Munition
Von Wanderern und Bikern gefunden: Schweizer Armee beseitigt 227 Blindgänger

Die Zahl der Meldungen von Blindgängern liegt deutlich über dem 10-Jahresdurchschnitt. Der Grund: Die Bevölkerung verbrachte wegen der Corona-Pandemie viel Zeit im Freien und entdeckte so mehr nicht explodierte Sprengkörper und Munitionsreste.

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Wer einen Blindgänger entdeckt, sollte ihn auf keinen Fall berühren. Eine Meldung wird mit bis zu 100 Franken belohnt. (Symbolbild)

Wer einen Blindgänger entdeckt, sollte ihn auf keinen Fall berühren. Eine Meldung wird mit bis zu 100 Franken belohnt. (Symbolbild)

Keystone

Die Blindgängermeldezentrale der Schweizer Armee erhielt im vergangenen Jahr 908 Meldungen. Diese führten dazu, dass 2741 Objekte beseitigt wurden, wovon 227 effektive Blindgänger waren. Das teilte die Gruppe Verteidigung am Montag mit. In weiteren 75 Prozent der Fälle handelte es sich um Munitionsschrott und in den restlichen 17 Prozent um Fundmunition. Mehr als die Hälfte aller Meldungen kamen aus den Kantonen Bern, Graubünden, Wallis und St. Gallen.

Im Vorjahr gab es sogar 1055 Meldungen – ein Rekord. Doch obwohl die Anzahl Meldungen im vergangenen Jahr leicht zurück ging, sind es noch immer ein Drittel mehr als im 10-Jahresdurchschnitt. Die Armee vermutet, dass dies mit der Coronapandemie zusammenhängt: Aufgrund der Coronamassnahmen erfreuten sich Freizeitaktivitäten im Freien grosser Beliebtheit. Entsprechend wurden mehr Objekte gefunden.

Weitere 150 Blindgänger bei Räumungsaktionen gefunden

Neben den Blindgängermeldungen übernimmt die Zentrale auch regelmässig Aufräumaktionen auf Schiessplätzen und in Zielgebieten der Schweizer Armee. 2021 fanden sieben Räumungsaktionen statt. Dabei führte sie 47 Tonnen Munitionsschrott ab und fand zusätzliche 150 Blindgänger. Unterstützung erhielt sie dabei von der Luftwaffe, da sich die Blindgänger oft an schwer zugänglichen Stellen im Gebirge befinden.

Die Armee weist darauf hin, dass man verdächtige Objekte keinesfalls berühren sollte. Nachdem man das Objekt im Gelände gut sichtbar markiert hat, soll man die Polizei oder Armee informieren – auch mittels Blindgänger-App. Privatpersonen werden für ihre Meldung mit bis zu 100 Franken belohnt. Insgesamt wurden so im vergangenen Jahr 9450 Franken ausbezahlt. (abi)