Geiselnahme
Tote Geisel in Mali identifiziert – Leiche der Schweizerin soll heimgebracht werden

Islamistische Terroristen hatten letzten Oktober eine Schweizer Geisel in Mali getötet. Nun konnten die sterblichen Überreste identifiziert werden. Die Leiche soll nun rasch in die Schweiz gebracht werden.

Drucken
Teilen
Die Schweizer Geisel wurde offenbar bereits vor Jahren in Mali von Terroristen entführt.

Die Schweizer Geisel wurde offenbar bereits vor Jahren in Mali von Terroristen entführt.

Keystone

(rwa) Die Geisel soll von der islamistischen Terrororganisation Jama’at Nusrat Al-Islam wal Muslimin (JNIM) getötet worden sein, wie letzten Oktober bekannt wurde. Die Schweizer Behörden bemühten sich daraufhin darum, Informationen über die Umstände der Tötung und die sterblichen Überreste zu erhalten. Aussenminister Ignazio Cassis hatte sich bei seinem Besuch in Mali im Februar auf höchster Ebene für eine Lösung des Falls eingesetzt.

Wie das Aussendepartement (EDA) am Mittwoch bekanntgab, konnten die sterblichen Überreste unterdessen gefunden und identifiziert werden. Die malischen Behörden hätten DNA-Material entnommen und in die Schweiz geschickt. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich hat nun bestätigt, dass es sich dabei um die fragliche Person handelt. «Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass die ehemalige Geisel tot ist», wird Bundesrat Cassis in der Mitteilung zitiert. Er drückte der Familie sein tiefes Beileid aus.

Der Leichnam der Schweizerin soll nach der Freigabe durch die malischen Behörden in die Schweiz überführt werden. Die sterblichen Überreste werden dann der Familie übergeben. Zu den Einzelheiten äussert sich das EDA in seiner Mitteilung nicht.

Unklare Hintergründe

Beim Opfer handelt es sich um eine Baslerin. Sie hatte ihre Geiselhaft die meiste Zeit über mit der Französin Sophie Pétronin verbracht. Beide Frauen waren schon vor mehreren Jahren entführt worden. Anders als die Schweizerin kam Pétronin jedoch frei. Die Hintergründe der Befreiung bleiben im Dunkeln. Französische Medien berichten, die Baslerin habe sich geweigert, einen Umzug mitzumachen, den die Dschihadisten geplant hatten.

Die Frau war schon einmal vor mehreren Jahren entführt worden. In der Mitteilung heisst es: «Zusammen mit den zuständigen malischen Behörden und mit Partnern haben die Schweizer Behörden in den vergangenen vier Jahren daran gearbeitet, dass die Schweizer Bürgerin freigelassen wird.» Die Behörden seien auch in ständigem Kontakt mit der Familie des Opfers gestanden.

Aktuelle Nachrichten