Europapolitik
Ist das die Lösung für das Geknorze mit der EU? Travailsuisse-Chef beim Lohnschutz zu Zugeständnissen bereit

Die 8-Tage-Voranmeldefrist für europäische Firmen war für die Gewerkschaften bisher undiskutabel. Nun bewegt sich Travailsuisse: Präsident Adrian Wüthrich könnte sich eine Verkürzung auf fünf Tage vorstellen.

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Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich ist zu einem Kompromiss beim Lohnschutz bereit.

Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich ist zu einem Kompromiss beim Lohnschutz bereit.

Keystone

Frühestens acht Tage nach Voranmeldung dürfen Arbeitnehmende von europäischen Firmen in der Schweiz arbeiten. Diese sogenannte 8-Tage-Regel soll vor Lohndumping schützen und war bisher für die Gewerkschaften unantastbar. Doch nun bewegt sich der Gewerkschafts-Dachverband Travailsuisse. Präsident Adrian Wüthrich sagte in einem am Mittwoch publizierten Interview mit dem «Blick»: «Es können auch fünf Tage sein, wenn das System sich bewährt.»

Man sei zu Konzessionen bereit, solange am heutigen Lohnschutzniveau nicht gerüttelt werde, erklärte Wüthrich. Es könnte ein erster Schritt hin zu einer Deblockierung der verhärteten EU-Fronten sein. Der Lohnschutz ist einer der grossen Streitpunkte in den Verhandlungen mit der EU.

Weiter schliesst sich der Travailsuisse-Chef der Kritik von Mitte-Präsident Gerhard Pfister an, der Bundesrat habe in den EU-Verhandlungen den falschen Ansatz gewählt. Auch Wüthrich findet, der Bundesrat hätte «die heiklen Punkte zunächst im Inland ausdiskutieren» müssen, um mit Lösungen bei der EU vorzusprechen. Es brauche flankierende Massnahmen, um den Lohnschutz zu sichern oder zu erhöhen. Nur so sei eine Lösung in der Schweiz mehrheitsfähig. (aka)