
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Patrick Mathys vom BAG warnte vor frühzeitigen Lockerungen.

Patrick Mathys vom BAG warnte vor frühzeitigen Lockerungen.

Keystone

Das Virus zirkuliert in der Schweiz so stark wie nie zuvor. Das zeigen weiter ansteigende Fallzahlen. Und: Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht, wie Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern sagte. Die Hospitalisationen dagegen seien zuletzt nicht so stark angestiegen wie erwartet und aktuell ungefähr stabil. Warum das so ist, kann man laut Mathys derzeit nicht abschliessend beurteilen.

Obwohl die Lage in den Spitälern damit nicht zu eskalieren scheint, ist laut Patrick Mathys weiterhin Vorsicht geboten: «Es ist zu früh, in Euphorie zu verfallen und die Aufhebung aller Massnahmen zu fordern», sagte der BAG-Spitzenmann. Eine verfrühte Lockerung könne zu einer nochmaligen Beschleunigung des Infektionsgeschehens führen. Gleicher Meinung ist auch Urs Karrer von der wissenschaftlichen Covid-Task-Force des Bundes.

Spitaleintritte dürften noch ansteigen

Zu den Forderungen verschiedener Branchen und Politiker vom gleichen Tag nach einem «Tag der Freiheit» und der vollständigen Aufhebung der Massnahmen sagte der Chefarzt und Vizepräsident der Corona-Task-Force, dies könne auch «ein Schuss in den eigenen Fuss» bedeuten. Man dürfe Omikron nicht unterschätzen, so Urs Karrer. Die Belegung der Spitäler sei nach wie vor hoch, vielerorts müssten Eingriffe verschoben werden. «Es ist zu erwarten, dass die Spitaleintritte noch ansteigen werden.»

Angesichts der vermuteten, aktuell äusserst hohen Dunkelziffer bei den Fallzahlen, sei es zudem wichtig, sich auch bei schwachen Symptomen sofort selbst zu isolieren. «Wer sich im Moment einen Test überlegt, ist bereits zu 35 Prozent positiv», sagte Urs Karrer.

BA.2 in der Schweiz bereits zehnmal nachgewiesen

Auch wer nach der verkürzten fünftägigen Quarantäne noch Symptome zeige, solle zuhause bleiben. Darauf hat auch der Bundesrat verwiesen, als er vor gut zwei Wochen die Zeit der Quarantäne auf fünf Tage halbiert hat.

Der Taskforce-Vize informierte auch über die neue Omikron-Variante BA.2, welche derzeit in Dänemark gehäuft auftritt. Diese sei in der Schweiz bisher zehn mal nachgewiesen worden. «Analysen deuten darauf hin, dass sich BA.2 noch schneller ausbreitet», so Urs Karrer. Die Variante könnte also die aktuell in der Schweiz hauptsächlich aktive Coronavariante BA.1 dereinst verdrängen. Es werde allerdings vermutet, dass die Immunität gegen BA.1 auch gegen BA.2 wirkt, sagte Karrer.

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