Jahresbilanz
Coronafolgen am Zoll: Mehr Tierschutzfälle und gefälschte Produkte

Die Pandemie hat sich auch 2021 auf den Betrieb am Schweizer Zoll ausgewirkt. Auch die illegale Migration hat im letzten Jahr wieder zugenommen.

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2021 gab es an den Schweizer Zöllen eine starke Zunahme von Tierschutzfällen. (Symbolbild)

2021 gab es an den Schweizer Zöllen eine starke Zunahme von Tierschutzfällen. (Symbolbild)

Keystone

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hat am Donnerstag die Jahreszahlen von 2021 veröffentlicht. Dabei zeigen sich insbesondere die Folgen der Coronakrise. So wurden aufgrund des boomenden Onlinehandels fast 6000 Fälschungen sichergestellt. 2020 waren es noch rund 4400 gewesen. Weil die Reisetätigkeit 2021 wieder zugenommen hat, stiegen auch die bei Reisenden gefundenen Fälschungen wieder an. Insgesamt waren es laut Mitteilung rund 2900 Fälle.

Auch den Anstieg der Tierschutzfälle schreibt das BAZG der Pandemie zu. Insbesondere die Einfuhr von Hunden hat zugenommen, damit auch die Zahl der Tiere, die nicht nach Vorschrift eingeführt wurde. Die Zahl der Tierschutzfälle am Schweizer Zoll stieg von 654 im Jahr 2020 auf 2560. Bei einem Grossteil der Fälle lag laut Mitteilung eine Widerhandlung gegen das Tierseuchen- oder Tierschutzgesetz vor. Etwa, dass Hundewelpen bei der Einfuhr noch nicht das erforderliche Minimalalter von 56 Tagen erreicht hatten oder coupierte Hunde eingeführt wurden.

Migration aus Afghanistan hat zugenommen

Auch bei der illegalen Migration stellte das Bundesamt im letzten Jahr eine starke Zunahme fest. Haben sich 2019 noch knapp 13'000 Menschen rechtswidrig in der Schweiz aufgehalten, waren es im letzten Jahr fast 19'000. Dies ist laut BAZG «in erster Linie auf die gestiegene Anzahl von afghanischen Migrantinnen und Migranten zurückzuführen, die im zweiten Halbjahr von Österreich her irregulär in die Schweiz eingereist sind».

Die Einnahmen des Bundesamts betrugen im letzten Jahr 23,5 Milliarden Franken. 2020 waren es noch 21,8 Milliarden. Die Zunahme ist gemäss Mitteilung hauptsächlich auf zusätzliche Einnahmen bei der Mehrwertsteuer zurückzuführen, da im Vergleich zum Ausnahmejahr 2020 wieder mehr Waren importiert wurden. (agl)