Lieferengpässe
Mangelware Medikamente: Bundesrat will Versorgungsengpässe stärker bekämpfen

Bei der Versorgung mit Medikamenten kommt es auch in der Schweiz immer häufiger zu Engpässen. Eine neue Studie des Bundes fordert nun Massnahmen. Der Bundesrat lässt diese prüfen.

Reto Wattenhofer
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Der Eindruck täuscht: Immer wieder sind Medikamente wegen Engpässen nicht lieferbar. (Symbolbild)

Der Eindruck täuscht: Immer wieder sind Medikamente wegen Engpässen nicht lieferbar. (Symbolbild)

Keystone

Lieferprobleme bei Medikamenten sind ein weltweites Phänomen. Zuletzt hat die Pandemie vor Augen geführt, wie abhängig viele westliche Staaten von Importen sind und auch wie anfällig, wenn Lieferketten nicht mehr funktionieren. Nicht anders erging es der Schweiz. Allerdings sind Versorgungsengpässe nicht neu. Bereits 2016 hatte der Bund nach einer Lagebeurteilung Massnahmen beschlossen.

Nun zeigt sich: Diese sind unzureichend. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Gestützt auf dessen Fazit hat der Bundesrat am Mittwoch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe beauftragt, neue Massnahmen zu prüfen und Vorschläge zu machen.

Der Bericht sieht eine ganze Reihe von Vorkehrungen vor, um Versorgungsprobleme in normalen Zeiten zu meistern. Aus Sicht der Autoren braucht es eine systematische Gesamtübersicht der Engpässe und eine bessere Datengrundlage. Selbst für wichtige Medikamente fehlt diese heute, wie das BAG in einer Mitteilung festhält. Präzisiert werden müssten auch grundlegende Frage wie: Welche Arzneimittel sind für eine sichere Versorgung der Schweiz essenziell?

Bund produziert selber Medikamente

Als weitere Massnahmen schlägt der Bericht Anreize für Hersteller, einen erleichterten Zugang zum Schweizer Markt wie auch die bessere Bewirtschaftung der obligatorischen Reserven vor. Bei akuten Engpässen könne auch die Versorgung oder Produktion direkt durch den Bund geprüft werden.

Klar ist auch: Angesichts der weltweiten Schwierigkeiten bei der Arzneimittelversorgung kann die Schweiz dieses Problem nicht allein lösen. Der Bericht empfiehlt, dass sie sich an vielversprechenden internationalen Initiativen beteiligt.