Kampfjets
EU-Abgeordneter: «Die Schweiz zeigt uns den Mittelfinger»

Der Bundesrat will den US-Kampfjet F-35 beschaffen. Diese Entscheidung kritisiert der französische EU-Abgeordnete Christophe Grudler in scharfen Tönen.

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Der Bundesrat hat sich für die Beschaffung des Kampfjets F-35A von Lockheed Martin entschieden.

Der Bundesrat hat sich für die Beschaffung des Kampfjets F-35A von Lockheed Martin entschieden.

Keystone

Der F-35A soll es also sein: Am Mittwoch hat der Bundesrat mitgeteilt, dass er 36 Flugzeuge des US-Herstellers Lockheed Martin kaufen will. Zur Auswahl standen auch die Jets Rafale (Dassault, Frankreich), Eurofighter (Airbus, Deutschland) und der US-Jets F/A 18 Super Hornet, doch in der Evaluation habe der F-35A den höchsten Gesamtnutzen erzielt und bei drei von vier Kriterien obenaus geschwungen, erklärte Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Der französische EU-Abgeordnete Christophe Grudler kritisiert nun diesen Entscheid in scharfen Tönen. «Weshalb hat die Schweiz nicht ein europäisches Flugzeug gekauft?», fragt der Politiker der Zentrumspartei Mouvement Démocrate in den Tamedia-Zeitungen vom Freitag. «Die Enttäuschung ist vor allem in Brüssel gross, in der EU und im Europaparlament.»

Doppelte Schmach

Grudler stellt den Typenentscheid in den Kontext des gescheiterten Rahmenabkommens mit der EU. «Die Schweiz zeigt uns gleich zweimal den Mittelfinger. Zuerst beim Rahmenabkommen und jetzt mit dem Kauf des amerikanischen Kampfflugzeugs», so der EU-Abgeordnete.

Kein Verständnis hat Christophe Grudler auch dafür, dass der Bund staatliche Daten an den chinesischen Alibaba-Konzern auslagern möchte, wie verschiedene Medien diese Woche berichteten. «Ihre Regierung vertraut die Daten ihrer Bürger einem Konzern in China an, einer Diktatur. Was hat das mit Souveränität zu tun?», kritisiert der Politiker im Zeitungsinterview. «Ich verstehe die Strategie des Bundesrats nicht. Sie ist jedenfalls nicht kohärent.» (dpo)

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