Infrastruktur
Milliardenkredit für Verkehr: Bundesrat greift Agglomerationen unter die Arme

Wenn es um die Verkehrsinfrastruktur geht, zeigt sich der Bundesrat einmal mehr spendabel: Für Projekte in Agglomerationen sollen in den nächsten Jahren 1,3 Milliarden Franken fliessen.

Reto Wattenhofer
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Gefördert werden sollen auch Veloschnellrouten.

Gefördert werden sollen auch Veloschnellrouten.

Keystone

Seit bald 15 Jahren unterstützt der Bund Städte und Agglomerationen bei der Lösung ihrer Verkehrsprobleme. Dabei zeigt er sich spendabel. Seither sind mehr als 7 Milliarden Franken für Projekte in die Verkehrsinfrastruktur geflossen. Am Freitag hat der Bundesrat die nächsten Pflöcke eingeschlagen. Er schlägt vor, für die 4. Generation 32 Programme mit rund 1,3 Milliarden Franken zu unterstützen.

Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga präsentierte vor den Medien die Pläne. «Immer mehr Menschen leben in den Agglomerationen.» Es gehe nun um intelligente Lösungen, damit sich der Verkehr besser bewältigen liesse. Laut Sommaruga sind die Agglomerationsprogramme eine «Erfolgsgeschichte» und gut investiertes Geld.

Der Schwerpunkt der Projekte liegt beim Ausbau des Velonetzes wie auch dem öffentlichen Verkehr. Investiert werden soll auch in Drehscheiben, um den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern zu vereinfachen. Eine wichtige Rolle spielen auch Investitionen in den Strassenverkehr.

Aus allen Regionen der Schweiz

Ausgewählt hat der Bundesrat die Projekte nach folgenden Kriterien: Sie sollen die Qualität des Verkehrssystems verbessern, die Siedlungsentwicklung nach innen fördern, die Verkehrssicherheit erhöhen sowie die Umweltbelastung und den Ressourcenverbrauch senken. Die Projekte stammen aus allen Regionen des Landes. Zu den grössten zählen die Elektrifizierung des Bussystems in Basel, eine Veloschnellroute im Limmattal und die Umstellung von Bus auf Tram in Zürich-Affoltern.

Finanziert wird der Bundesbeitrag über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF). Diese ermöglicht es, dass der Bund im Schnitt 37 Prozent der Investitionskosten trägt. Den Rest müssen Kantone, Gemeinden und Städte leisten. Nun können sich die Kantone und interessierten Kreise in der Vernehmlassung zu den Vorschlägen äussern.