Personenregister
Transmenschen: Ab 2022 können sie ihr Geschlecht einfacher ändern

Transmenschen oder intersexuelle Personen können ab nächstem Jahr einfacher ihren Geschlechtseintrag im Personenregister ändern. Wer jünger als 16 Jahre alt ist, muss dafür das Einverständnis der Eltern haben.

Reto Wattenhofer
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In Zukunft genügt eine einfache Erklärung beim Zivilstandesamt. (Symbolbild)

In Zukunft genügt eine einfache Erklärung beim Zivilstandesamt. (Symbolbild)

Keystone

Die Reform ermöglicht eine einfachere Änderung von Geschlecht und Vornamen im Personenregister. Transmenschen sowie intersexuelle Personen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung sollen ohne Vorbedingungen eine entsprechende Erklärung beim Zivilstandesamt abgeben können. Darauf hatte sich das Parlament letzten Dezember geeinigt.

Am Mittwoch hat der Bundesrat die Details geregelt. Er beschloss, die Gesetzesänderung auf den 1. Januar 2022 in Kraft zu setzen. Dadurch könnten betroffene Personen die Erklärung rasch und unbürokratisch ändern, wie es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Justiz heisst. Voraussetzung für die Erklärung ist, dass die Person «innerlich fest davon überzeugt» sei, nicht dem im Personenstandsregister eingetragenen Geschlecht zuzugehören.

Wer jünger als 16 Jahre ist, unter umfassender Beistandschaft steht oder die Erwachsenenschutzbehörde dies angeordnet hat, braucht die Zustimmung der gesetzlichen Vertretung. Die Erklärung gegenüber dem Zivilstandsamt kostet 75 Franken.

Keine Auswirkungen auf Ehe & Co.

Die Geschlechtsänderung im Personenstandsregister hat keine Auswirkungen auf bestehende familienrechtliche Beziehungen – wie etwa die Ehe, eingetragene Partnerschaft oder Verwandtschaft. Auch die binäre Geschlechterordnung bleibt: Im Register kann weiterhin nur das männliche oder das weibliche Geschlecht eingetragen werden. Zur allfälligen Einführung einer dritten Geschlechtskategorie erarbeitet der Bundesrat derzeit einen Bericht.

Bis vor ein paar Jahren konnten Menschen mit Transidentität erst dann eine Änderung des Eintrags beantragen, wenn diese eine operative Angleichung ihrer Geschlechtsorgane vorgenommen hatten. Wenn sie verheiratet waren, mussten sie sich zunächst scheiden lassen. Bis heute braucht es noch ein gerichtliches Verfahren, um eine Geschlechtsänderung anzuerkennen.

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