Förderung
Sportgrossanlässe sollen klimafreundlicher werden

Internationale Sportgrossanlässe sollen in Zukunft nachhaltig organisiert sein und Impulse auf die Sportförderung auslösen. Die Strategie dazu haben das Bundesamt für Sport und Swiss Olympic erarbeitet.

Dario Pollice
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Das Lauberhornrennen lockt jedes Jahr tausende Sportfans nach Wengen BE. (Archivbild)

Das Lauberhornrennen lockt jedes Jahr tausende Sportfans nach Wengen BE. (Archivbild)

Keystone

In der Schweiz finden jedes Jahr internationale Sportgrossanlässe statt wie etwa das Weltklasse Zürich oder die Lauberhornabfahrt bei Wengen. Diese Anlässe sind gemäss dem Bundesamt für Sport (Baspo) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Schweiz und tragen zum positiven Image der Schweiz im Ausland bei. Nun haben das Baspo und der Dachverband des Schweizer Sports, Swiss Olympic, dem Bundesrat eine Strategie vorgelegt für die zukünftige Unterstützung und Durchführung solcher Events.

Demnach sollen Sportgrossanlässe vermehrt der Förderung des Leistungs- und Breitensports dienen. «Der Bundesrat will, das solche Anlässe verstärkt einen langfristigen Impuls auf die Sportförderung auslösen», sagte Sportministerin Viola Amherd am Freitag vor den Medien. Als Beispiel nannte die Bundesrätin etwa das Projekt «fast and female» von Swiss Cycling zur Förderung des Frauenradrennsports. Dieses wurde im Zuge der Strassen-Weltmeisterschaften 2020 und 2024 lanciert.

Energie- und klimapolitische Vorgaben

Darüber hinaus sollen die Grossanlässe in Bezug auf Nachhaltigkeit und Good Governance vorbildlich organisiert sein. Konkret sieht die Strategie etwa vor, dass Unterstützungsbeiträge des Bundes stärker an energie- und klimapolitische Vorgaben geknüpft sind. «Der Einsatz erneuerbarer Energien ist anzustreben, CO2-Emissionen sollen möglichst verhindert oder gegebenenfalls kompensiert werden», sagte Viola Amherd weiter.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung am Freitag die neue Strategie zur Kenntnis genommen und das VBS beauftragt, eine Botschaft zuhanden des Parlamentes mit Krediten für die Sportgrossanlässe ab 2023 zu erarbeiten.

Botschaft soll im Sommer 2022 vorliegen

Weiter ist vorgesehen, mit regelmässigen Unterstützungen auf Bundesebene die Planungssicherheit zu erhöhen. So sollen dem National- und Ständerat für Anlässe ab einem Bundesbeitrag von 200'000 Franken alle drei bis vier Jahre Kreditbotschaften unterbreitet werden.

Geplant ist auch die Errichtung einer Koordinationsstelle für Sportgrossanlässe, welche das Baspo und Swiss Olympic betreiben. Diese soll das Wissen und die Erfahrung in der Organisation von Sportgrossanlässen bündeln. «Aufgabe der Stelle ist es zudem, die Verbände und die Veranstalter bei der Sicherstellung einer nachhaltigen Eventplanung zu unterstützen», sagte Baspo-Direktor Matthias Remund.

Die Botschaft zuhanden des Parlamentes und die Präzisierung der Sportförderungsverordnung sollen voraussichtlich im Sommer 2022 vorliegen.

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