Landesausstellung 2027
Bundesrat wünscht: Organisatoren sollen ihre Projekte zusammenlegen

Der Bundesrat spricht sich für eine nächste Landesausstellung aus. Und er hat mit den Kantonen auch bereits erste Eckwerte dazu erarbeitet. Ein Wunsch der Landesregierung: Die laufenden Initiativen sollen zusammenarbeiten oder ihre Projekte gar zusammenführen.

André Bissegger
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Noch ist offen, wo die nächste Landesausstellung stattfinden wird. «Muntagna» will sie beispielsweise in die Alpen bringen.

Noch ist offen, wo die nächste Landesausstellung stattfinden wird. «Muntagna» will sie beispielsweise in die Alpen bringen.

Keystone

Aktuell laufen vier Projekte, die ab 2027 eine nächste Landesausstellung in der Schweiz durchführen wollen. «Svizra27», das Projekt aus der Nordwestschweiz, will die Schweiz an der Arbeit zeigen. «X27» wird von der Kreativwirtschaft getragen und soll auf dem Flughafengelände in Dübendorf stattfinden. Die dezentrale «Nexpo» ist dagegen eine Initiative der zehn grössten Schweizer Städte. Demgegenüber positioniert sich «Muntagna» als erste Landesausstellung der Alpen.

Trotz aller Unterschiede, etwas haben die vier Projekte gemeinsam: 2020 schrieben sie dem Bundesrat einen Brief. Sie vermissten ein klares Bekenntnis, dass der Bundesrat eine Expo wirklich will.

Dieses Zeichen haben sie spätestens am Mittwoch erhalten. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung die gemeinsame Positionierung mit der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) zu einer nächsten «Expo» verabschiedet. Beide Seiten begrüssen dabei die Durchführung einer künftigen Landesausstellung, wie das Wirtschaftsdepartement und die KdK mitteilten. Sie seien bereit, «Expo»-Initiativen ideell zu unterstützen und im Planungsprozess zu begleiten. Auch eine finanzielle Hilfe sei möglich.

Bundesrat will bis Ende 2023 vertieften Bericht verabschieden

In der Positionierung von Bundesrat und Kantonen werden auch erste Eckwerte von Rahmenbedingungen für eine nächste «Expo» aufgeführt, die den Machern als Orientierung dienen sollen: So soll eine nächste Landesausstellung nachhaltig Nutzen stiften und möglichst «bottom-up» entstehen. Das heisst, Bund und Kantone sehen sich nicht in der Rolle der Initiatoren. Die Verantwortung und Federführung verbleibe während der gesamten Projektdauer bei der Trägerschaft, heisst es.

Ausserdem muss eine regionale Verankerung und die ideelle und finanzielle Unterstützung der Expo-Austragungsregionen gegeben sein. Und die Macher sollen Lehren und Erfahrungen aus früheren Grossanlässen berücksichten.

Weiter betonen Bund und Kantone, dass sie einen Dialog zwischen den Trägerschaften begrüssen – mit dem Ziel, eine «Zusammenarbeit oder Zusammenführung» der Projekte anzustreben. Gibt es mehrere konkrete Projekte, braucht es am Ende ein Auswahlverfahren. Wie dieses aussehen könnte, soll spätestens im Bericht über die Rahmenbedingungen präzisiert werden. Dieser soll bis Ende 2023 vom Bundesrat verabschiedet werden. Darin werden dann auch Rollen und Aufgaben von Bund, Kantonen und Trägerschaften sowie wichtige Prozesse vertieft.